Poli­ti­sche Posi­tio­nen 2017

Kli­ma­wan­del – Für einen neuen Umgang mit den Kli­ma­ri­si­ken

So viele Katastrophen in so kurzer Zeit. Unwetter mit Starkregen und Hagel überziehen Deutschland im Frühsommer 2016 mit Fluten aus Geröll und Schlamm. Kleine Bäche schwellen rasend schnell an und reißen halbe Ortschaften mit sich fort. Simbach, Braunsbach, Ansbach – wie viel Klimawandel steckt in diesen Katastrophen? Welcher Schutz ist nötig, welche Vorsorge möglich?

Noch nie haben Unwetter mit heftigen Regenfällen innerhalb so kurzer Zeit so hohe Schäden angerichtet wie die Tiefs „Elvira“ und „Friederike“ in den fünf Tagen Ende Mai/Anfang Juni 2016. Der geschätzte Schadenaufwand beträgt 1,2 Mrd. Euro. Auch wenn niemand behaupten kann, dass die Ereignisse eine direkte Folge des Klimawandels waren – sie vermitteln uns einen Eindruck von den Szenarien, die wir bei einem weiteren Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur erwarten dürfen. Es gilt daher heute umso mehr, in die Prävention und die Minderung von Treibhausgasen zu investieren. Nicht nur das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung stellt fest: Die Vermeidung von Treibhausgasemissionen ist ökonomisch günstiger als die unkalkulierbaren Folgekosten eines ungebremsten Temperaturanstiegs.

Klimaschutz und Klimaanpassung müssen Hand in Hand gehen. So gibt es bei der Minderung des Energieverbrauchs noch großes Potenzial – in der Industrie, im Bereich der Mobilität oder im privaten Gebäudestand. Gleichzeitig müssen Gebäude und Infrastruktur vor Extremwetterereignissen besser geschützt werden. Nur der geringste Teil des Gebäudebestandes hierzulande ist auf Extremwetterlagen wie Hagel, Starkregen und Hangrutsche hinreichend vorbereitet – Phänomene, die mit fortschreitendem Klimawandel immer größere Risiken bergen.

 Erforderlich ist eine Erweiterung der Schutzziele in den Planungs- und Baunormen. Sie müssen Maßnahmen zum Klimaschutz ebenso normieren wie wirksame Instrumente, um die gestiegene Verwundbarkeit (Vulnerabilität) von Baustoffen und Bauweisen durch zunehmende Extremwetterereignisse besser abzubilden. Mit einer Änderung der Bauvorschriften sowie einer Anpassung der regionalen Raumplanung, Flächennutzungs- und Bebauungsplanung ließe sich viel erreichen. Gerade die Wechselwirkungen zwischen der Anpassung an den Klimawandel (bspw. Veränderung des Stadtraumes, Flächennutzung) und der Bewältigung seiner Folgen (bspw. Starkregenereignisse, Hochwasser) könnten so schneller erkannt und bewältigt werden.

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