GLOSSAR

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A
  • Abdingung

    Will der Arzt einem Privatpatienten ausnahmsweise eine höhere Gebühr berechnen, als die Regelungen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) vorsehen, kann er durch Vereinbarung mit dem Zahlungspflichtigen eine von der GOÄ abweichende Höhe der Vergütung festlegen (Abdingung). Diese Absprache muß vor der Behandlung schriftlich getroffen werden und darf keine anderen Erklärungen enthalten. Der Arzt hat dem Patienten einen Abdruck dieser Vereinbarung auszuhändigen. Zur Wirksamkeit dieser Vereinbarung müssen allgemeine Rechtsgrundsätze einschließlich des AGB-Gesetzes berücksichtigt werden. Dazu gehört auch eine angemessene Höhe der Vergütung.
  • Abschlusskosten

    Auch Erwerbskosten genannt; Bestandteil der Betriebskosten eines Versicherungsunternehmens. Sie entstehen einmalig durch den Abschluss eines Versicherungsvertrages (Abschlussprovisionen, Kosten der Antrags- oder Risikoprüfung, Kosten der Antragsbearbeitung und der Ausfertigung des Versicherungsscheins).
  • Abschlusskostenquote

    Abschlusskosten der Lebensversicherung in Promille des eingelösten Neugeschäfts.
  • Aktuar

    Nach dem neuen Versicherungsrecht müssen Lebensversicherer und Private Krankenversicherer (Vollversicherung) einen “verantwortlichen Aktuar” benennen, der auf die dauernde Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge zu achten hat. Ausreichende Kenntnisse in der Versicherungsmathematik und Berufserfahrung werden vorausgesetzt.
  • Aktueller Rentenwert

    Der aktuelle Rentenwert ist ein Bestandteil der Rentenformel ( Rentenanpassungsformel). Mit dem aktuellen Rentenwert werden Rentenanwartschaften ( Anwartschaften) in Euro-Monatsrenten umgerechnet. Wer ein Jahr durchschnittlich verdient und auf dieser Basis Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet, erhält eine Altersrente in Höhe des aktuellen Rentenwerts. Der aktuelle Rentenwert wird jährlich mit Hilfe der so genannten Rentenanpassungsformel angepasst. Die Anpassungen orientieren sich an der Lohnentwicklung. Solange noch unterschiedliche Einkommensverhältnisse im Westen und Osten der Bundesrepublik Deutschland herrschen, gilt für die neuen Bundesländer ein eigener aktueller Rentenwert, der aktuelle Rentenwert (OST).
  • Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB)

    Regeln für die vertraglichen Rechte und Pflichten des Versicherungsnehmers und Versicherers, gegebenenfalls ergänzt durch besondere Versicherungsbedingungen, legen Inhalt und Umfang des Versicherungsschutzes fest. Die AVB gehören zum Geschäftsplan des Versicherers und bedürfen nicht der Genehmigung der Aufsichtsbehörde (BaFin).
  • Allgemeines Geschäft

    Nicht-versicherungstechnische Erträge und Aufwendungen, vor allem Abschreibungen auf Betriebseinrichtungen, Aufwendungen für Altersversorgung, Steuern sowie Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen (ohne technischen Zins).
  • Alterseinkünftegesetz

    Mit diesem, am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Reformpaket hat der Gesetzgeber einen Meilenstein in der Alterssicherungspolitik gesetzt. Er hat ein weiteres Mal in die gesetzliche Rentenversicherung eingegriffen und vor allem die Besteuerung der Alterseinkommen neu geregelt. Gleichzeitig wurden die Rahmenbedingungen für die private und die betriebliche Altersvorsorge deutlich verbessert. Mit dem Alterseinkünftegesetz greifen nunmehr Steuerreform und Rentenreform ineinander. Das Ziel dieses Gesetzes ist die Entlastung der gesetzlichen Rentenversicherung und die steuerliche Gleichbehandlung aller Alterseinkünfte. Mit dem Leitmotiv Altersvorsorge ist Rente fördert der Staat vor allem solche privaten Vorsorgeformen, die eine lebenslange Rente bieten. Diese Freiräume sollen dem Bürger helfen, Verantwortung für seine individuelle Lebensplanung und für ein sicheres Einkommen im Alter zu übernehmen.
  • Altersversorgung

    Altersversorgung umfasst die Summe der Einkommensquellen zur Sicherung des Lebensunterhalts im Alter. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Altersversorgung häufig synonym zu Altersvorsorge gebraucht. Im strengen Sinn umfasst sie aber auch die Absicherung sog. biometrischer Risiken, von denen die Langlebigkeit also die Unsicherheit über die Länge des eigenen Lebens besonders wichtig ist. Bei Rentenversicherungen wird die Absicherung der Langlebigkeit über den Risikoausgleich in der Gemeinschaft der Versicherten erreicht. Mit Hilfe versicherungsmathematischer Verfahren wird sichergestellt, dass der Einzelne ein lebenslanges Alterseinkommen erhält unabhängig von der tatsächlichen Länge seines Lebens.
  • Altersvorsorge

    Allgemein versteht man unter Altersvorsorge ein Bündel von Maßnahmen, das eine Einkommensquelle für das Alter schaffen soll. Bei kapitalgedeckter Altersvorsorge findet dazu ein Ansparprozess statt, der typischerweise eine längere Zeitdauer umfasst ( Kapitaldeckungsverfahren). Daher ist Verfügungsverzicht über die angesparten Mittel ein Merkmal von Altersvorsorge. Über Beitragszahlungen sowie den Zinseszinsmechanismus wird ein Kapitalstock aufgebaut. Aus diesem kann dann die Versorgung im Alter erfolgen. Je nach Ertrag, Risiko und Liquidität der zugrunde liegenden Anlage unterscheiden sich die so entstehenden Alterseinkommen.
  • Alterungsrückstellung

    Die PKV-Unternehmen sind verpflichtet, 90 Prozent ihrer gesamten freien Überzinsen aus der Alterungsrückstellung zur Beitragsentlastung im Alter zu verwenden, jedoch nicht mehr als 2,5 Prozent der vorhandenen Alterungsrückstellungen. Die eine Hälfte dieser Mittel, auch soweit sie aus den Zinsen jüngerer Versicherter stammt, wird ausschließlich zur Beitragsermäßigung oder -begrenzung eventueller Beitragserhöhungen bei den schon heute “alten” Versicherten verwandt. Die zweite Hälfte dient allen Versicherten zum Aufbau einer Anwartschaft und Beitragsentlastung im Alter.
  • ambulante Zusatzversicherung

    Eine ambulante Zusatzversicherung schließt Leistungslücken der gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei werden oft Versicherungspakete angeboten, die z. B. den gesetzlichen Versicherungsschutz bei Zahnersatz aufstocken, Zuzahlungen zu Sehhilfen, Hörgeräten etc. leisten und auch Auslandsaufenthalte absichern.
  • Änderungsrisiko

    Durch das Änderungsrisiko wird die theoretisch zu erwartende, von Zufälligkeiten weitgehend freie Schadenbelastung verändert. Nicht vorhersehbare äußere Einflüsse (Preisniveau, Technik, Wertewandel, Rechtsprechung) können die Risikolage stark beeinflussen und so die Kalkulationsbasis des Versicherers unterminieren.
  • Anpassungsversicherung

    Sie wird auch Zuwachs- oder dynamische Lebensversicherung genannt. Beitrag und Versicherungssumme werden in regelmäßigen Abständen erhöht. Maßstab für die Erhöhung der Beiträge ist meistens die Steigerung des Höchstbeitrags in der gesetzlichen Rentenversicherung der Angestellten und Arbeiter. Einige Lebensversicherungsunternehmen empfehlen für die Dynamisierung auch feste Prozentsätze. Heute werden in der Regel beide Erhöhungsmöglichkeiten angeboten. Obwohl sich durch die Anpassungsversicherung der Versicherungsschutz erhöht, ist keine weitere Gesundheitsprüfung nötig, sofern nicht zwei Anpassungen nacheinander ausgelassen werden. (Siehe auch Dynamische Lebensversicherung)
  • Antragsteller

    Der Antragsteller der Lebensversicherung ist der Versicherungsnehmer, der Kunde des Versicherungsunternehmens (siehe Bezugsrecht). Er unterschreibt den Antrag, benennt den oder die Bezugsberechtigten, zahlt die Beiträge. In der Regel versichert er sein eigenes Leben und setzt sich selbst als Bezugsberechtigten ein. Er ist dann gleichzeitig versicherte Person und erhält im Erlebensfall die Versicherungsleistung.
  • Anwartschaften

    Anwartschaften, ein Begriff aus der gesetzlichen Rentenversicherung, sind z.B. durch Beitragszahlung erworbene Werte, die zum Zeitpunkt der Leistungsgewährung beansprucht werden können. Eine Rente kann nur gezahlt werden, wenn darauf eine gewisse Anwartschaft besteht: Wer bereits für 60 Monate Pflicht- oder freiwillige Beiträge gezahlt hat, hat damit eine Anwartschaft auf die Regelaltersrente mit 65 Jahren erworben. Er erhält diese Leistung aber erst dann, wenn er 65 Jahre alt ist und die Regelaltersrente beantragt.
  • Anwartschaftsversicherung

    Die Anwartschaftsversicherung bewahrt während der Zeit, in der Leistungsansprüche zum Beispiel gegenüber anderen Versicherungsträgern bestehen, gegen einen geringen Anwartschaftsbeitrag die Rechte aus einer Krankheitsversicherung. Beim Wiederaufleben der Leistungen sind entweder zwischenzeitlich aufgetretene Krankheiten in den Versicherungsschutz einbezogen (kleine Anwartschaft) oder zusätzlich auch Alterungsrückstellungen aufgebaut worden (große Anwartschaft).So sichern sich zum Beispiel Polizisten und Soldaten mit Anspruch auf freie Heilfürsorge die Vorteile einer rechtzeitig abgeschlossenen privaten Krankenversicherung.
  • Anzeigepflicht

    Der Versicherungskunde ist beim Abschluss, bei einer Änderung oder einer Wiederherstellung seines Lebensversicherungsvertrages dazu verpflichtet, seinen derzeitigen und vergangenen Gesundheitszustand wahrheitsgemäß zu schildern. Verschweigt er gravierende Krankheiten oder gibt sie nicht richtig an, dann spricht der Fachmann von “einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht”. Ist eine solche nachzuweisen, so kann das Versicherungsunternehmen innerhalb von drei Jahren nach Vertragsabschluss bzw. nach Änderung oder Wiederherstellung des Vertrages, bei Berufsunfähigkeitsversicherungen innerhalb von zehn Jahren, von diesem zurücktreten.
  • Äquivalenzprinzip

    Grundsatz der Individualversicherung, wonach sich der Versicherungsbeitrag nach der Art und Größe des Risikos oder der entsprechenden Risikogruppe bemisst. Hingegen spielt die Gleichgewichtigkeit von Beitrag und Risikotragung in der Sozialversicherung eine weniger bedeutende Rolle. Dort dominiert das “Prinzip der Solidarität”.
  • Arzneimittelhaftung

    Das Arzneimittelgesetz (AMG) sieht in § 84 eine strenge Haftung für den Fall vor, dass ein Mensch durch die Anwendung eines Arzneimittels einen Schaden erleidet. Die Haftung ist verschuldensunabhängig. Um die Durchsetzbarkeit der Ansprüche zu gewährleisten, muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.
  • Ärztliche Untersuchung

    Sie sind bei Vertragsabschluss einer Lebensversicherung in der Regel erst ab Versicherungssummen von 200.000 Euro oder bei höherem Eintrittsalter üblich.
  • Assekuranz

    Traditioneller Ausdruck für Versicherungswirtschaft ( Individualversicherung).
  • Assistance

    Neuer, aus Frankreich stammende Dienstleistungssektor, bei dem nicht der herkömmliche Versicherungs- und Kostenerstattungsgedanke im Vordergrund steht. Vielmehr besteht die Aufgabe der Assistance darin, dem Kunden in einer aktuellen Bedarfssituation unmittelbar zu helfen. Das heißt: weltweite, unbürokratische Hilfe rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen. Geboten werden technische und medizinische Hilfsdienste, sofortige Kostenübernahme-Zusagen gegenüber Leistungserbringern, Beschaffung eines Anwalts und Dolmetschers, Hilfestellung bei Verlust von Reisedokumenten und Reisezahlungsmitteln, bei Diebstahl und Totalschaden, Erkrankung, Unfall und Verletzung. Assistance-Leistungen können Bestandteil einer Schutzbriefversicherung, einer Auslandsreisekrankenversicherung, einer Kraftfahrtversicherung oder auch einer Senioren-Unfallversicherung sein.
  • Atompool

    Deutsche Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft (DKVG): Versicherungsgemeinschaft, die in Form eines Pools Haftpflicht- und Sachversicherungsschutz gegen die mit der Errichtung und dem Betrieb von Kernreaktoren und ähnlichen Anlagen verbundenen Gefahren bietet. Die DKVG arbeitet überwiegend als Rückversicherungspool im Austausch mit ausländischen Atompools.
  • Aufschubzeit

    Zeit zwischen dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung und Zahlung der ersten Rente (siehe auch Leibrente).
  • Aufwendungen

    Den größten Aufwandsposten im Versicherungsunternehmen bilden die “Aufwendungen für Versicherungsfälle”. Dabei handelt es sich um gezahlte und für Schadenzahlungen reservierte (zurückgestellte) Beträge für im Geschäftsjahr eingetretene Versicherungsfälle einschließlich der Aufwendungen und abzüglich der Erträge aus der Abwicklung der Schadenrückstellungen aus Vorjahren. Die “Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb” umfassen die Kosten für den Abschluß von Versicherungsverträgen, für Inkasso und Bestandsverwaltung sowie für die Durchführung der Rückversicherung und der Beitragsrückerstattung. In den “Aufwendungen für Kapitalanlagen” stecken die Verwaltungskosten für Kapitalanlagen sowie Abschreibungen und Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen.
  • Ausbildungsversicherung

    Besondere Form der Lebensversicherung, die die Berufsausbildung der Kinder absichert. Die vereinbarte Versicherungssumme wird zu einem festgelegten Zeitpunkt gezahlt. Versichert ist das Leben des Beitragszahlers, meist ein Eltern- oder Großelternteil des Kindes. Stirbt diese Person, übernimmt das Versicherungsunternehmen alle weiteren Beitragszahlungen.
  • Auslandsreisekrankenversicherung

    Die Auslandsreisekrankenversicherung bietet Sicherheit weltweit. In der privaten Krankheitsvollversicherung ist dieser Schutz weitgehend erhalten. Vollständigen Krankenschutz im Ausland für gesetzlich Versicherte bietet nur die private Auslandsreisekrankenversicherung. Sie übernimmt die Kosten für ärztliche Behandlung, Medikamente und Krankenhausaufenthalte sowie Mehrkosten für einen medizinisch notwendigen Rücktransport. Sie zahlt allerdings nur bei nicht vorhersehbaren Behandlungen im Ausland, also nicht für Behandlungen, die vor Beginn der Auslandsreise bereits feststanden.
  • Auslands-Schadenschutz

    Wenn der Unfallgegner den Schaden verursacht hat, wird die komplette Schadenabwicklung übernommen und der Schaden so ersetzt, als ob der Unfallgegner eine Kfz-Haftpflichtversicherung nach deutschen Versicherungsbedingungen abgeschlossen hätte. Die Leistungen des Versicherers richten sich nach deutschem Recht. Wird von einigen Versicherungsgesellschaften gegen Aufpreis zur Kfz-Haftpflichtversicherung angeboten.
  • Ausstellungsversicherung

    Eine Form der Transportversicherung, die Transporte zu einer Ausstellung, den Aufenthalt während der Ausstellung, den Rücktransport und damit verbundene Lagerungen versichert. Versicherbare Sachen sind Ausstellungsgüter aller Art, auch Kunstgegenstände (vgl. Kunstgegenständeversicherung) mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen, nebst Stand und Standausrüstung.
  • Aussteuerversicherung

    siehe Heiratskapitalversicherung
  • Automatenversicherung

    Eine Form derTransportversicherung, die Automaten jeglicher Art (z. B. Waren-, Spiel- und Musikautomaten) einschließlich (allerdings begrenzt) deren Inhalt versichert. Gedeckt sind Transporte vom Hersteller zum Aufstellungsort, unter Umständen erforderliche Transporte zwecks Reparatur und Umstellung sowie das stationäre Risiko während der Verkaufsfunktion des Automaten.
  • Autoschutzbrief

    Hilft bei Unfall, Panne, Diebstahl oder Totalschaden des Fahrzeugs. Er koordiniert die Hilfeleistungen und ersetzt die Kosten für Pannen- und Unfallhilfe, für die Bergung des Fahrzeuges sowie das Abschleppen und Unterstellen bis zu bestimmten Höchstgrenzen. Außerdem übernimmt der Versicherer die Kosten für den Fahrzeugrücktransport, Mietwagen, Fahrzeugverzollung oder -verschrottung sowie den Ersatzteilversand. Vorgesehen sind auch personenbezogene Leistungen, wie Übernachtungskosten bei Panne und Unfall, Kosten für die Weiter- und die Rückfahrt, den Krankenrücktransport, die Rückholung von Kindern bis zur Hilfe im Todesfall. Die Kontaktaufnahme in solchen Notfällen erfolgt über das Servicecenter des Versicherers oder über ®Notfon D. Der Autoschutzbrief wird in der Regel zusammen mit der Kfz-Haftpflichtversicherung, manchmal auch der Vollkasko, abgeschlossen.
  • AVAD

    Die “Auskunftsstelle über Versicherungs-Bausparkassenaußendienst und Versicherungsmakler in Deutschland e.V.” (AVAD) dient dem Ziel, dass nur vertrauenswürdige Personen im Versicherungsaußendienst (Vertreter und Makler) tätig sind. Die AVAD vermittelt als Selbsthilfeeinrichtung der Assekuranz nur Auskünfte an Unternehmen, die etwa dem GDV oder seinen Fachverbänden angehören und am AVAD-Verfahren teilnehmen. Die Unternehmen sind verpflichtet, vor Vertragsabschluss mit einem Bewerber für die hauptberufliche Tätigkeit im Versicherungsaußendienst auf gesondertem Formular Auskunft bei der AVAD einzuholen. Bei mehrstufigen Vermittlungsverhältnissen gilt dies auch für Untervertreter. Satzungsgemäß hat sich die AVAD ausdrücklich zu einem Auskunftsverfahren nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes verpflichtet.
  • Avalkredit

    Siehe Kautionsversicherung
B
  • Basisrente

    Die Basisrente, deren Beiträge ebenso wie die zur gesetzlichen Rentenversicherung teilweise steuerfrei eingezahlt werden können, dient seit dem 1. Januar 2005 als Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Mit diesem neuen Produkt will der Gesetzgeber die private Altersvorsorge verstärkt fördern und die neuen Lücken der gesetzlichen Rente ausgleichen. Die Basisrente ist eine private, freiwillige, staatlich geförderte Leibrentenversicherung. Der Vertrag kann nur bei einem Lebensversicherer oder einer berufsständischen Versorgungseinrichtung abgeschlossen werden und er muss eine monatliche lebenslange Leibrente ab Vollendung des 60. Lebensjahres oder später vorsehen. Die Basisrente muss im Falle der Arbeitslosigkeit nicht verwertet werden.
  • Baudarlehen

