Makro und Märkte kompakt
Makro & Märkte kom­pakt Nr. 35

Ver­si­che­rer in Zei­ten von Corona: Betrof­fen, aber sta­bil

Die Einschränkungen in der Wirtschaft und im gesellschaftlichen Leben zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden in Deutschland langsam gelockert. Die Pandemie ist jedoch keineswegs überwunden. Immer deutlicher zeigen sich die Auswirkungen und Herausforderungen der Coronakrise für Wirtschaft und Gesellschaft. Und auch für die Versicherer.

„Nachdem die erste Welle der Corona-Pandemie in Deutschland abgeklungen ist, zeigt sich, dass die Versicherer bisher vergleichsweise gut durch die Coronakrise gekommen sind“, sagt GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener. Der Geschäftsbetrieb konnte dank sicherer Netzwerke und hoher Remotefähigkeit der IT durchgehend fast reibungslos weiterlaufen. Ferner konnte durch den vermehrten Einsatz digitaler Beratungstools in Zeiten der Pandemie eine direkte Kundenansprache gewährleistet werden. „Die Nachfrage nach Versicherungsschutz ist zudem nur begrenzt konjunk­turabhängig. Und gerade in Krisenzeiten ist die Risikowahrnehmung der Kunden hoch, und Versicherungsprodukte gelten als sicherer Hafen“, so Wiener.

Nichtsdestotrotz stellen die Folgen der Corona-Pandemie die Versicherer in vielen Geschäftsbereichen vor große Herausforderungen: „Die Stimmung ist in der Anfang Mai erhobenen Umfrage des ifo Konjunkturtests Versicherungswirtschaft deutlich gesunken, wobei Verluste sowohl in der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch bei den Erwartungen zu verzeichnen waren“, so der GDV-Chefvolkswirt. Allerdings zeigen sich Unterschiede zwischen den Hauptsparten: Lebensversicherer bewerten die aktuelle Geschäftslage im ersten Quartal 2020, in dem lediglich erste Ausläufer der Corona-Pandemie zu spüren waren, noch vergleichsweise gut. Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf sind Lebensversicherer hingegen pessimistischer als die privaten Kranken- sowie die Schaden- und Unfallversicherer.

Konjunktursorgen dämpfen Einmalbeitragsgeschäft

Dieser Befund ist wenig überraschend, denn das Lebensversicherungsgeschäft war bis in das erste Quartal von deutlichen Steigerungsraten im Einmalbeitragsgeschäft geprägt. „Das durch Konjunktureinbruch und Kurzarbeit sinkende Einkommen der privaten Haushalte dürfte die Nachfrage im Einmalbeitragsgeschäft über die nächsten Monate deutlich dämpfen“, sagt Wiener. „So könnten die Beitragseinnahmen in der Versicherungswirtschaft nach Schätzung des Verbandes im Krisenjahr 2020 um rund zwei Prozent zurückgehen. Im kommenden Jahr ist jedoch mit einer leichten Erholung im Versicherungsgeschäft zu rechnen.“

Die komplette Analyse finden Sie in der neuen Ausgabe der GDV-Publikation „Makro und Märkte kompakt“, die hier im Download verfügbar ist.

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