ESAP

Wich­ti­ger Bau­stein für Kapi­tal­mark­tu­nion und Green Deal

Ob CO2-Footprint oder Frauenanteil bei Führungskräften: Der ‚European Single Access Point‘ (ESAP) soll diese und andere Daten für jedes Unternehmen leicht zugänglich machen – und könnte damit den Durchbruch für grenzüberschreitende, nachhaltige Investitionen in Europa bringen.

Die Europäische Union hat sich im Kampf gegen den Klimawandel ambitionierte Ziele gesetzt – um diese zu erreichen, bindet sie richtigerweise auch den Finanzsektor ein. Ein ganzes Bündel von Richtlinien und Mechanismen soll im Zuge des zweiten Aktionsplans zur europäischen Kapitalmarktunion dafür sorgen, dass mehr Investitionen in klimaschützende, ökologisch und sozial nachhaltige Unternehmen und Projekte als bisher fließen.

Um eines klarzustellen: Versicherer und andere Investoren unterstützen diese Ziele heute schon, und viele würden lieber heute als morgen mehr Kapital für nachhaltige Investments zur Verfügung stellen. Ein Problem dabei: Es ist bislang ausgesprochen schwer, die für nachhaltige Investitionen erforderlichen Informationen zu bekommen und auszuwerten. Das gilt insbesondere bei grenzüberschreitenden Investitionen.

Europaweit standardisierte Nachhaltigkeitsdaten

Das hat auch die EU-Kommission erkannt – und das Projekt einer einheitlichen Datenplattform ins Leben gerufen. Der ‚European Single Access Point‘ (ESAP) soll Zugang zu aktuellen, standardisierten Finanz- und Nachhaltigkeitsdaten der berichtspflichtigen Unternehmen in der EU ermöglichen – und Investoren über Landes- und Sprachgrenzen hinweg verlässliche und vergleichbare Daten für Investitionsentscheidungen liefern.  

Der ESAP könnte damit die Umsetzung von Kapitalmarktunion und ‚Green Deal‘ zugleich erheblich beschleunigen. Vom einfachen Datenzugriff profitieren würden auch mittelgroße Unternehmen, die bislang zu selten auf dem Radar institutioneller Investoren sind.

ESAP muss Non-Profit-Projekt bleiben

Daher sollte die Plattform so schnell wie möglich eingeführt werden. Was dabei wichtig ist, haben wir in einem Positionspapier zusammengefasst. Unter anderem müssen die bereitgestellten Daten aktuell, standardisiert, kontrolliert und leicht digital zu verarbeiten sein. Daher ist es auch wichtig, den ESAP als einheitlichen Datenzugang zu konzipieren und nicht auf verschiedene Datenbanken in den jeweiligen europäischen Mitgliedstaaten zu verweisen. Vor allem aber muss der ESAP von einer unabhängigen Non-Profit-Institution bereitgestellt werden und für alle relevanten Stakeholder zugänglich sein.

Die EU-Kommission will ihren Legislativvorschlag zum ESAP im Oktober 2021 vorlegen. Die Versicherungswirtschaft wird das Projekt mit vollem Einsatz unterstützen – ein europäischer Kapitalmarkt für nachhaltige Investitionen ist ein wichtiger Baustein für eine faire und klimagerechte europäische Wirtschaft. Zeit haben wir keine mehr zu verlieren.   

Zur Startseite
Auch inter­essant