Kolumne
Kfz-Ver­si­che­rung

Bestellt - geklaut - gelie­fert

Teure Autos werden bei Dieben immer beliebter. Zwar sind die besonders gut gesichert, kriminelle Banden schaffen es aber, auch neueste Sicherheitstechnik zu überwinden. Das ist die schlechte Nachricht. Die Gute: Das Problem Autodiebstahl ist heute bedeutend kleiner als noch in den 90er Jahren. Kein Grund, sich damit zufrieden zu geben.

Unser Verband hat heute die Autodiebstahlstatistik 2014 vorgestellt. Knapp 18.000 Mal haben Autodiebe im letzten Jahr zugeschlagen. Die Versicherer kostet der Gesamtschaden über 260 Millionen Euro.

Viel Geld, keine Frage. Doch erinnern wir uns an die frühen Neunziger: Jedes Jahr verschwanden damals über 100.000 Autos. Ihr Wert summierte sich auf bis zu 800 Millionen Euro. So betrachtet ist die Bilanz also eine positive.

Autodiebstahl ist weit mehr als nur ein ökonomischer Schaden

Für viele Betroffene ist Autodiebstahl nicht einfach ein ökonomischer Schaden, der von der Kaskoversicherung ausgeglichen wird. Vielmehr ist er oft ein einschneidendes persönliches Erlebnis. Schwer fassbar. Man fragt sich, ob man den Wagen tatsächlich dort geparkt hat, wo nun ein leerer Parkplatz ist oder das Auto des Nachbarn steht. Genau das fragt einen auch die Polizei, wenn man sich nach einer Zeit des Nachdenkens dazu entschlossen hat, die Sache anzuzeigen.

 

Das Auto steht für mobile Freiheit, ist aber oft auch wichtig für die Existenz – etwa für Berufspendler, die ohne Fahrzeug ihren Arbeitsplatz nicht erreichen könnten. Kein Wunder also, dass unsere Kunden sensibel reagieren, wenn der Wagen weg ist. Oder vielleicht noch schlimmer: Bis aufs Chassis ausgeschlachtet als Wrack auf irgendeinem Acker in der Region wieder aufgefunden wird.

Trotz der – im Vergleich zu den 90er Jahren – niedrigen Zahl entwendeter Fahrzeuge dürfen wir diesen Zustand natürlich nicht akzeptieren: Diebe, meist in Form organisierter Banden, haben zwar in der Breite weniger Erfolg, doch wenn sie es auf ein bestimmtes Auto abgesehen haben, sind sie kaum zu stoppen. Das Prinzip: Bestellt, geklaut, geliefert.

Hoher krimineller Energie ist nur schwer zu begegnen

Das zeigen unter anderem die Lieblinge der Car-Napper, nämlich teure Geländewagen. Diese Diebstähle sind keine Zufallstreffer, sondern gezielte und gut vorbereitete Aktionen. Einer solchen hohen kriminellen Energie ist nur schwer zu begegnen.

Wir erleben einen technologischen Wettlauf zwischen der Automobilbranche, die neue Sicherheitstechnik ersinnt, und Autoknacker-Banden, die diese nach und nach wieder aushebelt. Der Kampf gegen den Autodiebstahl hat in den vergangenen Jahren Wirkung gezeigt. Der technische Fortschritt hat sicher einen entscheidenden Einfluss darauf, ebenso aber auch stetige Aufklärungsarbeit, wie sich unsere Kunden vor diesen Diebstählen schützen können. Hoffen wir, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

Früher wie heute stehen wir als zuverlässiger Partner an der Seite unserer Kunden. Das Auto gehört für viele schließlich nicht nur zu den teuersten, sondern auch zu den wichtigsten Anschaffungen ihres Lebens.

Ihr

 
Jörg von Fürstenwerth

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