    Sie werden zusammen mit einer Kapitallebensversicherung vereinbart und durch eine Hypothek gesichert. Es sind Versicherungsbeiträge und Zinsen zu bezahlen. Zur Tilgung der Hypothek dient die Versicherungsleistung am Ende der Vertragsdauer. Stirbt der Versicherte vorzeitig, wird die Hypothek sofort getilgt, und die Familie ist schuldenfrei, sofern die Höhe der Versicherungssumme und der Hypothek übereinstimmen.
  • Beispielrechnung

    (auch Modellrechnung oder Leistungsdarstellung) Wichtiges Kriterium für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit eines Unternehmens ist die Höhe der Überschussbeteiligung. Vor Vertragsabschluß werden von den Versicherungsunternehmen i.d.R. sogenannte Beispielrechnungen erstellt. Diese zeigen, wie sich die Leistungen eines in der Vergangenheit abgeschlossenen Vertrages durch die Überschussbeteiligung des Unternehmens tatsächlich erhöht haben. Sie zeigen ferner die mögliche künftige Entwicklung der Überschussbeteiligung. Aus diesen Darstellungen wird ersichtlich, wie sich das Überschussbeteiligungssystem, das von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein kann, auf einen Lebensversicherungsvertrag auswirkt.
  • Beitrag

    Versicherungsbeitrag, häufig auch “Prämie” genannt; Preis für den Versicherungsschutz. Während man unter dem “Brutto-Beitrag” die gesamte Beitragseinnahme versteht, umfaßt der “verdiente Beitrag” die auf das Geschäftsjahr entfallende Beitragseinnahme, das heißt die Prämieneinnahme unter Berücksichtigung der Veränderungen des technischen Rechnungsabgrenzungspostens Beitragsüberträge. Der “verdiente Netto-Beitrag” ist die auf das Geschäftsjahr entfallende Beitragseinnahme für eigene Rechnung (nach Abzug der Rückversicherung). Unter den “gebuchten Beiträgen” versteht man die von den Versicherungsnehmern selbst aufgebrachten Beiträge. Das sind die Beiträge ohne “Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB)”. In der Lebens- und in der Privaten Krankenversicherung sind Beiträge aus RfB Überschußanteile, die als Versicherungsbeitrag verwendet werden. Den Zahlen der Verbandsstatistik liegen, wenn nichts anderes vermerkt ist, die gebuchten Beiträge zugrunde.
  • Beitragsbemessungsgrenze, gesetzliche Rentenversicherung

    Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Grenze, bis zu der Arbeitsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert werden muss bzw. versicherbar ist. Für höheres Arbeitsentgelt bzw. Arbeitseinkommen sind keine Beiträge zu zahlen. Überschreitet das Arbeitsentgelt die Beitragsbemessungsgrenze, so ändert dies nichts an der Versicherungspflicht des Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung. Wegen der unterschiedlichen hohen Einkommen in Ost- und Westdeutschland existieren unterschiedlich hohe Beitragsbemessungsgrenzen in Ost und West. Die Beitragbemessungsgrenze wird jährlich an die Entwicklung der Arbeitsentgelte angepasst. In den letzten 20 Jahren betrug sie das 1,8- bis 1,9-fache des jeweiligen Durchschnittsentgelts.
  • Beitragseinnahmen

    Zu unterscheiden ist zwischen Brutto- und Nettobeiträgen. Die Differenz zwischen beiden besteht in dem Beitrag, den der Erstversicherer für die Rückversicherung seiner Risiken entrichtet. In der Verbandsstatistik: Brutto-Beitragseinnahmen aus dem selbst abgeschlossenen (direkten) Versicherungsgeschäft, also ohne Abzug des in Rückdeckung gegebenen (passiven) Versicherungsgeschäfts. In den Jahresabschlüssen der Versicherungsunternehmen: Brutto-Beitragseinnahme aus dem selbst abgeschlossenen (direkten) Versicherungsgeschäft und dem in Rückdeckung übernommenen (indirekten) Geschäft, das heißt ohne Abzug des in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäfts.
  • Beitragskalkulation

    Die Unternehmen der Individualversicherung fassen bei der Berechnung der Beiträge jeweils gleiche Risiken zusammen. Die Bildung “homogener” Risikogruppen gilt für alle Versicherungszweige. Auf diese Weise wird Beitragsgerechtigkeit erzielt: Jeder Angehörige einer Risikogruppe zahlt einen der Schwere seines Risikos entsprechenden Versicherungsbeitrag. In der Privaten Krankenversicherung äußert sich das statistische Risiko von Erkrankungen vor allem in den Merkmalen Alter und Geschlecht. In der Kfz-Haftpflichtversicherung wird nach Fahrzeugarten unterschieden, ferner nach Kriterien wie Motorstärke, Schadenfreiheit, Region, Berufsgruppe (Beamte, Landwirte, Sonstige). Generell gilt: Je geringer das Risiko, desto geringer sind auch die Beiträge und umgekehrt. Hingegen ist die Sozialversicherung in starkem Maße vom Solidaritätsprinzip geprägt: Die Beiträge der Arbeitnehmer richten sich nach der Einkommenshöhe. Wer wenig verdient, zahlt auch weniger. Dies wirkt sich zwar auf die Höhe von Rente und Arbeitslosengeld aus, doch eine Leistungsäquivalenz ist nur bedingt vorhanden. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Leistungen sogar für alle Mitglieder praktisch gleich.
  • Beitragsüberträge

    Der Teil der bereits vom Versicherer “vereinnahmten” Beiträge, der auf die Risikoperiode(n) nach dem Bilanzstichtag entfällt; in der Fachsprache “der am Bilanzstichtag noch nicht verdiente Beitrag”.
  • Beleihung der Lebensversicherung

    Die Beleihung eines Lebensversicherungsvertrages, auch “Policendarlehen” genannt, ist maximal bis zur Höhe des Rückkaufswertes möglich. Dies ist meist günstiger als ein Bankkredit. Beleihbar sind allerdings nur Lebensversicherungen, die einen Sparvorgang enthalten.
  • Berufsunfähigkeit

    Die andauernde Beeinträchtigung der Berufsfähigkeit durch Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall. Gegen Berufsunfähigkeit kann man sich im Rahmen einer Zusatzversicherung zur Kapital-, Renten- oder Risiko-Lebensversicherung oder über einen selbstständigen Vertrag (Selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung) absichern. Der Versicherungsfall liegt im Allgemeinen bei mindestens 50 Prozent Berufsunfähigkeit vor. Soweit vertraglich vereinbart, wird auch bei der Zusatzversicherung eine Rente ausgezahlt. Die weitere Beitragszahlung entfällt.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung

    Mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung schützt man sich gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit. Im Versicherungsfall wird ohne weitere Beitragszahlungen eine Rente in der Regel ab einer mindestens 50prozentigen Berufsunfähigkeit in der vereinbarten Höhe gezahlt.
  • Berufsunfähigkeitszusatzversicherung

    Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist seit Januar 2001 noch wichtiger geworden. Für alle nach 1961 Geborenen wurde der gesetzliche Berufsunfähigkeitsschutz gestrichen und durch eine zweistufige Erwerbsminderungsrente ersetzt. Die volle Rente erhält nur noch, wer keine drei Stunden pro Tag arbeitsfähig ist. Berufseinsteiger müssen in der Regel mindestens fünf Jahre sozialversicherungspflichtig berufstätig sein, bevor sie überhaupt einen Anspruch haben. Diese gesetzlichen Lücken sollten daher über privaten Versicherungsschutz ausgeglichen werden. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung wird in zwei Varianten angeboten: als Zusatzversicherung zu einer Lebens- oder einer privaten Rentenversicherung und als eigenständiger Vertrag. Im Leistungsfall wird nach Vereinbarung eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt.
  • Betriebliche Altersversorgung

    Seit Januar 2002 wird die betriebliche Altersversorgung besonders gefördert. Jeder Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch auf die Umwandlung eines Teils seines Lohnes oder Gehaltes in Vorsorgebeiträge. Nach dem Alterseinkünftegesetz können maximal vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahr 2006 entspricht dies 2520 Euro steuerfrei und bis 2008 sozialversicherungsfrei in eine Betriebsrente eingezahlt werden. Weitere Beiträge in Höhe von 1.800 Euro sind zusätzlich steuerfrei möglich. Drei unterschiedliche Formen der betrieblichen Altersversorgung werden speziell gefördert: Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds
  • Betriebskosten

    Auch mißverständlicherweise Verwaltungskosten genannt; Kosten des Versicherungsbetriebs, insbesondere Kosten für den Abschluß, das Inkasso, die Bestandsführung und die Vermögensverwaltung, ferner Kosten für die Bearbeitung der Beitragsrückerstattung und der Rückversicherung.
  • Betriebskostensatz

    Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb bezogen auf die gebuchten Brutto-Beiträge.
  • Betriebsunterbrechungsversicherung

    Schützt gegen Ertragsausfälle, wenn durch Eintritt eines in den zu Grunde liegenden Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) definierten Sachschadens (z.B. Feuer oder Sturm) die Gewinne und weiterlaufenden Kosten ( z.B. Löhne und Gehälter) nicht mehr erwirtschaftet werden können.
  • Bezugsrecht

    Unter Bezugsrecht bei Lebensversicherung wird das Recht verstanden, über die fällige Leistung aus der Lebensversicherung zu verfügen. Bei Fälligkeit erhält also der Bezugsberechtigte das Geld von der Versicherung. Das ist im Erlebensfall zumeist der Versicherungsnehmer selbst. Für den vorzeitigen Todesfall kann ein zusätzlicher Bezugsberechtigter angegeben werden, der im Versicherungsschein namentlich genannt werden sollte. Die Bezugsberechtigung kann widerruflich oder unwiderruflich eingetragen werden. Im letzteren Fall kann sie nur mit Einverständnis des unwiderruflich Bezugsberechtigten geändert werden.
  • Bodenkaskoversicherung

    Versichert sind spezielle Kosten für die Dekontamination von Erdreich. Voraussetzungen sind eine plötzliche und unerwartete Beschädigung oder Zerstörung einer Sache des Versicherungsnehmers sowie das Vorliegen einer behördlichen Sanierungsanordnung. Mitversichern lassen sich auch Kontaminationen als Folge von Fehlbedienung oder Fehlfunktion bestimmter Einrichtungen oder Anlagen.
  • Bonussystem

    siehe Überschussbeteiligung
  • Brutto/Netto

    In der Assekuranz bedeutet “Brutto” die Darstellung der versicherungstechnischen Positionen vor Rückversicherungsabgabe (Bruttobeitrag, Bruttoschaden etc.). Entsprechend bedeutet “Netto” die Darstellung der Positionen nach Berücksichtigung der Rückversicherung, das heißt “für eigene Rechnung” (Selbstbehalt).
  • Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

    Durch das Gesetz über die integrierte Finanzdienstleistungsaufsicht vom 22. April 2002, wurde zum 1. Mai 2002 die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gegründet. Unter dem Dach der neuen Anstalt sind die Aufgaben der ehemaligen Bundesaufsichtsämter für das Kreditwesen (BAKred), das Versicherungswesen (BAV) und den Wertpapierhandel (BAWe) zusammengeführt worden. Damit existiert in Deutschland eine staatliche Aufsicht über etwa 2700 Kreditinstitute, 800 Finanzdienstleistungsinstitute und mehr als 700 Versicherungsunternehmen, die sektorübergreifend den gesamten Finanzmarkt umfasst. Mit Einrichtung der BaFin wurden zentrale Aufgaben des Kundenschutzes und der Solvenzaufsicht gebündelt. Bezogen auf die Versicherungswirtschaft hat die BaFin neben einer allgemeinen rechtlichen Aufsicht auch die Finanzaufsicht über die Versicherer. Damit unterliegt die Assekuranz auch nach Vollendung des Binnenmarktes wie keine andere Branche der staatlichen Aufsicht. Die Anstalt beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter, sie hat ihre Dienstsitze in Bonn und Frankfurt am Main.
D
  • D&O-Versicherung (Directors and Officers Liability Insurance)

    Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für die Unternehmensleiter (Vorstand, Geschäftsführer, Aufsichtsrat) abschließt. Sie deckt gegen die Unternehmensleiter gerichtete Haftpflichtansprüche. Versicherungsfall ist die erstmalige Geltendmachung eines Haftpflichtanspruchs gegen eine versicherte Person während der Versicherungsdauer (Anspruchserhebungs- oder claims made-Prinzip).
  • Deckungskapital

    siehe Deckungsrückstellung
  • Deckungsrückstellung

    Der nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelte Kapitalwert der bestehenden Verpflichtungen zur Zahlung von Versicherungsleistungen und Rückgewährbeträgen in der Lebens-, Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung. In der Lebensversicherung die aus der Versicherungssumme abgeleitete bilanzielle zeitanteilige Leistungsverpflichtung der Unternehmen gegenüber den Kunden. Der bei der Berechnung dieser Verpflichtung zugrunde liegende Zins wird als Rechnungszins bezeichnet. Strenge Vorschriften für die Berechnung der Deckungsrückstellung sowie der für ihre Einhaltung sog. Verantwortliche Aktuar und die Anlage des zum Deckungsstock gehörenden Vermögens stellen für den Versicherungsnehmer eine wichtige Garantie für die Erfüllbarkeit seiner vertraglichen Ansprüche dar.
  • Dienstleistungsfreiheit

    Das Recht eines jeden EU-Versicherers, in einem anderen EU-Land Versicherungsgeschäfte zu betreiben, ohne dort niedergelassen zu sein; seit 1. Juli 1994 realisiert.
  • Direktes Geschäft

    Selbst abgeschlossenes Geschäft der Erstversicherer; im Gegensatz zum indirekten, das heißt in Rückdeckung genommenes Geschäft von Rück- und Erstversicherern.
  • Direktgutschrift

    Der von den Lebensversicherungsunternehmen erwirtschaftete Überschuss wird zum überwiegenden Teil der “Rückstellung für Beitragsrückerstattung” (RfB) zugeführt, aus der die Überschussanteile der einzelnen Versicherungsnehmer gespeist werden. Ein anderer Teil des Überschusses wird den Versicherungsnehmern unmittelbar über die sogenannte Direktgutschrift gutgeschrieben.
  • Direktversicherer

    1) Erstversicherer im Gegensatz zum Rückversicherer. 2) Versicherer ohne Außendienst (“Direktvertrieb”). 3) Direktversicherung ist außerdem die Bezeichnung für Lebensversicherungsverträge im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (siehe dort).
  • Direktversicherung

    Die Direktversicherung ist eine Form der Betriebsrente, die vor allem von kleineren und mittelständischen Unternehmen genutzt wird. Entweder zahlt der Betrieb die Beiträge für den Arbeitnehmer (etwa anstelle einer Gehaltserhöhung) oder der Arbeitnehmer übernimmt sie selbst in Form einer Entgeltumwandlung. Bei diesem Durchführungsweg schließt der Arbeitgeber bei einem Lebensversicherer per Einzel- oder Gruppenvertrag Lebensversicherungen für seine Arbeitnehmer ab. Versicherungsnehmer und Beitragsschuldner ist der Arbeitgeber Begünstigter der Arbeitnehmer.
  • Direktvertrieb

    Vertrieb ganz ohne oder mit nur sehr wenigen Versicherungsvertretern. Vertragsabschluß erfolgt in aller Regel auf dem Postweg.
  • Doppelkarte

    Seit 2003 gibt es keine Doppelkarte mehr, sondern nur noch eine einfache Versicherungsbestätigungskarte. Inzwischen ist es vielfach auch möglich, die vom Versicherer per E-Mail übermittelte Versicherungsbestätigungskarte für die Kfz-Zulassung am eigenen Drucker auszudrucken.
  • Drei-Säulen-System

    Die Kombination von gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersversorgung und Lebensversicherung, die heute weitgehend üblich ist, nennt der Fachmann Drei-Säulen-System der Alters-, Invaliditätsund Hinterbliebenenvorsorge. Eine umfassende Absicherung, um vor allem im Alter den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten, ist allein mit der gesetzlichen Rentenversicherung nicht zu erzielen.
  • Durchschnittseinkommen

    Das Durchschnittseinkommen, genauer das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt der GRV-Versicherten, hat Einfluss auf die Rentenhöhe. Bei der Rentenberechnung werden für jedes einzelne Kalenderjahr Entgeltpunkte errechnet und dem Konto des Versicherten gutgeschrieben. Dabei wird das individuelle Bruttoarbeitsentgelt des Versicherten durch das jeweilige Durchschnittsentgelt aller Versicherten geteilt.
  • Dynamische Lebensversicherung

    Auch Zuwachs- oder Anpassungsversicherung genannt; Beitrag und Versicherungssumme werden in regelmäßigen Abständen erhöht. Maßstab dafür ist meistens die Entwicklung des Höchstbeitrags in der gesetzlichen Rentenversicherung. Einige Lebensversicherer empfehlen für die Dynamisierung auch feste Prozentsätze. Üblich ist mittlerweile die Kombination beider Erhöhungsformen.
E
  • Ehegattensplitting

    Das Ehegattensplitting ist ein besonderer, in § 32a Abs. 5 EStG geregelter Einkommensteuertarif. Er berücksichtigt bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten den Ehegattenunterhalt bei intakter Ehe und führt in den Fällen unterschiedlich hoher Einkommen der Ehegatten zu einem Entlastungseffekt bei der tariflichen Einkommensteuer. Dieser Entlastungseffekt wird umso größer, je weiter die Einkommen beider Ehegatten voneinander differieren. Sind die Einkommen beider Ehegatten gleich hoch, so ist die Gesamtbelastung bei der Anwendung des Ehegattensplittings genau so hoch wie bei der getrennten Veranlagung der Ehegatten.
  • Eigenbehalt

    Auch Selbstbehalt; 1) Anteil des Versicherungsnehmers am Schaden in Euro oder Prozent. 2) Teil des Risikos, den der Erstversicherer nicht rückversichert, sondern selbst behält.
  • Einlösungsbeitrag

    So wird der erste Beitrag genannt, der zu Beginn des ersten Zahlungsabschnittes fällig ist. Er ist von ausschlaggebender Bedeutung. Erst wenn er in Händen des Versicherungsunternehmens ist, besteht Versicherungsschutz. Auch alle Folgebeiträge sind zu Beginn des jeweiligen Zahlungsabschnitts zu zahlen. Das kann monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich sein. (vgl. vorläufiger Versicherungsschutz und Widerrufsrecht).
  • Einmalbeitragsversicherung

    Das ist eine Lebensversicherung, deren Beiträge bei Vertragsabschluss in einer Summe bezahlt werden. So wird z.B. bei Eintritt in den Ruhestand häufig eine Rentenversicherung (sofort beginnende Leibrente) abgeschlossen, indem einmalig ein Beitrag bezahlt wird. Dazu kann man auch die Leistung aus einer Kapitalversicherung heranziehen, d.h., nach Vertragsablauf kann man die Kapitalversicherung in eine sofort beginnende Rentenversicherung umwandeln.
  • Eintrittsalter

    Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn. Neben dem Eintrittsalter gibt es noch das versicherungstechnische Alter, das ggf. vom Eintrittsalter leicht abweichen kann.
  • Elektronische Signatur

    Auch digitale Signatur: Sie ersetzt in der digitalen Kommunikation die eigenhändige Unterschrift und gewährleistet zugleich, dass die Willenserklärung einer Person in unveränderter Form zugeordnet werden kann (Identität und Integrität). Besondere Bedeutung hat dies im elektronischen Geschäftsverkehr, z. B. beim Abschluss von Versicherungen über das Internet.
  • Elementarschadenversicherung

    Sammelbegriff für die Versicherung gegen Folgen von Naturereignissen, wie Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdfall, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen, Vulkanausbruch. Viele Versicherer bieten seit einigen Jahren zusätzlich zur Sturm- und Hagelversicherung eine erweitere Elementarschadenversicherung für Hausrat, Wohngebäude, gewerbliche und industrielle Risiken an.
  • Endalter

    Alter des Versicherten beim regulären Vertragsende.
  • Entgeltpunkte

    Entgeltpunkte sind ein Bestandteil der Rentenformel. Je höher die Zahl der Entgeltpunkte ist, die ein Versicherter während seines Erwerbslebens erwirbt, desto höher fällt seine gesetzliche Rente aus. Grundsätzlich werden Entgeltpunkte erworben, indem Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung entrichtet werden. Je höher dabei das Einkommen des Versicherten im Vergleich zum Durchschnittseinkommen aller Versicherten ist, desto mehr Entgeltpunkte werden ihm gutgeschrieben.
  • Erlebensfall

    So wird der Versicherungsfall bezeichnet, bei dem die versicherte Person den regulären Vertragsablauf erlebt. Im Allgemeinen weisen die Versicherungsunternehmen ihre Kunden rechtzeitig auf den Vertragsablauf hin. Um die Versicherungsleistung zu erhalten, muss man den Versicherungsschein an das Unternehmen senden und angeben, wohin die Versicherungsleistung überwiesen werden soll.
  • Ersetzende Altersvorsorge

    Die gesetzliche Rentenversicherung wird auf lange Sicht nicht mehr das Versorgungsniveau von heute leisten können. Gemessen an dem heutigen Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung entsteht somit eine Versorgungslücke. Private oder betriebliche Altersvorsorge, die zum Ziel hat, die durch die Senkung des Rentenniveaus entstehende Versorgungslücke zu schließen, bezeichnet man als ersetzende Altersvorsorge ihr kommt im Verhältnis zur gesetzlichen Rente eine Ersatzfunktion zu, sie wird deshalb staatlich gefördert. Von der ersetzenden unterscheidet man die ergänzende Altersvorsorge. Darunter ist der Teil der Altersvorsorge zu verstehen, der die Versorgungslücke zwischen dem heutigem Leistungsniveau der gesetzlichen Rente und dem gewünschten Niveau der Alterssicherung schließen soll.
  • Erstversicherung

    Selbst abgeschlossenes oder auch “direktes Geschäft” genannt; Versicherungsgeschäft zwischen Unternehmen und natürlichen Personen einerseits und Versicherern andererseits. Der Erstversicherer kann das versicherungstechnische Risiko bei einem weiteren Versicherer versichern. Diese Rückversicherung wird auch als abgegebene oder passive Rückversicherung bezeichnet.
  • Erwerbsminderungsrente

    Die Erwerbsminderungsrente ist in der gesetzlichen Rentenversicherung seit Januar 2001 für alle nach 1961 Geborenen Ersatz für die Berufsunfähigkeitsrente. Leistungen gibt es nur dann, wenn die Betroffenen weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können. Diese Regelungen gelten unabhängig von der vorigen beruflichen Tätigkeit.
  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung

    Eine Variante der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, die immer dann Leistungen gewährt, wenn der Versicherte nicht mehr arbeitsfähig ist. Welchen Beruf er vorher ausgeübt hat, spielt anders als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung keine Rolle.
  • Europäischer Unfallbericht

    In ihm sind alle wichtigen Fragen zum Autounfall zusammengefasst. Beide Unfallbeteiligten füllen ihn aus. Er sieht europaweit identisch aus.
  • Extended Coverage

    EC-Versicherung; die Versicherung zusätzlicher Gefahren (innere Unruhen, böswillige Beschädigung, Streik, Aussperrung, Fahrzeuganprall, Rauch, Überschallknall, Sprinkler-Leckage, Leitungswasser, Sturm, Hagel). Ergänzung zur Feuer- oder Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung für Industrie- und Handelsbetriebe. Über eine Klausel können zusätzliche Gefahren versichert werden: Überschwemmung, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch.
  • Extremus

    Spezialversicherer gegen Terrorismusschäden. Abgedeckt sind Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungsschäden durch Terroranschläge bei allen Sachrisiken, deren Versicherungssumme oberhalb von 25 Millionen Euro liegt.
F
  • Fahrradversicherung

    Abgedeckt sind der Verlust oder die Beschädigung des versicherten Fahrrades durch Diebstahl und weitere Gefahren, z.B. Raub, Unterschlagung, Verwechslung, Brand, Blitzschlag, Explosion oder Unfälle aller Art. Der Versicherung kann auf Basis des Zeitwertes oder des Neuwertes genommen werden, die Entschädigung wird als Naturalersatz oder in Geld geleistet. Die Fahrradversicherung wird häufig gemeinsam mit einer Haftpflichtversicherung und einer Unfallversicherung für Fahrradfahrer angeboten.
  • Fahrzeugteilversicherung

    Auch Teilkasko genannt. Sie deckt insbesondere Schäden durch Brand, Explosion, Diebstahl, Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung und Zusammenstoß mit Haarwild. Meist wird ein Selbstbehalt vereinbart.
  • Fahrzeugvollversicherung

    Auch Vollkasko genannt. Sie bezahlt über den Leistungsumfang der Fahrzeugteilversicherung hinaus Schäden durch Vandalismus und durch selbstverschuldete Unfälle. Für unfallfreies Fahren werden Schadenfreiheitsrabatte eingeräumt. Die Prämie kann durch Selbstbehalte in verschiedener Höhe gesenkt werden.
  • Feuerrohbauversicherung

    Ein Bauherr muss seinen Rohbau gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion extra versichern. Viele Banken geben ohne diese Versicherung keinen Kredit. Das Risiko, dass der Rohbau abbrennt, ist mit einer Feuerversicherung versicherbar. Eine Wohngebäudeversicherung schließt in der Regel eine Feuerversicherung für den Rohbau ein. Deshalb empfiehlt es sich diese bereits bei Baubeginn abzuschließen.
  • Feuerschutzsteuer

    Von der Beitragseinnahme aus Verträgen zur Feuer- und Betriebsunterbrechungsversicherung haben die Versicherungsunternehmen die den Ländern zustehende Feuerschutzsteuer zu zahlen. Das gleiche gilt für die Verbundene Wohngebäude- und Verbundene Hausratversicherung, sofern das Feuerrisiko mitversichert ist. In diesen Fällen unterliegen bei Gebäudeversicherungen 25 Prozent und bei Hausratpolicen 20 Prozent des Versicherungsbeitrags der Feuerschutzsteuer. Der Steuersatz selbst beträgt seit 1. Juli 1994 generell 8 Prozent. Anders als bei der Versicherungsteuer ist das Versicherungsunternehmen der Steuerschuldner.
  • Feuerversicherung

    Versicherung gegen Schäden durch die Gefahren Brand, Blitzschlag, Explosion und Absturz von Luftfahrzeugen für Gebäude und bewegliche Sachen. Als eigener Versicherungszweig hat die Feuerversicherung Bedeutung für die Versicherung industrieller, gewerblicher und landwirtschaftlicher Feuerrisiken. Daneben ist das Feuerrisiko in der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung gedeckt.
  • Flexible Altersgrenze

    Wer sich vor dem 65. Geburtstag zur Ruhe setzen will, dem räumen die meisten Lebensversicherungsunternehmen die sogenannte flexible Altersgrenze ein: Der Vertrag kann innerhalb der letzten Versicherungsjahre (Anzahl der Jahre bei den Unternehmen verschieden) ohne Nachteile (Stornoabzug) beendet werden, sofern die versicherte Person das 60. Lebensjahr vollendet hat und der Vertrag mindestens zwölf Jahre besteht. Es wird das volle Deckungskapital zuzüglich Schlussüberschussanteile ausgezahlt. Jedoch muss diese vorzeitige Auszahlung aufgrund des Zinseffektes zwangsläufig geringer sein als die reguläre Ablaufleistung.
  • Flusskaskoversicherung

    Kaskoversicherung von gewerblich genutzten Binnenschiffen
  • Frachtführer-Haftpflicht-Versicherung

    Versicherung der Haftung der Frachtführer aus Verkehrsverträgen (ein Zweig der Verkehrshaftungsversicherung)
G
  • Gebuchte Beiträge

    Die von den Versicherungsnehmern selbst aufgebrachten Versicherungsbeiträge; in der Verbandsstatistik Beiträge im Kalenderjahr ohne Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (Lebens und private Krankenversicherung), aber einschl. Nebenleistungen.
  • Gefährdungshaftung

    Viele Unfälle sind nicht auf ein Verschulden zurückzuführen. Verletzte und Geschädigte haben dennoch Anspruch auf Entschädigung, wenn eine Gefährdungshaftung des Unfallverursachers in Frage kommt. Die Gefährdungshaftung lässt den Halter einer Gefahrenquelle für Schäden einstehen, in denen sich deren Risikopotential verwirklicht hat. Bei Autounfällen ist dies beispielsweise die Betriebsgefahr des Fahrzeugs. Der Halter kann sich von der Gefährdungshaftung befreien, wenn der Unfall auf ein unabwendbares Ereignis zurückzuführen ist. Dieser Einwand ist jedoch nur bei Unfällen zwischen motorisierten Verkehrsteilnehmern zulässig. Gegenüber Fußgängern, Radfahrern und anderen nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern kann nach neuem Schadensrecht nur noch höhere Gewalt eingewendet werden.
  • Gefahrengemeinschaft

    Kennzeichnet den Grundgedanken jeder Versicherung: die Bedrohung einer Mehrheit von Personen durch ein und dieselbe Gefahr, deren Verwirklichungsrisiko vom Versicherer gegen Zahlung von Versicherungsbeiträgen übernommen wird.
  • Geldanlage

    Die Anlagepolitik der Lebensversicherungsunternehmen unterliegt den Vorschriften des Versicherungs-Aufsichtsgesetzes. Bei der Kapitalanlage werden möglichst große Sicherheit, Rentabilität, Liquidität und angemessene Mischung und Streuung verlangt. Die bevorzugten Anlageformen sind: Schuldscheindarlehen an Bund, Länder, Gemeinden und Industrieunternehmen, festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und Hypothekendarlehen sowie Grundbesitz. Dass die Vermögenswerte ordnungsgemäß angelegt sind, darüber wacht ein Treuhänder.
  • Generationenvertrag

    siehe Sozialversicherung
  • Gesetz der großen Zahl

    Grundgesetz der Versicherungswirtschaft, wahrscheinlichkeitstheoretische Vorhersage über den künftigen Schadenverlauf: Je größer die Zahl der erfaßten Personen, Güter und Sachwerte, die von der gleichen Gefahr bedroht sind, desto geringer ist der Einfluß von Zufälligkeiten. Betrachtungen über den Zufall beim Würfelspiel führten zum Entstehen der Wahrscheinlichkeitsrechnung, mit deren Hilfe Voraussagen über die Häufigkeit von Zufallsereignissen möglich sind. Als eigentlicher Schöpfer der Wahrscheinlichkeitsrechnung gilt der Franzose Blaise Pascal (1623-1662). Das Gesetz der großen Zahl sagt nichts darüber aus, wer von einem Schaden getroffen wird, wohl aber, wie viele der in der Risikogemeinschaft Zusammengeschlossenen von einem bestimmten Unglücksfall ereilt werden.
  • Gesetzliche Arbeitslosenversicherung

    Zweig der Sozialversicherung, mindert die finanziellen Folgen von Arbeitslosigkeit und fördert die Integration in den Arbeitsmarkt. Die wichtigsten Leistungen: Zahlung von Arbeitslosengeld bzw. Arbeitslosenhilfe, Berufsberatung, Arbeitsvermittlung, Förderung der beruflichen Qualifikation. Übrigens: Während für die vier anderen Zweige der Sozialversicherung ein privates Gegenstück existiert, steht die gesetzliche Arbeitslosenversicherung ohne ein privates Pendant da. Die Erklärung: Das Risiko der Arbeitslosigkeit lässt sich nur über eine Versicherungspflicht und einen Solidarausgleich, kaum aber versicherungsmathematisch erfassen und kalkulieren.
  • Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

    Zweig der SozialV, kommt für die Krankheitskosten auf, die ihren Mitgliedern und Familienangehörigen in der Bundesrepublik Deutschland und teilweise auch im Ausland entstehen. Leistungsschwerpunkte bilden die ärztliche und zahnärztliche Behandlung, die Arzneimittelversorgung und die Krankenhauspflege. Erbracht werden auch Leistungen zur Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation sowie bei Mutterschaft und – eingeschränkt – bei Tod.
  • Gesetzliche Pflegeversicherung

    Jüngster Zweig der Sozialversicherung, wurde erst 1995 eingeführt. Die Leistungen richten sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit und sind nach oben begrenzt. (siehe Pflegepflichtversicherung)
  • Gesetzliche Rentenversicherung

    Die Rentenversicherung gehört zu den Sozialversicherungen und ist Pflicht für jeden Arbeitnehmer. Sie gewährt Altersrente, Hinterbliebenenrente und schützt bei geminderter Erwerbsfähigkeit. Die Beiträge werden je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Das deutsche Rentensystem basiert auf dem Umlageverfahren. Dabei finanzieren die heute Erwerbsfähigen die Rente der jeweiligen Ruheständler. Dieser so genannte Generationenvertrag hat in der Vergangenheit gut funktioniert, ist aber mittlerweile brüchig geworden. Ursache dafür sind die hohe Arbeitslosigkeit, die sinkende Geburtenrate und das kontinuierliche Ansteigen der Lebenserwartung. Vor diesem Hintergrund werden die private und die betriebliche Altersversorgung immer wichtiger.
  • Gesetzliche Unfallversicherung

    Zweig der SozialVersicherung, kommt nach berufsbedingten Unfällen für die Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit und, in schweren Fällen, für Unfallrenten auf. Bei Wegeunfällen und Berufskrankheiten wird ebenfalls gezahlt. Seit 1971 sind Schüler, Studenten und Kinder im Kindergarten auf Staatskosten ebenfalls versichert – in den Ausbildungsstätten, auf dem Weg dorthin und zurück.
  • Gesundheitsprüfung

    Eine Gesundheitsprüfung ist im Allgemeinen die Voraussetzung für den Abschluss einer Lebensversicherung. Im Normalfall genügt die Beantwortung einiger Gesundheitsfragen der zu versichernden Person (vergleiche ärztliche Untersuchung).
  • Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung (Öltankversicherung)

    Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sieht in § 22 Abs. 2 WHG eine verschuldensunabhängige Haftung für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden Dritter vor, wenn gewässerschädliche Stoffe aus einer Anlage (z. B. Öltank) in ein Gewässer bzw. das Grundwasser gelangen. Für die Folgen eines solchen Gewässerschadens kann der Inhaber einer Öltankanlage eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung (Öltankversicherung) abschließen.
  • Gewinn- und Verlustrechnung

    Jahreserfolgsrechnung im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Jahresabschlusses, bestehend aus einem versicherungstechnischen und einem allgemeinen Teil.
  • Gliedertaxe

    Tabelle der Unfallversicherer zur Bemessung der Invalidität. Die Gliedertaxe ist eine Tabelle, anhand derer in der privaten Unfallversicherung der Invaliditätsgrad bemessen wird. Dieser bestimmt maßgeblich die Höhe der Invaliditätsleistung. Für den Fall des vollständigen Verlustes oder vollständiger Funktionsunfähigkeit bestimmter Gliedmaßen oder sonstiger Körperteile sind in dieser Tabelle feste Invaliditätsgrade angegeben, zum Beispiel beträgt der Invaliditätsgrad bei Verlust eines Daumens 20 Prozent, eines Armes 70 Prozent, bei Verlust der Sehkraft auf einem Auge 50 Prozent und auf beiden Augen 100 Prozent.
  • Grobe Fahrlässigkeit

    Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt worden ist, d.h. wenn schon einfachste und naheliegenste Überlegungen nicht angestellt wurden und dasjenige nicht beachtet wurde, was im gegebenen Fall jeder Person klar sein musste. Neben dieser Form der besonders schweren Sorgfaltspflichtverletzung setzt die juristische Bewertung eines Verhaltens als grob fahrlässig zusätzlich das Vorliegen weiterer bestimmter Vorraussetzungen voraus. So müssen auch Umstände vorliegen, aus denen sich ein subjektiv unentschuldbares Verhalten des Versicherungsnehmers herleiten lässt. Subjektiv bedeutet in diesem Fall die Heranziehung individueller Kriterien wie Lebenserfahrung, Bildung, berufliche Stellung oder persönliche Fähigkeiten. Bei grober Fahrlässigkeit ist der Kaskoversicherer nach VVG § 61 leistungsfrei.
  • Grundfreibetrag

    Die vom Gesetz als Grundfreibetrag bezeichnete Nullzone des Einkommensteuertarifs (§ 32a Abs. 1 Nr. 1 EStG) soll den existenznotwendigen Grundbedarf des Steuerpflichtigen, im Falle des Ehegattensplittings auch den des Ehegatten steuerfrei stellen. Für den Veranlagungszeitraum 2002 beträgt er 7.235 , für Ehegatten, die die Zusammenveranlagung nach § 26b EStG gewählt haben, 14.470 .
  • Grüne Karte

    Die “Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr”, besser bekannt unter der Bezeichnung “Grüne Karte”, bescheinigt bei Auslandsreisen mit dem Kraftfahrzeug Versicherungsschutz in der Haftpflichtversicherung nach den Bestimmungen des jeweiligen Gastlandes; außerdem enthält sie wichtige Daten über Fahrzeug, Halter und dessen Versicherung. Grundlage für das Grüne-Karte-System ist das sogenannte Londoner Abkommen von 1949, dem alle europäischen Länder (Ausnahme: Russland) sowie eine Reihe von Mittelmeer-Anrainerstaaten und Staaten im Nahen Osten angehören. Anhand der Grünen Karte kann der deutsche Autofahrer einem von ihm Geschädigten die Adresse einer Regulierungshilfe im Gastland nennen. Ergänzt wurde das Londoner Abkommen 1974 durch das sogenannte Kennzeichen-Abkommen: Danach ist bei Kraftfahrzeugen aus den Unterzeichnerstaaten für die Einreise keine Grüne Karte mehr erforderlich. Verlangt wird sie noch bei Fahrten nach Albanien, Bosnien-Herzegowina, Iran, Israel, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Russland, Serbien/Montenegro, Tunesien, Türkei, Uraine und Weißrussland.Die Grüne Karte ist kostenlos beim Kfz-Haftpflichtversicherer erhältlich.
  • Güterversicherung

    siehe Warenversicherung
H
  • Hagelschäden

    In der Fahrzeugteilversicherung (Teilkasko) mitversichert. In der Verbundenen Wohngebäude- und in der Sturmversicherung lassen sie sich meist gegen einen geringen Beitragsaufschlag einschließen. Nach den Wohngebäudeversicherungsbedingungen (VGB ’88 und ’92) sind sie generell mitversichert. Auch die Hausratversicherung kommt für Schäden durch Hagel auf (VHB ’84/VHB ’92). Bei der “klassischen” Hagelversicherung handelt es sich um eine spezielle Form der landwirtschaftlichen Versicherung. Hier haftet der Versicherer für den Ertragsausfallschaden, der an den versicherten landwirtschaftlichen und gärtnerischen Erzeugnissen durch die Einwirkung des Hagelschlags entsteht.
  • Handyversicherung

