Scha­den­bi­lanz 2002 bis 2016

Ber­lin/ Bran­den­burg: Natur­ge­fah­ren tref­fen Elbe-Els­ter-Kreis am ärgs­ten

Der Landkreis Elbe-Elster ist in Brandenburg und Berlin über einen Zeitraum von 15 Jahren am schlimmsten von extremen Wetterereignissen getroffen worden.

Sturm, Hagel oder Überschwemmungen durch Starkregen sowie Hochwasser richteten dort von 2002 bis 2016 Schäden an Gebäuden von durchschnittlich rund 1.500 Euro an. Das zeigt die Langfristbilanz, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute erstmals veröffentlicht hat.

Auf den weiteren Plätzen liegen Berlin und die Stadt Frankfurt (Oder) mit einem Durchschnittsschaden von 1.400 Euro und 1.300 Euro. Am glimpflichsten kamen in den 15 Jahren die Einwohner im Landkreis Oder-Spree davon. Dort beträgt der Schaden im Schnitt 700 Euro. Der Bundesschnitt liegt bei 1.600 Euro.

Meisten Hauseigentümer haben keinen Komplettschutz

Für die direkt Betroffenen eines Unwetters stellen sich die Schäden noch mal anders dar: Bei den von Sturmtief „Kyrill“ 2007 erfassten Häusern im Landkreis Oberspreewald-Lausitz entstand beispielsweise ein Schaden von durchschnittlich rund 3.100 Euro. Und Tief „Rainer“, das 2009 vielerorts für Starkregen sorgte, schlug in Frankfurt bei jedem geschädigten Hausbesitzer mit circa 7.600 Euro zu Buche. „Die Zahlen belegen, wie verheerend Naturgewalten sein können“, sagt GDV-Präsident Wolfgang Weiler.

Doch längst nicht alle Gebäude in Brandenburg und Berlin sind gegen sämtliche Gefahren abgesichert. Während Hagel oder Sturm fast immer abgedeckt sind, fehlt bei den meisten der Schutz vor Elementarrisiken wie Starkregen, Hochwasser, Erdrutsch oder Schneedruck. Erst 33 Prozent der Häuser in Berlin und Brandenburg haben den dafür nötigen erweiterten Naturgefahrenschutz. „Immobilienbesitzer sind gut beraten, ihr Eigentum gegen alle Wetterrisiken abzusichern. Vor allem Überschwemmungen durch Starkregen können jeden treffen“, betont Weiler. Ohne Komplettschutz stehe im Extremfall die Existenz auf dem Spiel.

Bundesweit höchste Schäden in Bayern

Die bundesweit am schlimmsten betroffenen Gebiete liegen in Bayern. Im Landkreis Deggendorf verursachten Naturkatastrophen von 2002 bis 2016 Schäden an Gebäuden von durchschnittlich 13.800 Euro. Dahinter liegen mit Rottal-Inn (13.300 Euro) und der Stadt Passau (12.900 Euro) ebenfalls Kreise im Süden des Freistaats. Passau und der Landkreis Deggendorf waren seit 2002 zweimal von schweren Hochwassern betroffen, zuletzt 2013. Damals kostete die Flut die betroffenen Hausbesitzer im Landkreis Deggendorf im Schnitt 180.900 Euro. Für die Versicherer war es das Ereignis mit dem teuersten Durchschnittsschaden überhaupt.

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