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Bilanz Som­me­run­wet­ter 2016

Sturz­flu­ten in Sim­bach und Brauns­bach: Ver­si­cherte Schä­den lie­gen bei 70 Mil­lio­nen Euro

Die schweren Sommerunwetter im Mai und Juni 2016 mit Starkregen und vereinzelten Sturzfluten richteten bundesweit rund 700 Millionen Euro versicherte Überschwemmungsschäden an. Weitere 600 Millionen Euro Schäden hätten Versicherer ersetzt, wenn alle betroffenen Gebäude versichert gewesen wären. Zwei Jahre danach liegt dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine detaillierte Schadenbilanz für die beiden am stärksten betroffenen Orte vor.

Im bayerischen Simbach am Inn verursachten „Friederike“ und „Gisela“ Anfang Juni 2016 demnach an Häusern, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben versicherte Schäden durch Starkregen von über
50 Millionen Euro. Den Versicherungen wurden 223 Schäden von durchschnittlich rund 158.000 Euro an Wohngebäuden gemeldet. Der größte versicherte Schaden an einem Einfamilienhaus lag bei rund 700.000 Euro.  

Im baden-württembergischen Braunsbach verursachte „Elvira“ Ende Mai 2016 Versicherungsschäden durch Starkregen von rund 20 Millionen Euro. Für 164 Schäden an Wohngebäuden leisteten Versicherer im Schnitt rund  71.000 Euro. Der größte Schaden an einem Einfamilienhaus betrug rund 600.000 Euro.

„Die hohen Schäden führen uns eindrucksvoll vor Augen, welche Gefahr von Starkregen ausgeht. Im schlimmsten Fall kann er ein Haus zerstören“, sagt GDV-Präsident Wolfgang Weiler. Umso wichtiger sei ein umfassender Versicherungsschutz. „Wer seine Immobilie nicht ausreichend absichert, setzt seine Existenz aufs Spiel“, betont Weiler.

Bislang teuerste Starkregenereignisse

Die Sturmtiefs waren im Mai und Juni vor zwei Jahren über Deutschland hinweg gezogen und markieren die bislang teuersten Starkregenereignisse mit versicherten Überschwemmungsschäden von bundesweit rund 700 Millionen Euro. Davon entfällt der größte Teil auf Baden-Württemberg (rund 450 Millionen Euro) und Bayern (rund 100 Millionen Euro). Hinzu kommen hohe Schäden durch Hagel und Sturm sowie an Kraftfahrzeugen und öffentlicher Infrastruktur; letztere ist größtenteils nicht versichert.  


Die Versicherer hätten noch weitere 600 Millionen Euro Schäden ersetzen können, wenn alle betroffenen Gebäude umfassend versichert gewesen wären. Das gilt insbesondere für Bayern. Während in Baden-Württemberg damals rund 95 Prozent der Wohngebäude gegen erweiterte Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser finanziell abgesichert waren, lag der Anteil im Freistaat nur bei rund 30 Prozent. Die meisten Häuser in Bayern haben nur eine Feuerversicherung, manche Schutz vor Sturm und Hagel. Für die Eigentümer der rund 1,9 Millionen unzureichend versicherten Wohnhäuser Bayerns bleibt bei künftigen Überflutungen nur der Griff in die eigene Brieftasche: Die bayerische Landesregierung zahlt ab Juli 2019 keine staatlichen Soforthilfen mehr aus. 

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