    Je nach Versicherungsvertrag werden in der Regel weltweit Schäden an neuen Handys durch Sturz, Diebstahl und Wasser ersetzt. Aber auch Schäden durch Brand, Überspannung, Sturm und Hagel können mitversichert werden.
  • Hauptfälligkeit

    Ist der Termin, an dem die Jahresprämie fällig wird. Zu diesem Termin kann der Versicherungsvertrag gekündigt werden.
  • Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

    Abgedeckt werden die Risiken, die sich aus der Vermietung von Räumen, (Eigentums-) Wohnungen oder Häusern ergeben (z.B. wenn herabfallende Dachziegel einen Passanten treffen.)
  • Haushaltversicherung

    In der DDR vom damaligen staatlichen Versicherungsunternehmen angebotene Kombination einer Hausrat- und einer Privathaftpflichtversicherung.
  • Hausratversicherung

    Kombinierte Versicherung des Hausrats, die in der Regel folgende Gefahren umfasst: Brand, Blitzschlag, Explosion, Implosion und Absturz von Luftfahrzeugen, Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus, Leitungswasser, Rohrbruch und Frost, Sturm und Hagel. Versichert sind neben Zerstörung, Beschädigung und Abhandenkommen der versicherten Sachen auch verschiedene Kosten: z.B. Aufräumkosten, Schlossänderungskosten oder Bewachungskosten. Die Hausratversicherung ist eine Neuwertversicherung und eine Vollwertversicherung, d.h. die Versicherungssumme muss dem Wiederbeschaffungspreis gleichartiger neuer Sachen entsprechen, damit ausreichender Versicherungsschutz gegeben ist. Eine Unterversicherung kann vermieden werden, wenn eine Versicherungssumme von in der Regel 650 pro Quadratmeter Wohnfläche vereinbart wird.
  • Heiratskapitalversicherung

    Besondere Form der Lebensversicherung. Versicherungsleistung wird bei Heirat, spätestens (meist) zum 25. Geburtstag des Kindes fällig. Das Mädchen darf bei Vertragsabschluß nicht älter als 10, der Junge nicht älter als 12 Jahre sein. Versichert ist außerdem der Versorger (in der Regel ein Elternteil): Stirbt er vor Vertragsende, läuft die Versicherung beitragsfrei weiter.
  • Hypothekendarlehen

    siehe Baudarlehen
I
  • Indirektes Geschäft

    Von Erst- oder Rückversicherern in Rückdeckung genommenes Geschäft.
  • Individualversicherung

    Auch Vertrags- oder Privatversicherung genannt; Zweig der Vorsorge, der alle Versicherungseinrichtungen umfaßt, die nicht der Sozialversicherung zuzuordnen sind. Begriff stellt auf die individuelle Vertragsgestaltung des Versicherungsschutzes ab. Im Gegensatz zur Sozialversicherung ist die Individualversicherung grundsätzlich marktwirtschaftlich organisiert: Die wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen zwischen Versicherern und Kunden beruhen auf autonomen Entscheidungen. Einschränkungen der Autonomie ergeben sich aus der materiellen Staatsaufsicht über Versicherungsunternehmen und dem Versicherungsvertragsgesetz.
  • Industrieversicherung

    Kein einheitlicher Versicherungszweig, umfasst vielmehr die verschiedenen Deckungen industrieller Risiken (Feuer-, Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung, Haftpflicht-, Transportversicherung sowie Technische Versicherungen).
  • Invaliditätsgrad

    Der Anspruch auf Versicherungsleistungen richtet sich in der Unfall- und in der Berufsunfähigkeitsversicherung nach dem Grad der Invalidität. Die Unfallversicherung zahlt bei unfallbedingtem dauerndem Verlust der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit (Invalidität) die volle, bei Teilinvalidität zahlt sie den dem Grade der Invalidität entsprechenden Teil der Invaliditätsversicherungssumme (siehe auch “Gliedertaxe”). In der Berufsunfähigkeitsversicherung orientiert sich der Invaliditätsgrad an der Einschränkung der beruflichen Fähigkeiten infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls. Geleistet wird meist bei einer Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent.
  • ISOFIX

    Ein genormtes System zur Befestigung von Kindersitzen im Auto, durch das der Sitz fest mit dem Fahrzeug verbunden wird. Die einfache Handhabung minimiert das Risiko eines falschen Einbaus.
J
  • Jagd- und Sportwaffen-Versicherung

    Versichert werden Jagd- und Sportgewehre nebst dem bei normalem Gebrauch mitgeführten Zubehör (z.B. Zielfernrohr oder Rucksack) sowie die zum Jagd- und Sportgebrauch notwendige Munition sowie spezielle Kleidung. Die Entschädigung erfolgt zum Zeitwert, wobei je nach dem Alter der Waffen feste Abzüge “neu für alt” vereinbart werden.
  • Jahreseinheiten

    In der Kraftfahrt-Statistik sind die Jahreseinheiten die Fahrzeuge, die ein Jahr lang versichert sind. Ist das Fahrzeug beispielsweise nur drei Monate versichert, geht es als 0,25 Jahreseinheiten in die Statistik ein.
  • Juwelen- Schmuck- und Pelzsachenversicherung

    ( private Valoren-Versicherung) Sonderzweig der Transportversicherung, die Versicherungsschutz für Edelsteine, Juwelen, Perlen, Silber-, Gold- und Platin sowie sonstige Schmucksachen und Pelzen im Privatbesitz gewährt. Versicherungsschutz gilt sowohl stationär (Wohnung) als auch auf Reisen. (Vgl. gewerbliche Valoren-Versicherung)
K
  • Kapitalanlagen

    Die Versicherer, insbesondere die Lebensversicherungsunternehmen, haben das zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen angesammelte Vermögen nach den Vorschriften des Versicherungsaufsichtsgesetzes sicher, rentabel und liquide anzulegen. Sie sind dabei zu einer angemessenen Mischung und Streuung der Anlagen verpflichtet. Die Anlage ist möglich in Darlehen (Schuldscheine, Hypotheken), Wertpapieren (Aktien, festverzinsliche Papiere, Investmentanteile), aber auch in Grundbesitz u. a. Die Lebensversicherer erwirtschaften mit ihren Kapitalanlagen Erträge, die in die Überschußbeteiligung der Versicherungsnehmer eingehen. Die Lebensversicherten sind am Überschuß der Unternehmen zu rund 98 Prozent beteiligt.
  • Kapitalbeteiligungsgesellschaft der Deutschen Versicherungswirtschaft AG (KDV)

    1984 in Berlin gegründet, bietet die KDV wachstumsträchtigen mittelständischen Unternehmen aller Wirtschaftszweige mit ausgewiesener Bonität und Solidität Eigenkapital zur Finanzierung von Investitionen, ausgenommen Sanierungen und Venture-Capital-Beteiligungen. Aktionäre sind 105 Mitgliedsunternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Adressen: Bismarckstraße 105, 10625 Berlin, Telefon: 0 30/3100 90; Steinstraße 1, 40212 Düsseldorf, Telefon: 0211/866240, Fax: 0211/86 62 444.
  • Kapitaldeckungsverfahren

    Finanzierungsform der Assekuranz. Jeder Versicherungsnehmer spart die später fälligen Leistungen selbst an. Anders als beim Umlageverfahren der Sozialversicherung sorgt der Versicherte über Kapitalbildung für sich selbst. Dies macht die Individualversicherung gegenüber demographischen Einflüssen unempfindlich, vor allem in der gemischten Kapitallebensversicherung, der privaten Rentenversicherung, der privaten Pflegeversicherung, der privaten Krankenversicherung und in der Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr.
  • Kapitalerträge

    Setzen sich zusammen aus den Kapitalerträgen eines Geschäftsjahres, dem Vortrag aus einem Überschuß des Vorjahres, den Kapital- und Währungsgewinnen. Abgezogen werden bezahlte Zinsen, Kapital- und Währungsverluste sowie Abschreibungen.
  • Kapitalertragsteuer

    Bei einer Kapitalversicherung mit in der Regel weniger als 12 Jahren Laufzeit unterliegen die Zinserträge der Kapitalertragsteuer. Kündigt der Versicherungsnehmer seine Lebensversicherung vor Ablauf von 12 Jahren, so wird die Steuer vom Versicherungsunternehmen einbehalten und direkt an das Finanzamt abgeführt.
  • Kapitallebensversicherung

    Mit der Kapitallebensversicherung wird das Todesfallrisiko abgesichert und gleichzeitig Kapital für das Alter gebildet. Stirbt der Versicherungsnehmer während der Vertragslaufzeit, erhalten seine Hinterbliebenen die vertraglich vereinbarte Versicherungssumme. Erlebt er das Vertragsende, wird das Vorsorgekapital die Versicherungssumme plus Gewinnanteile nach Ablauf der Police ausgezahlt. Die Höhe der Versicherungsleistung ist abhängig von Geschlecht, Eintrittsalter, Laufzeit und Beitrag. Die Kapitallebensversicherung kann sinnvoll mit einer privaten Unfallversicherung oder mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kombiniert werden. Aus steuerlichen Gründen ist eine Mindestlaufzeit von 12 Jahren und bis zum 60. Lebensjahr zu empfehlen.
  • Kaskoversicherung

    Sammelbezeichnung für die Versicherung von Wasser-, Luft-, Land- und Weltraumfahrzeugen gegen Beschädigung, Zerstörung oder Verlust (Transportmittelversicherung). Unterschieden werden in der Transportversicherung die Seekaskoversicherung, Flusskaskoversicherung, Wassersportkaskoversicherung, Landkaskoversicherung sowie Luftkaskoversicherung.
  • Kautionsversicherung

    Versprechen eines VU in Form von Bürgschaften, für bestimmte gegenwärtige oder zukünftige Verpflichtungen des VN (Schuldners) im Falle dessen Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungswilligkeit einzustehen (auch Avalkredit genannt). Z.B. bei Mängelgewährleistungs- und Vertragserfüllungs- oder Bietungsbürgschaften oder Steuer- und Zollbürgschaften.
  • Kfz-Haftpflichtversicherung

    Das Pflichtversicherungsgesetz schreibt vor, dass jedes Kfz haftpflichtversichert sein muss. Damit sind die Schäden an Unfallopfern bis zur gesetzlichen Mindestdeckungssumme abgesichert. Es besteht ein Direktanspruch des Geschädigten an die Versicherung des Schädigers. In der Kfz-Haftpflichtversicherung berechnet sich die Prämie aus dem individuellen Schadenfreiheitsrabatt, der Typklasse des Fahrzeugs, den Regionalklassen sowie weiteren Merkmalen wie Garage oder Fahrleistung.
  • Kfz-Versicherung

    Pflicht für den Autofahrer ist die Kfz-Haftpflichtversicherung. Zusätzlich kann er eine Kasko-, Insassen- oder Schutzbriefversicherung abschließen.
  • KH-Richtlinie, 4.

    Durch die 4. KH-Richtlinie der Europäischen Union hat sich die Regulierung des Auslandsunfalls deutlich vereinfacht. Sie sieht vor, dass sich der Geschädigte in seinem Heimatland an einen Repräsentanten der ausländischen Versicherung wenden kann. Außerdem gibt es Fristen für die Bearbeitung des Schadens.
  • Kinderfreibetrag

    Der Kinderfreibetrag bezeichnet einen Freibetrag nach § 32 Abs. 6 EStG. Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer wird ein Einkommensbetrag in Höhe des Existenzminimums eines berücksichtigungsfähigen Kindes steuerfrei gestellt. Für den Veranlagungszeitraum 2002 beträgt er 1.782 für jeden Elternteil, bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten 3.564 . Ein Kinderfreibetrag kommt nur in den Fällen in Betracht, in denen die Steuerfreistellung des Existenzminimums des Kindes nicht bereits durch das an die Eltern ausgezahlte Kindergeld erreicht wird. Die für den Steuerpflichtigen günstigere Alternative wird durch das Finanzamt geprüft.
  • Kompositversicherer

    Versicherungsunternehmen, das verschiedene Zweige der Schadenversicherung (einschließlich Unfallversicherung) betreibt. Im Gegensatz dazu Unternehmen der Lebens-, Kranken-, Rechtsschutz und Kreditversicherung.
  • Kostenquote

    Auch Kostensatz genannt; Verhältnis der Betriebskosten zu den Beitragseinnahmen in Prozent; meist beschränkt auf das prozentuale Verhältnis der “Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb” zu den Beiträgen (nach Abzug der auf das abgegebene Rückversicherungsgeschäft entfallenen Anteile).
  • Krankenhaustagegeldversicherung

    Mit einer Krankenhaustagegeldversicherung wird für jeden Tag, den sich der Versicherte im Krankenhaus aufhalten muss, ein vereinbarter Geldbetrag ohne Kostennachweis und steuerfrei überwiesen. Damit lassen sich zusätzliche Kosten, die durch den Aufenthalt im Krankenhaus entstehen, abdecken.
  • Krankenhauszusatzversicherung

    Eine Krankenhauszusatzversicherung übernimmt die Kosten für privatärztliche Behandlung und eine bessere Unterbringung. Der einheitliche Pflegesatz für alle Patienten umfasst Pflege, Mahlzeiten und Unterbringung im Mehrbettzimmer. Für die Nutzung von Ein- oder Zweibettzimmern, zum Beispiel mit Dusche, Fernseher und Telefon, berechnen die Krankenhäuser Zuschläge. Diese Annehmlichkeiten lassen sich über die private Krankenhauszusatzversicherung finanzieren. Bei stationärer Behandlung können Sie Chefarztbehandlung freiwählen.
  • Krankentagegeldversicherung

    Die Krankentagegeldversicherung sichert das Einkommen während einer vorübergehenden krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit. Sie ermöglicht, alle weiterbestehenden persönlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Gesetzlich Versicherte stocken so ihr Krankengeld auf. Arbeitnehmer erhalten nach Beginn einer Krankheit noch sechs Wochen lang Lohn bzw. Gehalt vom Arbeitgeber, laut Tarif oder Arbeitsvertrag manchmal auch länger.
  • Krankheitsvollversicherung

    Die private Krankheitsvollversicherung bietet individuellen Versicherungsschutz, indem sie die medizinischen Behandlungskosten umfassend deckt beziehungsweise Eigenleistungen oder Leistungen aus Beihilfen ergänzt. Sie ist die Alternative zur freiwilligen Versicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse und trägt im individuell vereinbarten Umfang die Kosten für medizinische Leistungen zur Behandlung von Krankheiten, Unfällen und Entbindungen. Privat Versicherte haben freie Wahl unter allen Ärzten und Krankenhäusern.
  • Kreditversicherung

    Das klassische Geschäft der Kreditversicherer ist die Delkredereversicherung. Diese schützt den Versicherungsnehmer vor dem Ausfall versicherter Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen aufgrund der Zahlungsunfähigkeit seiner Abnehmer. Zum weiteren Umfeld der Kreditversicherung zählen ferner die Kautionsversicherung sowie die Vertrauensschadenversicherung.
  • Kumulschaden

    Als Kumul bezeichnete man mehrere beim selben Versicherungsunternehmen versicherte oder rückversicherte Risiken, die von einem Schadenereignis gemeinsam betroffen werden können. Beispiel: 1. Feuerversicherung: Auf benachbarte Gebäude übergreifende Brände oder die gemeinsame Betroffenheit von Feuerversicherung und Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung. 2. Sturmversicherung und sonstige Elementarschadenversicherungen: Räumliche Kumule können innerhalb der Zugrichtung eines Sturms, innerhalb eines Erdbebengebietes oder entlang eines Flusses eintreten.
  • Kündigung

    Einseitige empfangsbedürftige (zugangsbedürftige) Willenserklärung bei Dauerschuldverhältnissen, wodurch ein Rechtsverhältnis, z. B. ein bestehender Versicherungsvertrag, für die Zukunft aufgelöst wird. Versicherungsverträge mit mehrjähriger Laufzeit, die nach dem 25. Juni 1994 abgeschlossen wurden, können in der Regel zum Ende des fünften und jedes folgenden Jahres unter Einhaltung einer Dreimonatsfrist beendet werden. In der Autoversicherung dominieren Einjahresverträge mit einmonatiger Kündigungsfrist. Eine Lebensversicherung ist jederzeit kündbar, frühestens jedoch zum Ende des ersten Versicherungsjahres. Neben der fristgerechten Kündigung sieht das Versicherungsrecht auch die außerordentliche Kündigung vor. Anlass zum vorzeitigen Vertragsausstieg kann ein Schadenfall, eine Beitragserhöhung oder der Verkauf des versicherten Gegenstands sein. Doch Achtung: Bei Kündigung im Schadenfall geht der bereits entrichtete Restbeitrag für das laufende Jahr verloren. Übrigens: Die privaten Krankenversicherer beanspruchen ihrerseits kein Kündigungsrecht im Leistungsfall.
  • Kündigung des Vertrages

    Der Versicherungsvertrag kann vom Versicherungsnehmer jeweils zum Ende des laufenden Versicherungsjahres mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden. Sind Ratenzahlungen vereinbart, kann der Vertrag auch innerhalb des Versicherungsjahres gekündigt werden, frühestens jedoch zum Schluß des ersten Versicherungsjahres. Die Kündigung muß schriftlich erfolgen. Bei vorzeitiger Auflösung des Vertrages wird im allgemeinen der Rückkaufswert ausbezahlt. Das Versicherungsunternehmen kann den Vertrag nicht kündigen, sofern die Beiträge ordnungsgemäß bezahlt werden.
  • Kündigung, außerordentliche

