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Alters­vor­sorge: „Stern“-Inter­view

Angst­ma­che unter­gräbt Anstren­gun­gen um Alters­vor­sorge

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hält die Aussagen des ehemaligen Versicherungsmanagers Sven Enger im aktuellen „Stern“-Interview für unverantwortliche und unfundierte Panikmache. „Herr Enger möchte ein Buch verkaufen“, sagte das Mitglied der GDV-Geschäftsführung, Peter Schwark. „Werbung zu machen ist legitim, nicht aber das bewusste Schüren vollkommen unbegründeter Ängste.“

Die zentrale These Engers, der Lebensversicherung drohe ein „Crash“, entbehrt jeder sachlichen Grundlage: „Die deutschen Lebensversicherer können nicht nur heute, sondern auch in Zukunft alle Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden erfüllen. Und das selbst in Extremszenarien, die statistisch nur einmal in 200 Jahren auftreten“, betonte Schwark. Dies belegt die aktuelle so genannte Solvenzkapitalquote der Branche, die mit 344 Prozent weit über dem geforderten Wert von 100 Prozent liegt (Stand 31.12.2016). Auch die Deutsche Bundesbank bescheinigt den Lebensversicherern in ihrem jüngsten Finanzstabilitätsbericht „solide Solvenzquoten“.

Weitere Aussagen Engers sind unbegründet oder falsch. Hier einige Beispiele:

  • Aussage Enger: „Viele Lebensversicherer werden wie schon gegenwärtig auch in den nächsten Jahren den Garantiezins nicht mehr erwirtschaften können.“
     
    Ausnahmslos alle Lebensversicherer erfüllen die Garantieverzinsung für ihre Kunden – ohne Wenn und Aber. Für die künftigen Zinsverpflichtungen haben die Lebensversicherer bis zum Jahresende 2017 mehr als 60 Milliarden Euro als zusätzliche Kapitalpuffer aufgebaut.


  • Aussage Enger: „Es gibt 93 Millionen Verträge mit Ablaufleistungen von mehr als drei Billionen Euro. (…) das sind alles die Einlagen von Kunden, die sie irgendwann zurückfordern. Und wenn das crasht: Wer will das auffangen?“
     
    Hier bringt Herr Enger elementare Begrifflichkeiten durcheinander. Die drei Billionen Euro bezeichnen die Versicherungssumme aller Lebensversicherungsverträge einschließlich Todesfall- und Berufsunfähigkeitsleistungen. Etwa die Hälfte dieses Betrags entfällt auf die Risikoabsicherung, die nur dann fällig wird, wenn Versicherungsnehmer vorzeitig versterben oder berufsunfähig werden. Da dieses Schicksal den meisten Kunden erspart bleibt, wird nur ein Teil dieser Versicherungssumme überhaupt einmal fällig werden. Für den übrigen Teil ist bereits 1.000 Milliarden Euro an Kapital angespart, dazu kommen noch die laufenden Versicherungsprämien und Erträge bis zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit.
  • Aussage Enger: „In den kommenden Jahren stehen Millionen Verträge der Babyboomer zur Auszahlung an. Das System gerät in eine Demografiefalle.“
     
    Das System der Lebensversicherung beruht auf der Kapitaldeckung. Die Leistungen werden planmäßig aufgebaut und bei Vertragsende unabhängig von der Demografie aus den vorhandenen Kapitalanlagen gedeckt. Das Umlagesystem der gesetzlichen Rentenversicherung ist dagegen demografieabhängig. Die Kombination verschiedener Systeme trägt dazu bei, die Altersvorsorge insgesamt zu verbessern.
  • Aussage Enger: „Ich rate allen, deren Verträge noch länger laufen: Raus aus den Policen!“
     
    Damit offenbart Herr Enger, dass er seine kommerziellen Interessen über die Interessen der Kunden stellt. Lebensversicherungen sind nicht nur sicher, sondern bieten gerade im aktuellen Zinsumfeld eine attraktive Verzinsung. Mit einer Kündigung verzichten Kunden zudem nicht nur auf Rendite, sondern auch auf den Risikoschutz einer Lebensversicherung im Todesfall oder auch bei Berufsunfähigkeit des Versicherten.
  • Aussage Enger: „Eine Lebensversicherung zum Sparmodell aufzuhübschen (…) stellt für mich den Sündenfall der Branche dar“.

    Lebensversicherungen mit einer Kapitalbildungskomponente werden seit 150 Jahren angeboten! Dazu zählen Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen. Insgesamt wurden für die Kunden daraus über 1.000 Milliarden Euro zurückgelegt. Jahr für Jahr werden für die Altersversorgung der Bürger daraus 70 bis 80 Milliarden Euro ausgezahlt. Das entspricht ca. 200 Millionen Euro pro Tag und etwa 30 Prozent der Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Und: Wer im Jahr 1996 eine Rentenversicherung mit 20-jähriger Laufzeit abgeschlossen hat, kam auf eine durchschnittliche Rendite nach Kosten von knapp 4 Prozent – wohlgemerkt pro Jahr.
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