Makro und Märkte kompakt
Makro und Märkte kom­pakt

Wei­ter­ent­wick­lung der E(W)U: Wor­auf es jetzt ankommt

Nach Tiefschlägen wie dem Brexit-Votum nehmen Vorschläge zur Weiterentwicklung der Europäischen Union wieder breiten Raum in der politischen Diskussion ein. „Kapitalmarktunion und digitaler Binnenmarkt sind aus Sicht der Versicherungswirtschaft zwei wesentliche Bereiche, wo Fortschritte die Zukunftsfähigkeit der EU spürbar erhöhen würden“, sagt GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener. Reformfortschritte sollten derzeit weniger auf eine Erweiterung der Staatengemeinschaft abzielen, findet Wiener: „Besser wäre es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden EU mit Hilfe von Strukturreformen zu stärken.“

Die wohl bedeutendste Aufgabe für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Europäischen Union wird die Schaffung  eines digitalen Binnenmarktes sein, denn keine andere Technologie wird das Leben der Menschen in den kommenden Jahren so stark verändern wie die Digitalisierung. „Seitens der EU ist dabei ein regulatorischer Rahmen zu etablieren, der Innovationen in neue Technologien fördert, dabei aber auch die Interessen der Verbraucher, etwa beim Datenschutz, und der Wirtschaft, etwa bei fairen Wettbewerbsbedingungen, berücksichtigt“, sagt GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener.

„Bereits heute weist die digitale Infrastruktur und die Anbieterlandschaft der EU im Vergleich zu Ländern wie den USA oder China erhebliche Defizite auf“, so Wiener. Von den zehn größten Tech-Firmen welweit komme keine aus Europa. „Damit diese Lücke geschlossen wird, ist eine digitale Strategie erforderlich, deren Umsetzung mit mehr Energie angegangen werden muss.“

Die EU befindet sich in einem globalen Wettbewerb mit rasch wachsenden Volkswirtschaften. China ist dabei nur das prominenteste Beispiel. Hinzu kommt, dass mit der neuen US-Administration zunehmend ein wirtschaftlicher Protektionismus zu beobachten ist. „Economic Nationalism“ ist hier das Stichwort. Europa kann auf diese Herausforderungen nur gemeinsam reagieren. Hierzu muss aber die Wettbewerbsfähigkeit in allen Ländern gestärkt werden. Um den Währungsraum darüber hinaus krisenfester zu machen, ist die Vollendung der Kapitalmarktunion sehr wichtig.

Die detaillierte Analyse zu diesem Thema bietet die neue Ausgabe der GDV-Publikation „Makro und Märkte kompakt“ mit dem Titel „Weiterentwicklung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion: Worauf es aus Sicht der Versicherer ankommt“.

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