    Im Schadenfall, bei einer Beitragserhöhung oder bei Fortfall des versicherten Risikos hat der Versicherungsnehmer das Recht zur außerordentlichen Kündigung. Im Schadenfall läßt sich der Vertrag vielfach binnen zwei Wochen oder innerhalb eines Monats kündigen. Jede Beitragserhöhung berechtigt zur Kündigung binnen eines Monats, wenn der Vertrag nach dem 28. Juli 1994 abgeschlossen worden ist und sich der Umfang des Versicherungsschutzes nicht geändert hat. Unabhängig vom Abschlußdatum gilt dies auch für die Kfz-Versicherung. Bei den übrigen Schadenversicherungen, die zwischen Januar 1991 und dem 25. Juni 1994 in Westdeutschland abgeschlossen wurden, kann eine kurzfristige Trennung erfolgen, wenn die Beitragserhöhung gegenüber dem letzten Beitrag mehr als 5 Prozent ausmacht es sei denn, der Umfang des Versicherungsschutzes verändert sich. Beträgt die Verteuerung gegenüber Vertragsbeginn insgesamt mehr als 25 Prozent, so kann der Kunde ebenfalls innerhalb eines Monats kündigen. Ein vor 1992 in Ostdeutschland abgeschlossener Vertrag läßt sich innerhalb von zwei Wochen nach Eingang des Erhöhungsbescheides beenden, sofern man nicht Selbständiger oder Freiberufler ist. Handelt es sich um vor dem 1. Januar 1991 in Westdeutschland abgeschlossene Schadenpolicen, so ist eine Kündigung statthaft, wenn sich der Versicherungsschutz nach einem Jahr um mehr als 10 Prozent, in drei aufeinanderfolgenden Jahren um mehr als 20 Prozent verteuert (Rechtsschutzversicherung: 15 bzw. 30 Prozent).
  • Kündigung, ordentliche

    Ein- oder mehrjährige Versicherungsverträge verlängern sich meist automatisch um ein Jahr, wenn sie nicht spätestens drei Monate (Kfz-Haftpflicht: einen Monat) vor Ablauf gekündigt werden. Lebensversicherungs- und Krankenversicherungsverträge sind jederzeit kündbar, frühestens zum Ende des ersten Versicherungsjahres. Für andere Policen mit mehrjähriger Laufzeit hängt das Kündigungsrecht davon ab, wann der Vertrag abgeschlossen wurde. Bei nach dem 25. Juni 1994 unterschriebenen Mehrjahresverträgen kann zum Ende des fünften und jedes folgenden Jahres unter Einhaltung einer Dreimonatsfrist gekündigt werden (Kfz-Haftpflicht: einen Monat). Dieses Kündigungsrecht gilt – außer in der Krankheitskosten- Vollversicherung – für den Versicherer gleichermaßen. – Bei zwischen dem 1. Januar 1991 und 25. Juni 1994 abgeschlossenen Mehrjahresverträgen besteht ein Kündigungsrecht zum Ende jedes dritten oder darauffolgenden Jahres unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten. Dies gilt jedoch dann nicht, wenn man beim Abschluß unter mindestens vier Vertragslaufzeiten wählen konnte, ein nach der Laufzeit gestaffelter Rabatt von 5 bis 10 Prozent eingeräumt wurde und sich der Kunde für eine langfristige Laufzeit entschieden hat. – Für langfristige Verträge, die vor 1991 in Kraft getreten sind, gilt grundsätzlich die vereinbarte Vertragsdauer mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Die Urteile des BGH vom 13.7.1994 und 22.2.1995, wonach Zehnjahrespolicen vorzeitig gekündigt werden dürfen, betreffen ausschließlich Verträge mit vorgedruckter Laufzeit im Antragsformular. – In den neuen Bundesländern gilt für bis 1992 von Privatpersonen abgeschlossene Verträge ein jährliches Kündigungsrecht mit einmonatiger Kündigungsfrist. Handwerker, Kaufleute, sonstige Gewerbetreibende und Freiberufler kommen nicht in den Genuß dieser Sonderbestimmung.
  • Kunstversicherung, Kunstgegenständeversicherung

    Spezialversicherung innerhalb der Transportversicherung. Man unterscheidet die gewerbliche Kunstversicherung (Galerie, Atelier, Kunst- und Antiquitätenhändler, Restaurator, Auktionshaus, Museum, Messe und Ausstellung) und die Kunstversicherung im Privatbesitz.
L
  • Landkaskoversicherung

    Kaskoversicherung von Landfahrzeugen (z. B. Eisenbahnen, Straßenbahnen oder sonstigen Spezialfahrzeugen), die nicht im Rahmen der Kraftfahrzeug-Kaskoversicherung versicherbar sind.
  • Laufende Prämie

    Versicherungsbeitrag, den der Versicherer in einem Geschäftsjahr einnimmt.
  • Lebensversicherung

    neu
  • Lebensversicherungsabschluss

    Zum Abschluss einer Versicherung wird ein Antrag unterschrieben, der in der Regel mit Unterstützung des Versicherungsvertreters ausgefüllt wurde. Dabei sind vor allem alle Gesundheitsfragen vom Versicherungsnehmer sorgfältig zu beantworten. Anzugeben sind außerdem Name, Wohnort, Geburtsdatum, Geburtsort und Beruf des Antragstellers sowie der zu versichernden Person (Versicherter), der gewünschte Tarif, die Höhe der Versicherungssumme sowie das Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn.
  • Leibrente

    Die gebräuchlichste Form der privaten Rentenversicherung ist die Leibrente. Sie wird bis zum Lebensende des Versicherten bezahlt. Es ist möglich, Hinterbliebenenrenten einzuschließen. Die Leibrente kann durch laufende Beitragszahlungen (aufgeschobene Leibrente) oder durch Zahlung eines Einmalbeitrags (sofort beginnende Leibrente) erworben werden.
  • Leistungsquote

    Anteil der gesamten Versicherungsleistungen an den Brutto-Beitragseinnahmen in Prozent. In der Lebensversicherung handelt es sich bei den Versicherungsleistungen um die ausgezahlten und die den Leistungsreserven zugeführten Beträge (Zuwachs der Leistungsverpflichtungen). Für die Private Krankenversicherung werden die Gesamtaufwendungen berücksichtigt (Leistungen für Versicherungsfälle sowie Aufwendungen für die Rückstellung für Beitragsrückerstattung und Deckungsrückstellung).
  • Lösegeldversicherung

    Sonderform der Einbruchdiebstahl- und Raubversicherung, die bei Geiselnahme und Entführung das geforderte Lösegeld zur Verfügung stellt. Die Versicherung unterliegt strengen gesetzlichen Bestimmungen, um potenzielle Täter nicht zu strafbaren Handlungen zu veranlassen.
  • Luftfahrtversicherung

    Sammelbegriff für verschiedene Versicherungsarten und -formen in der zivilen Luftfahrt. Beispielsweise Luftfahrt-Unfallversicherung oder Luftfahrt-Haftpflichtversicherung.
  • Luftkaskoversicherung

    Die Versicherung eines Luftfahrzeuges gegen Beschädigung und Verlust am Boden, in der Luft, im Wasser und während eines Transportes. Ein Zweig der Luftfahrtversicherung, die daneben noch die Lufthaftpflicht- und die Luftinsassenunfallversicherung umfasst.
M
  • Mahnverfahren

    Gesetzlich und vertraglich geregeltes Verfahren, nach dessen Durchführung der Versicherungsnehmer im Fall des Zahlungsverzugs den vertraglich vereinbarten Versicherungsschutz einbüßt.
  • Mallorca-Police

    Zusatz-Haftpflichtversicherung für Mietfahrzeuge im Ausland.
  • Massenunfälle

    Für die Regulierung eines Massenunfalls sehen die Autoversicherer ein vereinfachtes Verfahren im Interesse der Beteiligten vor. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Unfallablauf nicht rekonstruierbar ist. Der Beteiligte muss nicht nachweisen, wer seinen Fahrzeugschaden verursacht hat. Für die Beteiligten hat dies den Vorteil, dass die Schadenabwicklung deutlich beschleunigt wird. Um eine einheitliche Schadenregulierung nach Sach- und Rechtslage sicherzustellen, wird der Fahrzeugschaden wie folgt quotiert: nur Frontschaden: 25%; nur Heckschaden: 100%; Schaden an Front und Heck: 2/3. Der Schadenfreiheitsrabatt in der Kfz-Haftpflichtversicherung wird nicht belastet. Ab 50 Beteiligten wird stets eine gemeinsame Regulierungsaktion durchgeführt. Bei 20 bis 49 beteiligten Fahrzeugen erfolgt nur im Ausnahmefall eine gemeinsame Regulierungsaktion. Die Entscheidung darüber trifft die regional zuständige Lenkungskommission.
  • Mindestdeckungssummen, gesetzliche

    Bei Kraftfahrzeugen einschließlich der Anhängerbeträgt die Mindesthöhe der Versicherungssumme für Personenschädenje Schadenfall 7,5 Mio. , für Sachschäden 1 Mio. sowie für reine Vermögensschäden 50.000 .
  • Mitversicherung

    Mehrere Erstversicherer beteiligen sich mit bestimmten Quoten an einem Risiko.
  • Musikinstrumentversicherung

    Sonderzweig der Transportversicherung. Im Rahmen einer Allgefahrendeckung können näher zu bezeichnende Musikinstrumente zu Hause, auf Reisen und während der Benutzung versichert werden. Üblicherweise sind die politischen Risiken und Schäden durch Abnutzung ausgeschlossen.
  • Musterkollektionsversicherung

    Sonderzweig der Transportversicherung. Versicherungsschutz für Musterkollektionen oder Reiselager auf Reisen und allen notwendigen Aufenthalten und Übernachtungen. Üblicherweise beschränkt sich der Versicherungsschutz auf die klassischen Transportgefahren Unfall, Brand, Blitzschlag, Explosion, höhere Gewalt, Unterschlagung sowie Raub, Diebstahl und Einbruchdiebstahl.
N
  • Nachgelagerte Besteuerung

    Bei der nachgelagerten Besteuerung bleiben Beiträge im Zeitpunkt der Zahlung steuerfrei und werden erst bei späteren Auszahlungen besteuert. So werden die Rentenzahlungen aus Altersvorsorgeverträgen gemäß § 22 Nr. 5 EStG in voller Höhe der Einkommensteuer unterworfen, wenn die zuvor in private oder betriebliche Altersvorsorgeverträge eingezahlten Beiträge von der Einkommensteuer freigestellt wurden (z. B. im Rahmen des Sonderausgabenabzugs nach § 10 a EStG).
  • Neuwert

    Betrag, der für die Neuanschaffung einer Sache oder den Wiederaufbau eines Gebäudes nötig ist. Typische Neuwertversicherungen sind die Hausrat- und die Wohngebäudeversicherung.
  • Niederlassungsfreiheit

    Recht eines EU-Versicherers, in jedem anderen EU-Land eine Niederlassung zu den für Inländer gültigen Bedingungen zu errichten.
  • NOTFON D

    Der Notruf der Autoversicherer ist von allen Autobahnnotrufsäulen, von allen Notruftelefonen der Björn-Steiger-Stiftung an Bundes- und Landstrassen, sowie über das Handy unter 0800-6683663 (0800-NOTFOND) rund um die Uhr gebührenfrei zu erreichen. NOTFON D ist das einzige Angebot in Deutschland, über das alle Handy-Notrufe geortet werden können. Wer den Blechschaden ohne Polizei regulieren möchte, kann dies von der Unfallstelle aus über NOTFON D tun. (www.notfon-d.de)
  • Nutzungsausfall

    Wer nach einem unverschuldeten Unfall auf einen Mietwagen verzichtet, hat Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung.
O
  • Obliegenheitsverletzung

    Obliegenheiten sind Pflichten des Versicherungsnehmers. Es wird unterschieden zwischen Obliegenheiten vor dem Versicherungsfall (Anzeigepflicht, Gefahrerhöhung) und im Versicherungsfall (Vorsatz, Schadenminderungspflicht). Werden Obliegenheiten verletzt, kann das zu Regressen oder zur Leistungsfreiheit des Versicherers führen.
  • Oldtimerversicherung

    Für historische Fahrzeuge gibt es spezielle Versicherungen. Vor allem für sehr alte und hochwertige Fahrzeuge ist eine Oldtimer-Kaskoversicherung (mit Wertgutachten) sinnvoll.
  • Ombudsmann für Versicherungen

    Der Ombudsmann für Versicherungen ist eine private, unabhängige und kostenlose Schlichtungsstelle für Beschwerden von Verbrauchern gegen ihre Versicherungsunternehmen. Bei einem Konflikt mit seinem Versicherungsunternehmen kann sich jeder Versicherungsnehmer an den Ombudsmann wenden.Bis zu einem Beschwerdewert von 10.000 Euro kann der Ombudsmann mit bindender Wirkung für die Versicherungsunternehmen entscheiden. Bis zu einem Beschwerdewert von 100.000 Euro kann er eine für beide Seiten unverbindliche Empfehlung zur Streitschlichtung abgeben. Voraussetzung ist jedoch, dass nicht eine von beiden Parteien bereits gerichtliche Schritte eingeleitet hat. Stellt er fest, dass der Versicherer korrekt gehandelt hat, erläutert er dem Kunden verständlich das Ergebnis seiner Prüfung.Diese Aufgabe des Ombudsmanns wird derzeit von Professor Dr. Günter Hirsch wahrgenommen, der bis zu seiner Pensionierung im Januar 2008 Präsident des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe war.Ombudsmann für die private Kranken- und Pflegeversicherung ist seit dem 1. Januar 2011 Herr Dr. Dr. h. c. Klaus Theo Schröder. Die Inanspruchnahme des PKV-Ombudsmannes ist nicht an eine Streitwertgrenze gebunden.
  • Optionsrentenversicherung

    Sie ist eine Kapitallebensversicherung, bei der die Möglichkeit vereinbart wurde, im Erlebensfall den Auszahlungsbetrag verrenten zu lassen.
P
  • Pensionsfonds

    Der Pensionsfonds ist eine in Deutschland vergleichsweise neue Form der betrieblichen Altersversorgung. Arbeitnehmer können maximal vier Prozent ihres Bruttoeinkommens (2006: höchstens 2.520 Euro) in einen solchen Fonds einzahlen. Der Fonds ist in der Auswahl seiner Geldanlagen freier als andere Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung. Er kann bis zu einem fest definierten Prozentsatz in Investmentfonds investieren. Dadurch bieten sich dem Arbeitnehmer höhere Renditechancen, er muss aber auch höhere Risiken in Kauf nehmen.
  • Pensionskasse

    Die Pensionskasse ist ein Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung und eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung, die von einem oder mehreren Unternehmen getragen werden. Arbeitnehmer sind Mitglieder dieser Einrichtungen und können bis zu 2.520 Euro (2006) im Jahr steuerfrei in die Kasse einzahlen. Pensionskassen unterliegen wie Pensionsfonds der staatlichen Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
  • Pensionssicherungsverein (PSVaG)

    Der PSVaG ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VvaG) der vom Verband der Lebensversicherungsunternehmen (jetzt Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zum Zweck der Insolvenzsicherung nach dem Gesetz zur Verbesserung der Betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) am 1. Januar 1975 gegründet wurde. Aufgabe des PSVaG ist es, Mitarbeitern und Rentnern von Unternehmen, über deren Vermögen oder Nachlass das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, die gesetzlich unverfallbaren Anwartschaften und die laufenden Renten zu sichern.
  • Pensionszusage

    siehe Betriebliche Altersversorgung
  • Personenversicherung

    Lebens-, Private Kranken-, allgemeine Unfallversicherung.
  • Pflegerentenversicherung

    Ist der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall so hilflos, dass er für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden täglichen Verrichtungen auf die Hilfe einer anderen Person angewiesen ist, so wird eine Pflegerente gezahlt, unabhängig davon, ob die Pflege im Heim oder zu Hause erfolgt.
  • Pflegerentenzusatzversicherung

    Zunehmend wird die ältere, selbständige Pflegerentenversicherung der Lebensversicherung durch die neue, preisgünstigere Pflegerenten-Zusatzversicherung ersetzt. Diese private Zusatzpflegerente wird entsprechend dem Grad der Pflegebedürftigkeit bis zum Tod gezahlt. Voraussetzung: Der Versicherte muss infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls so hilflos werden, dass er für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden täglichen Verrichtungen auf die Hilfe einer anderen Person angewiesen ist. Weitere Beitragszahlungen sind dann nicht mehr erforderlich. Die Rente wird auch unabhängig davon erbracht, ob die Pflege im Heim oder zu Hause im Kreis der Familie erfolgt.
  • Pflegeversicherung

    Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen und der privaten Krankenversicherung sind gesetzlich verpflichtet, sich gegen die Kosten der Pflegebedürftigkeit abzusichern. Die private Pflegepflichtversicherung trägt bis zu einem gesetzlich festgelegten Höchstbetrag diese Kosten. Die Leistungen sind für alle Pflegebedürftigen gleich. Wer nach medizinischem Befund wegen Krankheit oder Behinderung dauerhaft und in erheblichem Maße täglich auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist, erhält einen Teil der Kosten für die Pflege zu Hause erstattet. Wenn Angehörige oder Bekannte die Pflege übernehmen, wird ein Pflegegeld gezahlt. Während des Urlaubs der pflegenden Angehörigen werden bis zu einem Höchstbetrag die Kosten einer notwendigen teilstationären Pflege (Tages- und Nachtpflege) oder der Kurzzeitpflege in vollstationären Einrichtungen erstattet. Auch für ständige Versorgung in Pflegeheimen (vollstationäre Pflege) werden in Abhängigkeit des Ausmaßes der Pflegebedürftigkeit Leistungen gewährt.
  • Pflegezusatzversicherung

    Die Pflegepflichtversicherung deckt oftmals nicht alle Kosten, die im Pflegefall entstehen. Die verbleibenden Kosten können mit einer Pflegezusatzversicherung abgedeckt werden. Es gibt zwei Formen: die Pflegetagegeld- und die Pflegekostenversicherung. Bei der Pflegetagegeldversicherung wird im Fall der Pflegebedürftigkeit ein Tagegeld bezahlt. Die Pflegekostenversicherung übernimmt Kosten, die nach Vorleistung der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung verbleiben.
  • Pflichtversicherung

    Pflicht zum Abschluss einer Versicherung aufgrund Gesetzes oder Satzung. So muss jeder Kraftfahrzeughalter eine Haftpflichtversicherung abschließen (§ 1 Pflichtversicherungsgesetz für Kfz-Halter). Vorgeschrieben ist auch eine Haftpflichtversicherung für Atomanlagen, Kernbrennstoffe und sonstige radioaktive Stoffe, eine Haftpflichtversicherung für Flugzeuge und für bestimmte Berufe (Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Notare, Schausteller, Jäger). Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker u. a. können sich der Mitgliedschaft in berufsständischen Versorgungseinrichtungen nicht entziehen.
  • Police

    Der Versicherungsschein, also die Urkunde über den Vertrag zwischen Versicherungsunternehmen und Versicherungsnehmer, wird auch Police genannt. Unter einer Versicherungsscheinnummer zusammengefaßte und dokumentierte Verträge und Risiken.
  • Policendarlehen

