Regulierung und Aufsicht kompakt
Sol­vency-II-Review

EIOPA-Vor­schlag behin­dert euro­päi­sche Inves­ti­ti­ons­pläne

Die EIOPA will den Langfristzins in Solvency II mit einer neuen Methode berechnen lassen. Dies könnte langfristige Investitionen der Versicherer beeinträchtigen – und damit deren Rolle als Kapitalgeber für wichtige EU-Projekte wie den Green Deal.

Die aktuelle Ausgabe von „Regulierung und Aufsicht kompakt“ setzt sich mit den EIOPA-Vorschlägen für die Überarbeitung der ersten Säule (Kapitalanforderungen) von Solvency II auseinander. Diese betreffen unter anderem die Extrapolation der Zinsstrukturkurve, die Risikomarge sowie das Volatility Adjustment.  

Im Detail sind die Auswirkungen der Änderungen komplex. Im Ergebnis läuft der EIOPA-Vorschlag zur mathematischen Extrapolation der Zinskurve auf eine signifikante Verschärfung hinaus. Für die Unternehmen folgt daraus, dass sie länger mit niedrigeren Zinsen rechnen und erheblich mehr Eigenmittel als bislang vorhalten müssen – obwohl für so lange Zeiträume keine belastbaren Daten zur Verfügung stehen. Zudem würde die Zinskurve mit geringerer Datenbasis volatiler und prozyklischer – die stabilisierende Wirkung der Versicherungswirtschaft als langfristiger Investor wäre beeinträchtigt.



Zur Startseite
Auch inter­essant