Regulierung und Aufsicht kompakt
SII-Review

„Holi­stic Impact Assess­ment" offen­bart Ände­rungs­vor­schläge mit Schwä­chen

Solvency II hat sich in der Covid-19-Krise bewährt. Die Überprüfung des Aufsichtssystems (Solvency II-Review) sollte auf den Erfahrungen aufbauen – unbegründete Verschärfungen könnten die Rolle der Versicherer als langfristige Investoren schwächen, zeigen die Ergebnisse des „Holistic Impact Assessment" der EIOPA.

Von besonderer Bedeutung für die künftigen Kapitalanforderungen an die europäischen Lebensversicherer sind die diskutierten Änderungen der Extrapolationsmethode sowie der Volatilitätsanpassung („Volatilty Adjustment“). Verbesserungsbedarf gibt es auch bei den Vorschlägen zur Berücksichtigung negativer Zinsschocks.

Extrapolationsstart nicht verzögern

Der Zinssatz für die risikofreie Zinstrukturkurve wird derzeit bis zum Jahr 20 aus Marktdaten abgeleitet. Anschließend beginnt die Extrapolation, das heißt die Zinsstrukturkurve nähert sich allmählich dem langfristigen risikofreien Zins an. Ein späterer Beginn der Extrapolation, wie von EIOPA vorgeschlagen, würde die Zinsstrukturkurve deutlich volatiler werden lassen und langfristige Investitionen für Versicherer deutlich schlechter planbar machen.

Weitere Aspekte des HIA fasst die aktuelle Ausgabe von „Regulierung und Aufsicht kompakt“ zusammen.


Zur Startseite