    (siehe Beleihung der Lebensversicherung)
  • Private Altersvorsorge

    Wer seinen Lebensstandard im Alter auch nur annähernd aufrechterhalten will, muss privat vorsorgen. Der so genannte Generationenvertrag, auf dem das deutsche Rentensystem aufbaut, hat die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit längst überschritten. Ursachen sind die sinkende Geburtenrate, die hohe Arbeitslosigkeit, aber auch die stetig steigende Lebenserwartung. Weil immer weniger Beschäftigte eine wachsende zahl alter Menschen finanzieren müssen, wurden im Rahmen der verschiedenen Rentenreformen drastische Kürzungen der Rentenhöhe beschlossen. Daher ist es unverzichtbar, die Möglichkeiten der betrieblichen und der privaten Vorsorge auszuschöpfen. Um die private Vorsorge zu erleichtern, hat der Staat verschiedene Förderungsmöglichkeiten geschaffen. Versicherungsverträge bieten stabile und sichere Vorsorgelösungen. Private Rentenversicherungen beispielsweise, sinnvoll um eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung ergänzt, können Versorgungslücken effizient schließen.
  • Private Krankenversicherung (PKV)

    Arbeitnehmer, die mehr als 3.562,50 Euro im Monat (2006) verdienen, können sich ebenso wie Selbstständige und Beamte privat krankenversichern. Die private Krankenversicherung ist vor allem für Singles und kinderlose Paare interessant. Familien mit Kindern sind oftmals in der gesetzlichen Kasse besser aufgehoben. Für sie eignen sich private Zusatzversicherungen als Ergänzung der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Private Pflegeversicherung

    Zweig der privaten KrankenV. Die private PflegeV gibt es seit 1984. Mit In-Kraft-Treten der gesetzlichen Pflegeversicherung (siehe Pflegepflichtversicherung) im Jahr 1995 bieten auch die privaten Krankenversicherer eine Police mit dem gleichen Leistungsumfang wie der staatliche Schutz an. Die private PflegeV leistet wie die gesetzliche Pflegeversicherung bei häuslicher und stationärer Pflegebedürftigkeit. Zudem gibt es die Möglichkeit, eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen, um die durch die Pflegepflichtversicherung erbrachten Leistungen zu verbessern.
  • Private Rentenversicherung

    Die private Rentenversicherung bietet ein lebenslanges Einkommen im Alter, ganz gleich, wie alt der Versicherte wird. Die Rente wird auch dann weiter gezahlt, wenn die Höhe der Auszahlungen die der eingezahlten Beiträge überschritten hat. Bei der privaten Rentenversicherung sammelt jeder Versicherte sein Vorsorgekapital über die Laufzeit des Vertrages an. Zusätzlich ist er durch die Gemeinschaft der Versicherten geschützt. Daher kann eine Rente in der vereinbarten Höhe garantiert werden. Die Versicherung bietet keinen Schutz für den Todesfall an. Es kann aber vereinbart werden, dass im Todesfall ein Teil der Rente an den hinterbliebenen Partner gezahlt wird. Außerdem kann die private Rentenversicherung mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung gekoppelt werden. Im Unterschied zu anderen Vorsorgeverträgen wird die private Rentenversicherung im Rentenbezug nur mit einem geringen Ertragsanteil versteuert. Im Alter von 65 Jahren liegt dieser Ertragsanteil bei 18 Prozent der Rente. Das bedeutet, nur 18 Prozent der Rente müssen individuell versteuert werden.
  • Probandenenversicherung

    Gemäß § 40 Arzneimittelgesetz (AMG) bzw. § 20 Medizinproduktegesetz (MPG) muss für den Fall, dass bei der klinischen Prüfung eines Arzneimittels bzw. eines Medizinproduktes ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt wird, eine Versicherung bestehen, die auch dann eintritt, wenn keiner für den Schaden haftet.
R
  • Rechnungszins

    Für die Bilanz der Versicherungsunternehmen werden jährlich die anteiligen Leistungsverpflichtungen ermittelt. Bei dieser Berechnung wird ein kalkulatorischer Zins, der Rechnungszins angesetzt, der bei Vertragsabschluss entsprechend der Deckungsrückstellungsverordnung festgelegt wird und über die gesamte Vertragslaufzeit garantiert wird. Er beträgt für alle Verträge ab 01.01.2007 2,25%. Aber: In der Lebensversicherung wird nicht angespart und verzinst, sondern es werden anteilige, aus der Versicherungssumme abgeleitete bilanzielle zeitanteilige Leistungsverpflichtungen errechnet. Der Rechnungszins ist der Zinssatz, der im Durchschnitt über die gesamte Vertragslaufzeit erforderlich ist, um die garantierte Leistung zu finanzieren.
  • Rechtsschutzversicherung

    Eine Rechtsschutzversicherung hat die Aufgabe für die Wahrnehmung der Interessen der Versicherungsnehmer bei Rechtsstreitigkeiten zu sorgen und die dabei die anfallenden Kosten bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme zu tragen – sei dies im privaten oder gewerblichen Bereich. Zu den versicherten Kosten gehören insbesondere die Rechtsanwaltsgebühren des eigenen Anwalts und die des gegnerischen Rechtsanwalts. Hinzu kommen sofern erforderlich Gerichtskosten sowie weitere Kosten, so etwa Entschädigung für Zeugen und Sachverständigen. Nach den unverbindlichen Musterbedingungen des GDV (ARB 2000) besteht weltweit Versicherungsschutz bei Auslandsaufenthalten von bis zu sechs Wochen aus nicht beruflichen Gründen. Bei verschiedenen Rechtsstreitigkeiten erfolgt kein Kostenersatz, so beispielsweise bei bestimmten Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Immobilien. Für einige Leistungsarten der Rechtsschutzversicherung bestehen Wartezeiten, d.h. der Versicherungsschutz besteht erst drei Monate nach Vertragsbeginn. Durch die Wartezeit soll der Möglichkeit vorgebeugt werde, dass ein Versicherungsvertrag erst kurz vor einer sich schon konkret abzeichnenden rechtlichen Auseinandersetzung abgeschlossen wird. Es gibt verschiedene Vertragsarten (z.B. Verkehrs-Rechtsschutz, Familien-Rechtsschutz, Firmen-Rechtsschutz, Vereins-Rechtsschutz). Was eine Rechtsschutzversicherung genau abdeckt ist in den jeweiligen Versicherungsbedingungen geregelt.
  • Regionalklasse

    Weil der Schadenverlauf in den verschiedenen Zulassungsbezirken unterschiedlich ist, werden diese Regionalklassen zugeordnet. Je höher die Regionalklasse, desto mehr oder teurere Unfälle verursachen die Fahrer dieses Zulassungsbezirkes.
  • Regress

    In der Kfz-Haftpflichtversicherung können bei schwerwiegenden Obliegenheitsverletzungen Regresse bis 5000 Euro anfallen (z.B. wenn Alkohol Ursache des Unfalls war)
  • Reise- und Warenlager-Versicherung

    Sonderzweig der Transportversicherung. Versicherung von wertvollen Verkaufswaren insbesondere von Schmuck, Juwelen, Bijouterien, Edelsteine, Uhren, in Geschäftsräumen von Juwelieren oder in Fabrikationsgebäuden von Herstellern sowie bei Mitführung durch Handelsreisende bei Verkaufsbesuchen, im Kraftwagen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb eines vereinbarten Geltungsbereiches.
  • Reiseabbruchversicherung

    Zusatz zur Reiserücktrittskostenversicherung. Übernimmt die Kosten, bei vorzeitigem Reiseabbruch, bei Unterbrechung der Reise oder verspäteter Rückreise.
  • Reisegepäckversicherung

    Sonderzweig der Transportversicherung, bei der das Reisegepäck während der versicherten Reisen des Versicherungsnehmers (bzw. der mitreisenden Angehörigen) versichert ist. Hierzu zählen insbesondere Kleidung, Reiseutensilien, Schmuck und Reiseandenken und auch die am Körper getragenen Sachen. Versicherungsschutz besteht meist weltweit, kann aber vertraglich eingeschränkt werden.
  • Reiseinsolvenzversicherung

    Pflichtversicherung nach § 651 k BGB zur Absicherung der Pauschalreisenden bei Insolvenz des Reiseveranstalters.
  • Reiserücktrittskostenversicherung

    Sonderzweig der Transportversicherung; versichert werden die vertraglich geschuldeten Reiserücktrittskosten (Stornokosten) bei Nichtantritt einer gebuchten Reise. Gründe für einen Reiserücktritt sind z. B. schwere Unfallverletzung, unerwartete schwere Krankheit, Tod oder Verlust des Arbeitsplatzes der versicherten Person oder einer sogenannten Risikoperson (üblicherweise nahe Verwandte). Oft ist auch eine Reiseabbruchversicherung eingeschlossen.
  • Rentenanpassungsformel

    Mit Hilfe der Rentenanpassungsformel wird jeweils zum 1. Juli eines Jahres der aktuelle Rentenwert neu ermittelt. Dadurch werden die Renten der gesetzlichen Rentenversicherung an die Lohnentwicklung angepasst (Vergleich der Bruttolöhne des Vorjahres zum vorvergangenen Jahr). Allerdings gehen auch die Beitragssätze der gesetzlichen Rentenversicherung und der Altersvorsorgeanteil in die Anpassungsformel ein: Steigende Beitragssätze der gesetzlichen Rentenversicherung und der zwischen 2002 und 2008 steigende Altersvorsorgeanteil führen dazu, dass die Rentenanpassung hinter der Entwicklung der Bruttolöhne zurückbleibt. Ab 2010 wird in der Rentenanpassungsformel ein Faktor verändert. Dies führt dazu, dass die Rentenanpassungen sensibler auf Veränderungen des Beitragssatzes der gesetzlichen Rentenversicherung reagieren werden; steigende Beitragssätze dämpfen die Rentenanpassungen dann stärker. Die Rentenanpassungen werden aufgrund der unterschiedlichen Einkommensverhältnisse im Westen und Osten Deutschlands getrennt festgelegt.
  • Rentengarantie

    Die Zahlung der Rente ist für eine bestimmte Zeit – meistens fünf oder zehn Jahre – garantiert, auch wenn der Rentner während dieser Zeit stirbt. Die Rentengarantiezeit ist vor allem für die Hinterbliebenen von Interesse.
  • Rentenniveau

    Das Rentenniveau wird als Verhältnis Rente zu Arbeitsentgelt angegeben. Üblicherweise wird das Rentenniveau auf Basis der Nettogrößen errechnet, also nach Abzug von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung und Steuern von der Rente bzw. nach Abzug von Beiträgen zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sowie der Steuern vom Arbeitseinkommen. Darüber hinaus werden häufig Beiträge zur ersetzenden Altersvorsorge als Abgabenart berücksichtigt. In diesem Fall spricht man vom Nettorentenniveau. Weiter kann man danach unterscheiden, ob die Renten in Beziehung zum zuletzt verdienten Arbeitsentgelt oder zum durchschnittlichen Arbeitsentgelt während des gesamten Erwerbslebens in Beziehung gesetzt werden. Bezieht man die Rente auf das zuletzt verdiente Entgelt, dann kann ein Rückschluss darauf gezogen werden, inwieweit die Rente den erreichten Lebensstandard im Alter sichert. Das häufig zitierte Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung wird für den so genannten Standardrentner errechnet. Dieser ist allerdings ein theoretisches Konstrukt. Reale Erwerbsbiografien unterscheiden sich davon deutlich. Deshalb sagt das für den Standardrentner errechnete Rentenniveau nichts über das individuelle Rentenniveau einzelner Erwerbsbiografien aus.
  • Rentenrechtliche Zeiten

    Rentenrechtliche Zeiten sind: – Beitragszeiten, als Zeiten mit vollwertigen Beiträgen oder als beitragsgeminderte Zeiten; – beitragsfreie Zeiten und – Berücksichtigungszeiten; Sie wirken sich auf die Wartezeit und die Rentenhöhe aus. Zeiten mit vollwertigen Beiträgen sind Kalendermonate, die nur mit Beiträgen belegt sind und nicht auch noch als Anrechnungszeit, Ersatzzeit oder Zurechnungszeit zählen. Als beitragsgeminderte Zeiten bezeichnet man Kalendermonate, wenn sie einerseits mit Beiträgen belegt sind, andererseits aber auch eine Anrechnungszeit, Ersatzzeit oder Zurechnungszeit darstellen. Ihr Beitragswert ist in aller Regel nicht vollwertig. Beitragsfreie Zeiten sind Kalendermonate, die ausschließlich mit Anrechnungszeiten, einer Zurechnungszeit oder mit Ersatzzeiten belegt sind. In diesen Zeiten werden keine Beiträge entrichtet.
  • Rentenreform

    Seit Mitte der siebziger Jahre liegt die Zahl der Geburten unter der Zahl der Sterbefälle. Finanzieren heute zwei Erwerbstätige einen Rentner, so muss ab dem Jahre 2030 ein Erwerbstätiger für einen Rentner aufkommen. Mit der Rentenreform 1992 wurde die Rentenfinanzierung der Bevölkerungsentwicklung angepasst. Das bedeutet: Nicht mehr die Brutto-, sondern die Nettolöhne bestimmen die jährliche Anpassung gesetzlicher Altersrenten. Des Weiteren wird die Lebensarbeitszeit schrittweise auf das 65. Lebensjahr verlängert, bei vorzeitigem Rentenbezug vermindert sich die Rente für jedes Jahr um rund 3,6 Prozent, Ausbildungszeiten werden abgewertet u. a.
  • Rentenversicherung

    siehe Leibrente
  • Restschuldversicherung

    Sie ist eine spezielle Form der Risikoversicherung und dient der Absicherung von Zahlungsverpflichtungen. Die Beiträge passen sich jeweils der abzusichernden Hypotheken- oder Kredithöhe an. Im Todesfall wird mit der Versicherungsleistung der restliche Kredit getilgt.
  • Riester-Rente

    Die Riester-Rente wurde gezielt zur Förderung der privaten Altersvorsorge entwickelt. Sie kann seit Januar 2002 von Pflichtmitgliedern der gesetzlichen Rentenversicherung, Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes in Anspruch genommen werden. Wer Geld von seinen Nettobezügen in einen solchen Vorsorgevertrag investiert, erhält direkte Zulagen vom Staat und zusätzliche Steuervorteile. Es muss ein Mindestbetrag eingezahlt werden, der bis 2008 schrittweise erhöht wird. Gewährt werden staatliche Zulagen pro Person und pro Kind, die ebenfalls bis 2008 ansteigen.
  • Risiko

    Gegenstand der Versicherung. Schaden/Leistung: Das versicherte Risiko ist der Gegenstand des Versicherungsvertrages, beschrieben durch das versicherte Subjekt/Objekt, die Gefahren, die nachteilig auf das Objekt einwirken können, sowie den Versicherungsumfang. Unter Risiko wird hier die Gefahr bzw. das Wagnis verstanden, die zum Eintritt des Schadens führen kann. Im Sachbereich wird hierfür auch der Begriff “versicherte Gefahr” verwendet. Beispiel: Feuer
  • Risikobeitrag

    Teil des Versicherungsbeitrags (Prämie), der nach Abzug von Kosten zur Deckung der voraussichtlichen Schadenaufwendungen verbleibt.
  • Risikolebensversicherung

    Mit einer Risikolebensversicherung werden Hinterbliebene abgesichert. Stirbt die versicherte Person, zahlt der Versicherer die vertraglich vereinbarte Summe aus. Da bei dieser Form der Lebensversicherung kein Kapital zur späteren Altersvorsorge aufgebaut wird, sind die Beiträge besonders günstig. Eine Risikolebensversicherung kann mit einem Umwandlungsrecht in eine Kapitallebensversicherung versehen werden.
  • Risikozuschlag

    Beitragszuschlag zum Ausgleich eines erhöhten Risikos, etwa in der Unfallversicherung bei Ausübung gefährlicher Sportarten und bei bestimmten beruflichen Tätigkeiten oder in der Lebens- wie auch in der Privaten Krankenversicherung für gesundheitliche Erschwernisse.
  • Rückdeckungsversicherung

    siehe Betriebliche Altersversorgung
  • Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB)

    Die von den Lebensversicherern erwirtschafteten Überschüsse müssen größtenteils den Versicherten gutgeschrieben werden. Tatsächlich lag dieser Wert in den letzten Jahren weit über 90 Prozent. Ein Teil der Überschüsse wird i.d.R. mittels der sogenannten Direktgutschrift dem Kunden direkt gutgebracht. Der andere Teil wird zunächst einer besonderen Rückstellung, der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB), zugeführt und aus dieser mit einer zeitlichen Verzögerung zur Weitergabe an die einzelnen Versicherungen entnommen. Die Höhe der in einem bestimmten Geschäftsjahr fällig werdenden Überschussanteile wird vom Versicherer bereits im Voraus (i.d.R. 1 Jahr) festgelegt und im Geschäftsbericht veröffentlicht. Hierdurch wird vermieden, dass kurzfristige Schwankungen in den Jahresergebnissen auch dann zu einer laufenden Anpassung der Überschussbeteiligung zwingen, wenn die Überschusskraft über einen längeren Zeitraum unverändert bleibt. – In der Privaten Krankenversicherung werden aus der RfB die Beträge für die Beitragsrückvergütung und die gebuchten Beiträge zur Abmilderung von Beitragsanpassungen (siehe “Beitrag”) entnommen.
  • Rückstufungstabelle

    In den Tarifbestimmungen zur Kfz-Versicherung steht die Rückstufungstabelle, die darüber Auskunft gibt, von welcher Schadenfreiheitsklasse nach einem oder mehreren Unfällen in welche umgestuft wird.
  • Rücktrittsrecht

    Ein Versicherungsvertrag kann innerhalb von 14 Tagen nach Unterzeichnung des Versicherungsantrags widerrufen werden, falls die Laufzeit mehr als ein Jahr beträgt und nicht sofortiger Versicherungsschutz gewünscht ist. Für die Lebensversicherung gilt ein 30tägiges “Rücktrittsrecht” nach Erhalt des Versicherungsscheins. Das Widerrufsrecht gilt auch, wenn es sich bei der Police um einen Fernabsatzvertrag handelt (generelle Frist 14 Tage, in der Lebensversicherung 30 Tage).
  • Rückversicherung

    Entlastet den Erstversicherer; Teile des vom Kunden übernommenen Risikos werden auf einen Rückversicherer gegen Zahlung eines Rückversicherungsbeitrags abgewälzt, vereinfacht “Versicherung der Versicherer”.
  • Rückversicherungsprämie

    Versicherungsbeitrag, den der Erstversicherer an den Rückversicherer für den vertraglich zugesicherten Rückversicherungsschutz bezahlt.
  • Rürup-Rente

    Siehe auch Basisrente. Die Basisrente, deren Beiträge ebenso wie die zur gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei eingezahlt werden können, dient seit dem 1. Januar 2005 als Ergänzung zur gesetzlichen Rente und bildet mit dieser zusammen die Grundabsicherung für das Alter. Mit diesem neuen Produkt will der Gesetzgeber die private Altersvorsorge verstärkt fördern und die neuen Lücken der gesetzlichen Rente ausgleichen. Die Basisrente ist eine private, freiwillige, staatlich geförderte Leibrentenversicherung. Der Vertrag kann nur bei einem Lebensversicherer oder einer berufsständischen Versorgungseinrichtung abgeschlossen werden und er muss eine monatliche lebenslange Leibrente ab Vollendung des 60. Lebensjahres oder später vorsehen. Die Basisrente muss im Falle der Arbeitslosigkeit nicht verwertet werden.
S
  • Schadenbedarf

