Makro und Märkte kompakt
Makro und Märkte kom­pakt Nr. 25

Sta­bile Markt­struk­tur, hohe Sek­tordy­na­mik

Digitalisierung, Niedrigzinsumfeld, Regulierungsreformen, demografischer Wandel – all das hat den Wettbewerb am Versicherungsmarkt beschleunigt. Die Auswertung neuester Daten zeigt aber, dass sich die stabile Marktstruktur nicht verändert hat.

Nach wie vor sind Anzeichen für eine Konsolidierungswelle am deutschen Versicherungsmarkt nicht zu erkennen. „Im Gegenteil, der Konzentrationsgrad ist auf Ebene der Versicherungsgruppen weitgehend stabil geblieben. Wenn überhaupt, war er über die letzten Jahre sogar leicht rückläufig“, sagt der Geschäftsführer und Chefvolkswirt des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Klaus Wiener.

„Gleichwohl ist der Markt durch umfangreiche strategische Anpassungsmaßnahmen der Versicherer gekennzeichnet. Sie zeigen sich zum Beispiel in Unternehmenszusammenlegungen innerhalb von Versicherungsgruppen und den zunehmenden Kooperationen. Gruppenübergreifende Unternehmenstransaktionen bleiben bisher die Ausnahme.“

Markteintritte seien vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung zu beobachten, so der GDV-Chefvolkswirt. Weitere InsurTech-Startups hätten eine Versichererlizenz erlangt und bereicherten den Wettbewerb.

„Startups platzieren sich damit als Partner etablierter Versicherungsgruppen“

Im Zuge der Anpassungsmaßnahmen der Versicherer gewinnen vielfältige Kooperationen mit anderen Unternehmen an Bedeutung: Dazu zählen einerseits Kooperationen zwischen mehreren Versicherern, etwa beim Angebot der mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz neu eingeführten Zielrente oder bei der Leistungserbringung. Andererseits entstehen neue Kooperationen zwischen Versicherern und beispielweise Technologieunternehmen, Automobilkonzernen und spezialisierten Schadenabwicklern. „Zu nennen ist hier nicht zuletzt auch die zunehmende Zusammenarbeit mit FinTech- bzw. InsurTech-Startups“, so Wiener. „Ein großer Teil der InsurTech-Startups strebt keine Versichererlizenz an, sondern konzentriert sich auf einzelne Teile der Wertschöpfungskette, etwa Versicherungsvermittlung, Schadenabwicklung oder IT-Unterstützung. Die Startups platzieren sich damit als Partner etablierter Versicherungsgruppen.“

Eine detaillierte Analyse bietet die neue Ausgabe der GDV-Publikation „Makro und Märkte kompakt“, die hier im Download verfügbar ist.

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