    Begriff aus der Beitragskalkulation: durchschnittlicher Schadenaufwand je Risiko in einem Jahr. Ferner: Zahl der Schäden mal Schadendurchschnitt für eine Versicherungssparte in einem Jahr.
  • Schadendurchschnitt

    Durchschnittlicher Schadenaufwand (gezahlt und zurückgestellt) je Schadenfall.
  • Schadenfreiheitsrabatt

    Im Voraus wirksame Beitragsermäßigung (Kraftfahrtversicherung); bemisst sich nach der Dauer der Schadenfreiheit. So erreichen Pkw-Fahrer in der Kraftfahrzeug-Haftpflicht- wie auch in der Vollkaskoversicherung den höchsten Rabatt nach 18 schadenfreien Kalenderjahren. Man zahlt dann nur noch 30 Prozent des Grundbeitrags.
  • Schadenhäufigkeit

    Gibt in Promille an, wie viele Schäden innerhalb eines Jahres auf tausend versicherte Risiken entfallen.
  • Schadenquote

    In Prozent ausgewiesener Anteil der Schadenaufwendungen an den auf das Geschäftsjahr entfallenen, das heißt “verdienten” Beiträgen.
  • Schadenrückstellung

    Auch unkorrekterweise “Schadenreserve” genannt; Rückstellung zur Deckung verursachter, aber noch nicht abgewickelter Schäden.
  • Schadenversicherung

    Deckt Sach-, Personen- und Vermögensschäden. Es gilt das Bereicherungsverbot für den Anspruchsberechtigten. Im internationalen Sprachgebrauch oft Nicht-Personenversicherung genannt: Sachversicherungen ( Feuer-, Einbruchdiebstahl-, Leitungswasserversicherung u. a.) sowie Kraftfahrt-, Allgemeine Haftpflicht-, Rechtsschutz-, Transport-, Kreditversicherung u. a.
  • Schadenzahl

    Im Kalenderjahr bei den Mitgliedsunternehmen angefallene Schäden. In der Schadenversicherung werden Schäden im Beteiligungsgeschäft entsprechend der Anzahl der Beteiligten erfasst.
  • Schmerzensgeld

    Schmerzensgeld ist eine “billige Entschädigung in Geld” für Schäden, die nicht Vermögensschäden sind. Bisher konnte Schmerzensgeld nur beanspruchen, wer durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit des Verursachers zu Schaden gekommen ist. Das neue Schadensersatzrecht erweitert den Anspruch auf Schmerzensgeld: Auch bei Ansprüchen aus Gefährdungshaftung, die ein Fehlverhalten des Verursachers nicht voraussetzen, kann jetzt Schmerzensgeld geltend gemacht werden.
  • Schwankungsrückstellung

    Rückstellung zum Ausgleich von Schwankungen im Schadenverlauf mehrerer Jahre. Aufsichtsrechtliche und steuerrechtliche Bestimmungen sind zu beachten.
  • Schweigepflichtentbindungserklärung

    Diese Klausel steht im Antrag. Mit seiner Unterschrift ermächtigt der Kunde das Versicherungsunternehmen, die Angaben zu seiner Gesundheit bzw. zu Vorerkrankungen bei Ärzten, Krankenhäusern usw. zu prüfen. Er entbindet mit dieser Erklärung seine Ärzte von der Schweigepflicht.
  • Seekaskoversicherung

    Sparte der Transportversicherung; versichert werden Seeschiffe gegen Totalverlust und Teilschäden (verursacht durch die Gefahren der See), Verschollenheit, Verfügung von hoher Hand oder Piraterie.
  • Seetransportversicherung

    siehe Warenversicherung
  • Seewarenversicherung

    siehe Warenversicherung
  • Selbstbehaltquote

    Das Verhältnis des Netto-Beitrags (auch Beitrag für eigene Rechnung, das heißt der nach Abzug des Beitrags für das in Rückdeckung gegebene Rückversicherungsgeschäft verbleibende Beitrag) zur Brutto-Beitragseinnahme.
  • Selbstmord

    siehe Versicherungsfall
  • Sockelbetrag

    Der Sockelbetrag ist der Mindesteigenbeitrag, der von einem Steuerpflichtigen in einen Altersvorsorgevertrag eingezahlt werden muss, um in den Genuss der staatlichen Förderung (Zulage oder Sonderausgabenabzug nach § 10a EStG) zu gelangen. Er einheitlich 60 Euro
  • Sonderausgabenabzug

    Sonderausgaben stellen Ausgaben dar, die nicht im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften stehen, aber vom Gesetzgeber aus besonderen Gründen zum Abzug bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage zur Einkommensteuer zugelassen werden ( vgl. §§ 10 10i EstG). Begünstigt sind insbesondere so genannte Vorsorgeaufwendungen nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG (z. B. Beiträge zu Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen, zur Sozialversicherung und zu Versicherungen auf den Erlebens- oder Todesfall) sowie Altersvorsorgebeiträge zum Aufbau einer betrieblichen oder privaten Altersvorsorge nach § 10a EStG.
  • Sozialversicherung

    Um die allgemeinen wirtschaftlichen Grundlagen in der Gesellschaft und den sozialen Frieden innerhalb der Bevölkerung zu sichern, verwirklicht Bismarck 1881 auf Grundlage der sog. Kaiserlichen Botschaft die Sozialversicherung. Bereits seit 1883 gibt es die gesetzliche Krankenversicherung, ein Jahr später folgt die Unfallversicherung. Heute gliedert sich die Sozialversicherung in fünf Zweige: Kranken-, Unfall-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Die Mittel werden durch Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgebracht, die Leistungen werden unabhängig von der Bedürftigkeit gewährt. Die Mitgliedschaft beruht auf der Versicherungspflicht, eine freiwillige Versicherung ist möglich.
  • Spartentrennung

    Lebens-, Kranken- und Kreditversicherung dürfen in der Bundesrepublik Deutschland nur in rechtlich selbständigen Unternehmen betrieben werden. Die deutsche Versicherungsaufsicht läßt eine Spartenkombination mit diesen Versicherungen nicht zu. Rechtsschutzversicherungen können seit 1990 auch von Kompositversicherern angeboten werden, wenn bei Schadenfällen ein rechtlich eigenständiges Unternehmen die Regulierung übernimmt.
  • Spätschäden

    Schäden, die vor dem Bilanzstichtag eingetreten oder verursacht, dem Versicherer jedoch noch nicht bekannt sind.
  • Speditionsversicherung

    Versicherung der Haftung des Spediteurs. Bei Verladerinteresse kann zusätzlich eine Güterversicherung abgeschlossen werden.
  • Standardrentner (auch Eckrentner)

    Der Standardrentner ist ein theoretisches Konstrukt: Er hat 45 Jahre durchschnittlich verdient, auf dieser Basis Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung geleistet und bezieht mit 65 Jahren erstmals Altersrente. Aufgrund dieser Annahmen errechnet sich seine Altersrente (brutto) als 45 x aktueller Rentenwert ( aktueller Rentenwert).
  • Standardtarif

    Angebot der Privaten Krankenversicherer an ältere Versicherte, die 65 Jahre oder älter sind und über eine Vorversicherungszeit von mindestens zehn Jahren verfügen. Der Beitrag dieses Tarifs ist auf den durchschnittlichen Höchstbeitrag der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) begrenzt. Die Leistungen entsprechen im wesentlichen denen der GKV.
  • Sterbetafel

    Neben dem Rechnungszins ist die Sterbetafel wichtigste Rechnungsgrundlage der Lebensversicherer. Sie beschreibt den durch Tod verursachten Schrumpfungsprozess einer Personengruppe. Die Lebensversicherungsunternehmen rechnen mit den DAV-Sterbetafeln 1994 T und 2004 R. Der günstigeren Lebenserwartung von Frauen wird in der Kapitallebensversicherung durch eine eigene Frauensterbetafel mit der Folge niedrigerer Beiträge Rechnung getragen. Bei Rentenversicherungen müssen Frauen aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung höhere Beiträge zahlen.
  • Steuern

    Die Lebensversicherung unterliegt wegen ihres Vorsorgecharakters einer besonderen steuerlichen Behandlung. Die Beiträge können im Rahmen der Höchstbeträge als Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden. Allerdings beträgt die Mindestlaufzeit für derart steuerbegünstigte kapitalbildende Lebensversicherungen zwölf Jahre. Die ausgezahlte Versicherungssumme und die Überschußanteile sind einkommensteuerfrei, wenn die Mindestlaufzeit eingehalten wird und der Todesfallschutz wenigstens 60 Prozent der gesamten Beitragssumme beträgt. Derzeit allerdings wird über eine Besteuerung von Zinsen aus Lebensversicherungen diskutiert. Die deutschen Lebensversicherer werden sich im Interesse ihrer Kunden mit Nachdruck dafür einsetzen, daß derartige Vorhaben nicht verwirklicht werden und daß die private Alters- und Hinterbliebenenvorsorge, die heute wichtiger denn je ist, keinen Schaden erleidet. Daher befaßt sich diese Informationsschrift nur mit geltendem Recht. Bei Renten aus einer Lebensversicherung gilt, daß nur die Ertragsanteile steuerpflichtig sind. Das sind vom Gesetzgeber festgelegte Werte, die vom Alter des Rentenbeziehers bei Beginn der Rentenzahlung abhängen. Bei einem Rentenbeginnalter von beispielsweise 65 Jahren beträgt der Ertragsanteil der Rente 27 Prozent. Leistungen, die im Todesfall erbracht werden, unterliegen nur der Erbschaftsteuer, doch gelten hier hohe Freibeträge.
  • Stornoabzug

    Üblicher Abzug vom Zeitwert des Vertrages bei Kündigung einer kapitalbildenden Versicherung.
  • Stornoquote

    Wegfall laufender Lebensversicherungsbeiträge aufgrund von Rückkauf, Umwandlung in beitragsfreie Versicherungen und sonstigem vorzeitigem Abgang, ausgedrückt in Prozent des mittleren laufenden Bestandsbeitrags.
  • Sturmschäden

    Sind Hausrat, Gebäude oder Betrieb gegen Sturmschäden versichert, zahlen die Versicherer ab Windstärke 8. Sturm ist nach den Versicherungsbedingungen eine “wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8″. Nach der Beaufort- Skala entspricht dies einer Windgeschwindigkeit von 17,2 bis 20,7 m pro Sekunde bzw. 62 bis 74 km pro Stunde (Zweige brechen von den Bäumen, das Gehen im Freien ist erheblich erschwert). Kann Windstärke 8 am Schadenort durch meteorologische Aufzeichnungen nicht nachgewiesen werden, leisten die Versicherer dennoch, wenn bestimmte in den Versicherungsbedingungen beschriebene Voraussetzungen erfüllt sind. Bei Schäden am Kraftfahrzeug kommen Teil- und Vollkaskoversicherung ebenfalls ab Windstärke 8 für Schäden auf, die der Sturm direkt am Fahrzeug verursacht hat (z. B. Umkippen). Außerdem ersetzen sie Schäden, die durch umherfliegende Gegenstände (Ziegel oder Äste) angerichtet werden. Bei einem durch Sturm bewirkten Fahrfehler steht nur die Vollkaskoversicherung für einen Schaden ein, vorausgesetzt, es liegt keine grobe Fahrlässigkeit vor. Personenschäden trägt die Kranken-, Dauerschäden die private Unfallversicherung.
  • Sturmversicherung

    Versicherung gegen Schäden durch Sturm an Gebäuden oder beweglichen Sachen. Als eigenständiger Versicherungszweig wird die Sturmversicherung vor allem für gewerbliche und landwirtschaftliche Risiken angeboten. Daneben ist das Sturmrisiko auch im Rahmen der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung gedeckt. Als Sturm gilt eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens der Windstärke 8 (ab 63 km/h bis 75 km/h).
  • Subsidiaritätsprinzip

    Ursprünglich Begriff aus der katholischen Soziallehre, wonach im Staat auf der obersten Ebene nur das geregelt werden soll, was von der unteren Ebene nicht gewährleistet werden kann. Danach steht es dem Staat nicht zu, sich um Probleme zu kümmern, die von den Bürgern in Eigenverantwortung selbst gelöst werden können. Für die Absicherung individueller Risiken hat der einzelne selbst Sorge zu tragen. Das Kollektiv kommt hilfsweise da zum Zuge, wo der Einzelne oder eine Gemeinschaft überfordert ist. Wesensmerkmal der Individualversicherung als eines auf Freiwilligkeit und Eigenverantwortung beruhenden Sicherungssystems.
T
  • Tarif

    Der Tarif ist der Fachausdruck für die verschiedenen Angebote der Lebensversicherungsunternehmen. Der Tarif ist Bestandteil des Versicherungsprodukts. Er ist der Algorithmus, nach dem für die versicherbaren Interessen einer Gefahrenklasse Beiträge für Versicherungsschutz berechnet werden. Die Hauptelemente eines Tarifs sind: * das versicherbare Interesse; * die zu tragende Gefahr; * die zu regulierenden Schäden; * die versprochenen Leistungen; * die zu tragenden Kosten; * die entsprechenden Beiträge; * die nötigen Reserven; * der notwendige Rückversicherungsschutz
  • Teileliste

    Anhang zur Kaskoversicherung. In der Teileliste führt der Versicherer auf, welche Teile am oder im Auto mitversichert sind, welche nicht versichert sind, und wo es Entschädigungshöchstgrenzen gibt.
  • Teilkaskoversicherung

    siehe Fahrzeugteilversicherung
  • Termfixversicherung

    Lebensversicherung mit festem Auszahlungszeitpunkt ( Ausbildungsversicherung). Die Versicherungsleistung wird zu einem festen Termin fällig, der Bei Vertragsabschluss festgelegt wird.
  • Terrorversicherung

    Siehe Extremus: Spezialversicherer gegen Terrorismusschäden. Abgedeckt sind Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungsschäden durch Terroranschläge bei allen Sachrisiken, deren Versicherungssumme oberhalb von 25 Millionen Euro liegt. In den Allgemeinen Versicherungsbedingungen ist das Risiko Terrorismus allerdings meist abgedeckt.
  • Tontine

    Ein nach dem neapolitanischen Arzt Lorenzo Tontino benanntes, hauptsächlich in Frankreich betriebenes System, wonach das von einer Personengruppe eingezahlte Kapital und die daraus erzielten Zinsen diejenigen erhalten, die am Ende bestimmter Zeitabschnitte jeweils noch am Leben sind.
  • Totalschaden

    Von einem Totalschaden spricht man, wenn die kalkulierten Reparaturkosten eines Fahrzeugs den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert (= Wiederbeschaffungsaufwand) übersteigen. Unter bestimmten Voraussetzungen können die nachgewiesenen Reparaturkosten bis zu 130% des Wiederbeschaffungswertes erstattungsfähig sein.
  • Transport-Betriebsunterbrechungs-Versicherung (TBU-Versicherung)

    Versichert sind die fortlaufenden Betriebskosten und der entgangene Gewinn aus nicht erwirtschafteten Umsatzerlösen, da die versicherten Güter aufgrund eines Transportschadens nicht oder nicht vollständig eingesetzt werden konnten. Voraussetzung ist, dass es sich um einen versicherten Warenschaden handelt.
  • Transportversicherung

    Die Transportversicherung versichert Transportmittel und Güter. Ferner wird die vertragliche oder gesetzliche Haftung der verschiedenen Verkehrsträger versichert. Nach der Art des zu versichernden Interesses werden die Sparten Waren- bzw. Güterversicherung, Kaskoversicherung, Verkehrshaftungsversicherung, die jeweils unterschiedliche Subsparten beinhalten, sowie eine Vielzahl von Sonderzweigen unterschieden.
  • Transportversicherung, Sonderzweige

    Als Sonderzweige der Transportversicherung werden die Transport-Nebensparten bezeichnet. Hierzu gehören z. B. die Valorenversicherung, Ausstellungsversicherung, Reisegepäckversicherung, Reiserücktrittskostenversicherung, Musikinstrumentversicherung, Automatenversicherung, Jagd- und Sportwaffenversicherung u. v. a. m.
  • Transportwarenversicherung

    siehe Warenversicherung
  • Treuhänder

    Das Vermögen von Lebensversicherungsunternehmen, aber grundsätzlich auch von Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen, ist zum weit überwiegenden Teil in besonderer Weise “gebunden”, um die Erfüllbarkeit der abgeschlossenen Lebensversicherungsverträge auf Dauer sicherzustellen. Dies wird von einem Treuhänder überwacht. Er ist vom Aufsichtsrat des Versicherungsunternehmens unter Mitwirkung der BaFin zu bestellen. – In der Privaten Krankenversicherung ist bei Bedingungs- und Beitragsanpassungen die Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders erforderlich, da die Aufsichtsbehörde nur nachträglich einschreiten kann.
  • Typklassentarif

    Tarifierungsform in der Autoversicherung: Die Fahrzeugmodelle bzw. Konstruktionsgruppen von Fahrzeugen werden je nach ihrem Schadenverlauf in sogenannte Typklassen (in der Autohaftpflicht: 10-25; in der Vollkasko 10-34; in der Teilkasko 10-33) zusammengefasst. Den einzelnen Typklassen sind Modelle mit weitestgehend gleichartigem Schadenverlauf zugeordnet.
U
  • Überschussanteile

    Die vom Lebensversicherer zugeteilten Überschussanteile werden in der Regel zur laufenden Erhöhung der Versicherungsleistung verwendet.
  • Überschussbeteiligung

    Überschüsse bei Lebensversicherungsunternehmen entstehen durch eine rentable Anlage der Beiträge, eine rationelle Verwaltung und dadurch, dass weniger Leistungsfälle eintreten, als bei der vorsichtigen Beitragskalkulation angenommen wird. Nahezu der gesamte Überschuss wird als Überschussbeteiligung an die Versicherungsnehmer weitergegeben. Die wichtigsten Überschussbeteiligungssysteme sind das Bonussystem und die verzinsliche Ansammlung. Beim Bonussystem werden die jährlichen Überschussanteile als Einmalbeiträge für eine zusätzliche beitragsfreie Versicherung (Bonus) verwendet. Dadurch erhöht sich Jahr für Jahr die Versicherungsleistung im Todes und Erlebensfall. Insbesondere der Todesfallschutz erhöht sich bereits frühzeitig. Bei der verzinslichen Ansammlung werden die jährlichen Überschussanteile dagegen beim Versicherungsunternehmen angespart und verzinst. Dieser angesparte Betrag zuzüglich der Zinsen und Zinseszinsen wird dann zusammen mit der Versicherungssumme ausbezahlt. Dies führt in der Regel zu einer höheren Erlebensfall-Leistung als beim Bonussystem. Darüber hinaus werden i.d.R. Teile des Überschusses als Schlussüberschussbeteiligung gewährt.
  • Überschwemmungsschäden

    sind in der Teilkasko mitversichert.
  • Umlageverfahren

    Das Finanzierungsverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung basiert auf dem Umlageverfahren. Dabei werden die Rentenausgaben eines Jahres aus den Beitragseinnahmen und steuerfinanzierten Bundeszuschüssen desselben Jahres finanziert. Eine Kapitalbildung findet anders als beim Kapitaldeckungsverfahren nicht statt; die Einnahmen des laufenden Jahres entsprechen bis auf eine sehr geringe Schwankungsreserve den Ausgaben des- selben Jahres. Für die Funktionsfähigkeit des Umlageverfahrens ist daher das Verhältnis von Beitragszahlern zu Leistungsempfängern des jeweiligen Jahres besonders wichtig.
  • Unabwendbares Ereignis

    Wurde der Unfall durch ein unabwendbares Ereignis verursacht, kann sich der Fahrzeughalter gegenüber anderen am Unfall beteiligten Fahrern oder Haltern von der Haftung befreien. Unabwendbar ist ein Ereignis dann, wenn nach den Umständen des konkreten Falles auch eine über die gewöhnliche Verkehrssorgfalt hinausgehende besondere Aufmerksamkeit, Umsicht und Geistesgegenwart nicht ausgereicht hätte, den Unfall zu vermeiden. Fehler in der Beschaffenheit des Fahrzeugs oder Versagen seiner Einrichtungen (z.B. Reifen oder Bremsen) gelten nicht als unabwendbares Ereignis. Bei Unfällen mit nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern (wie z.B. Fußgängern oder Radfahrern) kann sich der Autofahrer dagegen nach neuem Recht (gültig ab 1.8.2002) nur noch auf den Haftungseinwand “höhere Gewalt” berufen.
  • Unfall-Ersatzwagen

    Wer unschuldig in einen Blechschaden verwickelt wurde, hat während der Reparaturdauer seines Autos unter bestimmten Umständen Anspruch auf einen Unfallersatzwagen. Wer darauf verzichtet bekommt Nutzungsausfall.
  • Unfallversicherung

    Die private Unfallversicherung bietet Versicherungsschutz gegen den finanziellen Mehrbedarf infolge von Gesundheitsschädigungen des Versicherten durch einen Unfall. Kern der Unfallversicherung ist die Versicherungsleistung bei Invalidität infolge eines Unfalls. Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet. Neben der Invaliditätsleistung die sich in der Höhe an dem Grad der Invalidität orientiert, bestehen oftmals weitere Leistungen, wie Krankenhaustagegeld, Todesfallleistung und Tagegeld bei unfallbedingter Arbeitsbeeinträchtigung.
  • Unfall-Zusatzversicherung

    Sie kann den Versicherungsschutz ergänzen, allerdings nur in Verbindung mit einer kapitalbildenden Lebens bzw. Rentenversicherung oder einer Risikoversicherung, die hierbei als Hauptversicherung bezeichnet wird. Durch die Unfall-Zusatzversicherung erhöht (meistens verdoppelt) sich bei Unfalltod die vereinbarte Versicherungssumme.
  • Unterversicherung

    Versicherungssumme ist kleiner als der (Neu-)Wert aller versicherten Sachen; führt zu Entschädigungskürzungen.
V
  • Valorenversicherung

    Sonderzweig der Transportversicherung; versichert werden: 1. Gewerbliche Valoren, wie Bank- bzw. geldwerte Papiere (z. B. Aktien, Wechsel), Bargeld, Bar- und Reiseschecks, Gold, Silber und Platin (gemünzt oder in Barren) sowie Bijouterien (Schmuck, Uhren usw.). 2. Private Valoren (z. B. Juwelen-, Schmuck- und Pelzsachen).
  • Valoren-Versicherung (gewerblich)

    Sonderzweig der Transportversicherung, die Versicherungsschutz für Bank- bzw. geldwerte Papiere (wie z.B. Aktien, Wechsel), Bargeld, Bar- und Reiseschecks , Gold, Silber und Platin (gemünzt oder in Barren) sowie für Bijouterien (Schmuck und dgl.) gewährt. (Vgl. private Valorenversicherung).
  • Valoren-Versicherung (privat)

    s. Juwelen- Schmuck- und Pelzsachenversicherung
  • Vanity-Nummer

    Wahl nach Buchstaben: z.B. 0800-NOTFON D entspricht der 0800-6683663, wenn man die Buchstaben des Wortes NOTFON D den Tasten auf dem Telefon zuordnet auf dem die Buchstaben abgebildet sind.
  • Veranstaltungs-Ausfall-Versicherung

    Sonderzweig der Transportversicherung. Versichert gelten Schäden die durch Ausfall, Abbruch oder Änderung einer Veranstaltung als Folge eines versicherten Ereignisses, welches nicht durch den Versicherungsnehmer beeinflusst werden kann, entstehen.
  • Verdienter Beitrag

    Auf das Kalenderjahr abgegrenzter Beitrag, d. h. zuzüglich der Beitragsüberträge des Vorjahres und abzüglich der Überträge des Folgejahres.
  • Verkehrshaftungsversicherung

    Sparte der Transportversicherung; versichert wird die gesetzliche oder vertragliche Haftung (Verkehrshaftungsrecht) aus Verkehrsverträgen (Fracht-, Speditions- oder Lagerverträge) von Frachtführern, Spediteuren oder Lagerhaltern nach DTV-VHV 2003/2005 oder anderen Versicherungskonzepten.
  • Verkehrsopferhilfe

    Wer durch ein Kraftfahrzeug geschädigt wird, das z.B. entgegen den gesetzlichen Vorschriften nicht haftpflichtversichert ist oder nicht ermittelt werden kann, muss dennoch nicht leer ausgehen. Der Geschädigte kann sich zur Schadenregulierung an den Verein Verkehrsopferhilfe, Glockengießerwall 1, 20095 Hamburg, wenden. Die Verkehrsopferhilfe besteht seit 1963 und zahlt, als wäre der Schädiger mit der gesetzlichen Mindestdeckungssumme (derzeit bis zu 2,5 Millionen bei Personenschäden, bei mehreren Geschädigten 7,5 Millionen und bis zu 500.000 für Sachschäden) versichert. Sie darf allerdings nur dann eintreten, wenn der Geschädigte anderweitig (Privatvermögen des Schädigers, Krankenkasse, Vollkaskoversicherung usw.) keinen Ersatz erhalten kann.
  • Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

    Beispielhaft kann die Berufshaftpflichtversicherung von Rechtsanwälten, Notaren und Steuerberatern genannt werden. Die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung gewährt Deckung für den Fall, dass der Versicherungsnehmer bei der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit einen Vermögensschaden verursacht, für den er in Anspruch genommen werden kann. Als Vermögensschäden gelten dabei solche Schäden, die keine Folge von Personen- oder Sachschäden sind. Versicherungsfall ist der Verstoß, der Haftpflichtansprüche zur Folge haben könnte.
  • Vermögenswirksame Leistungen

    Die vermögenswirksamen Leistungen stehen vielen Arbeitnehmern neben dem Gehalt zu. Sie betragen bis zu 40 Euro im Monat und dienen dazu, privates Vermögen für das Alter zu bilden. Es sind unterschiedliche Anlageformen möglich, die zum Teil staatlich gefördert werden.
  • Verschuldenshaftung

    Verpflichtung zum Ersatz eines vorsätzlich oder fahrlässig herbeigeführten Schadens.
  • Versicherte Person

    Die versicherte Person ist diejenige, deren Leben oder Gesundheit versichert ist. Ihr Gesundheitszustand bei Antragstellung beziehungsweise ihre Krankheiten sind für das Unternehmen von Interesse. Stirbt oder heiratet die versicherte Person, erlebt sie das reguläre Vertragsende oder wird sie berufsunfähig, dann wird die Versicherungsleistung fällig.
  • Versicherung

    Leistungsversprechen für den Schadenfall, in der Lebensversicherung für den Todesund Erlebensfall. Die Unternehmen der Versicherungswirtschaft nehmen ihren privaten und gewerblichen Kunden Risiken ab und ermöglichen planvolles Wirtschaften. Dank ihrer Leistungsversprechen und Auszahlungen tragen sie dazu bei, daß Lebensund Betriebsabläufe nicht durch finanzielle Nöte empfindlich gestört, Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden. Versicherer vermindern dadurch gesellschaftliche Spannungen und wirken vor allem im Haftpflichtbereich geradezu friedensstiftend. Nach Dieter Farny: “Deckung eines im einzelnen ungewissen, insgesamt geschätzten Mittelbedarfs auf der Grundlage des Risikoausgleichs im Kollektiv und in der Zeit. Oder: Transfer einer Wahrscheinlichkeitsverteilung von Schäden vom Versicherungsnehmer auf den Versicherer gegen Zahlung einer (tendenziell) festen Prämie.” Kommt dieser Transfer durch freiwillige Entscheidungen zustande, spricht man von Individualversicherung (Privat-, Vertragsversicherung). In der Sozialversicherung hingegen erfolgt der Beitritt im wesentlichen kraft Gesetzes und hat somit Zwangscharakter.
  • Versicherungsantrag

    siehe Lebensversicherungsabschluß
  • Versicherungsaufsicht

    Die Individualversicherung unterliegt in Deutschland seit 1901 einer umfassenden Staatsaufsicht. Vorrangige Aufgabe der Aufsicht ist es, die Belange der Versicherten zu wahren. Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) in Berlin beaufsichtigt private Versicherungsunternehmen (Aktiengesellschaften, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit) mit Sitz in Deutschland und öffentlich-rechtliche Wettbewerbsunternehmen, die über die Grenzen eines Bundeslandes hinaus tätig sind. Wichtigste Aufgaben: Prüfung der Voraussetzungen für die Aufnahme des Geschäftsbetriebs, laufende rechtliche Beaufsichtigung der allgemeinen und finanziellen Geschäftstätigkeit, ordentliche und außerordentliche Prüfung von Unternehmen, nachträgliche Kontrolle der Versicherungsbedingungen, Bearbeitung von Beschwerden. Die laufende Aufsicht erstreckt sich auf Geschäftsplanänderungen, die Kontrolle der Rechnungslegung, der Kapitalanlagen und der Solvabilität, die Mitwirkung bei Bestandsübertragungen und Fusionen. Das deutsche Aufsichtssystem hat für die ständige Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge zu sorgen; es nimmt dadurch die Gläubigerinteressen der Versicherungsnehmer wahr. Dies erklärt, warum es jahrzehntelang keine Versicherungskonkurse gegeben hat.
  • Versicherungsbedingungen

    siehe Allg. Versicherungsbedingungen
  • Versicherungsbeginn

    Der Versicherungsschutz beginnt üblicherweise nach Annahme des Antrages durch das Unternehmen und Zahlung des ersten Beitrages, frühestens zu dem im Versicherungsschein festgelegten Versicherungsbeginn.
  • Versicherungsberater

    Freiberufler, die ihre Auftraggeber in Versicherungsfragen, vor allem vor Vertragsabschluß, neutral, eigenverantwortlich und ohne Eigeninteresse beraten müssen. Ihre Tätigkeit unterliegt dem Rechtsberatungsgesetz und darf nur von Personen betrieben werden, die von der jeweils zuständigen Justizbehörde dazu befugt wurden. Versicherungsberatern ist die Vermittlung von Versicherungsverträgen untersagt. Ein Honorar für die Beratung dürfen sie nur von ihrem Auftraggeber erhalten.
  • Versicherungsbetrug

    Umgangssprachlich werden unter Versicherungsbetrug allgemein Vermögensdelikte gegen Versicherer zusammengefasst. Für das Versicherungswesen gilt die Betrugsvorschrift der §§263 ff. StGB. Dort ist die Vortäuschung eines Versicherungsfalles durch Inbrandsetzung oder Brandlegung als schwerer Fall des Betruges ausdrücklich erwähnt. Außerdem regelt die Spezialform des §265 StGB allgemein den Versicherungsbissbrauch. Die Tathandlung kann darin bestehen, dass der Täter eine gegen Untergang, Beschädigung, Beeinträchtigung der Brauchbarkeit, Verlust oder Diebstahl versicherte Sache zerstört, in der Brauchbarkeit beeinträchtigt, beiseite schafft oder einem anderen überlässt, um sich oder einem Dritten aus dem Versicherungsvertrag eine Leistung zu verschaffen.
  • Versicherungsende

    Der Versicherungsschutz endet mit dem Tod des Versicherten, bei der Aussteuerversicherung mit der Heirat des Kindes. Im Erlebensfall endet er mit Ablauf der vereinbarten Versicherungsdauer.
  • Versicherungsfall

    Versicherungsfälle sind je nach Vertragstyp Ablauf des Vertrages, Tod des Versicherten, Heirat oder Berufsunfähigkeit. Stirbt der Versicherte vor Vertragsablauf, verlangt das Versicherungsunternehmen folgende Dokumente: 1. Versicherungsschein; 2. Beleg der letzten Beitragszahlung; 3. eine amtliche, Alter und Geburtsort enthaltende Sterbeurkunde und 4. ein ärztliches Zeugnis des behandelnden Arztes beziehungswiese des Hausarztes über den Krankheitsverlauf, der zum Tod geführt hat; Wenn der Versicherte das Vertragsende erlebt, genügt die Zusendung des Versicherungsscheines und des Beleges der letzten Beitragszahlung an das Unternehmen. Begeht der Versicherte in den ersten drei teilweise bis fünf Jahren nach Vertragsabschluß Selbstmord, wird im allgemeinen nur das Deckungskapital ausgezahlt. Ist der Selbstmord allerdings “in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit” verübt worden, wird die volle Versicherungsleistung erbracht.
  • Versicherungsleistungen

    Ergebnis der Leistungserstellung für die Versicherungsnehmer. Die Versicherungsleistungen eines Geschäftsjahres werden gemessen durch die Aufwendungen für Versicherungsfälle (siehe “Schadenaufwand”) sowie in der Lebensund der Privaten Krankenversicherung auch durch den Zuwachs der Leistungsverpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern (Deckungsrückstellungen, Rückstellungen für Beitragsrückerstattung, Überschußguthaben). Wie bei den Beitragseinnahmen ist auch hier zwischen brutto und netto zu unterscheiden. Die Differenz besteht in Schadenzahlungen, die der Rückversicherer erbringt. In der Lebensversicherung kommen noch die Rückkäufe und Abgangsentschädigungen hinzu.
  • Versicherungsnehmer

    Person, die mit dem Versicherer einen Versicherungsvertrag abgeschlossen hat und den Versicherungsbeitrag schuldet. Muß nicht mit dem Versicherten oder Bezugsberechtigten identisch sein.
  • Versicherungsschein

    siehe Police
  • Versicherungstechnische Rechnung

    Teil der nach gesetzlichen Vorschriften zu gliedernden Jahres-Erfolgsrechnung (sogenannte technische Rechnung); sie ist bei Komposit- und Rückversicherungsunternehmen für einzelne Versicherungszweige und -arten aufzustellen; die darin enthaltenen versicherungstechnischen Erträge und Aufwendungen umfassen im wesentlichen die Beiträge, Schadenaufwendungen und die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (Kosten).
  • Versicherungstechnische Rückstellungen

    Gesamtheit von Beitragsüberträgen, Schadenrückstellungen sowie Deckungsrückstellungen und sonstigen versicherungstechnischen Rückstellungen. In der Lebensversicherung kommt dem Deckungskapital sowie den Rückstellungen für Überschüsse an Versicherte besonders große Bedeutung zu.
  • Versicherungstechnisches Ergebnis

    Geschäftsergebnis, das aus Produktion und Absatz von Versicherungsschutz erzielt wird (siehe auch “Versicherungstechnische Rechnung”).
  • Versicherungsverträge (Anzahl)

    Verträge, die in der Verbandsstatistik bei den Mitgliedsunternehmen bestehen. Beteiligungen werden als eigene Verträge gezählt (Sachversicherung u. a.).
  • Versorgungslücke

    Als Versorgungslücke wird im Allgemeinen die Differenz zwischen gewünschter Absicherung im Alter und tatsächlicher Versorgung bezeichnet. Sie kann absolut in Euro oder als Differenz von gewünschtem und tatsächlichem Versorgungsniveau gemessen werden. Für Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung stellt die GRV-Rente die Basis der Sicherung im Alter da. Von daher bietet sich an, die Versorgungslücke ausgehend von der gesetzlichen Rente zu ermitteln.
  • Vertrauensschadenversicherung

    Absicherung des VN gegen unmittelbare Vermögensverluste durch vorsätzliche unerlaubte Handlungen (wie Diebstahl, Unterschlagung, Veruntreuung und Betrug einschließlich Computermissbrauch) von Betriebsangehörigen und anderen Vertrauenspersonen (VP), die zum Schadenersatz verpflichten.
  • Verzinsliche Ansammlung

    siehe %
  • Vollkaskoversicherung

    siehe Fahrzeugvollversicherung
  • Vorläufiger Versicherungsschutz

    Viele Lebensversicherungsunternehmen bieten für den Todesfall vorläufigen Versicherungsschutz in begrenzter Höhe an. Voraussetzung für diesen Versicherungsschutz ist, dass der erste Betrag gezahlt oder eine Ermächtigung zum Beitragseinzug erteilt worden ist. Der vorläufige Versicherungsschutz beginnt vor dem eigentlichen Versicherungsschutz und endet mit dem Beginn des regulären Versicherungsschutzes oder mit der Ablehnung des Versicherungsantrags.
  • Vorsorgeaufwendungen

    siehe Steuern
W
  • Warentransportversicherung

    siehe Warenversicherung
  • Warenversicherung

    Eine Form der Transportversicherung; versichert werden Güter gegen die typischen Gefahren des Transportes oder nur gegen bestimmte Gefahren. Bedingungsgrundlagen können DTV-Güter 2000/2004, ADS, ICC sowie die dazugehörigen Klauseln sein.
  • Wassersportkaskoversicherung

    Sparte der Transportversicherung bzw. Kaskoversicherung. Sie bietet Versicherungsschutz für die Wassersportfahrzeuge selbst.
  • Widerrufsrecht

    Ein Versicherungsvertrag kann innerhalb von 14 Tagen nach Unterzeichnung des Versicherungsantrags widerrufen werden, falls die Laufzeit mehr als ein Jahr beträgt und nicht sofortiger Versicherungsschutz gewünscht ist. Für die Lebensversicherung gilt ein 30tägiges “Rücktrittsrecht” nach Erhalt des Versicherungsscheins. Das Widerrufsrecht gilt auch, wenn es sich bei der Police um einen Fernabsatzvertrag handelt (generelle Frist 14 Tage, in der Lebensversicherung 30 Tage).
  • Widerspruchsrecht

    Sind bei Antragstellung nicht alle Informationen ausgehändigt worden, kann nach Erhalt des Versicherungsscheins, der Versicherungsbedingungen und aller übrigen Verbraucherinformationen innerhalb von 14 Tagen, bei der Lebensversicherung sogar innerhalb von 30 Tagen dem Vertrag widersprochen, also vom Widerspruchsrecht (siehe Police) Gebrauch gemacht werden.
  • Wiederbeschaffungswert

    Betrag, den der VN/Geschädigte bei Beschädigung einer Sache aufwenden muss, um einen wirtschaftlich gleichwertigen Gegenstand zu erwerben.
  • Wildunfälle

    Sind in der Teilkasko mitversichert. Dabei muss es sich allerdings in der Regel um Haarwild nach dem Bundesjagdgesetz handeln. Einige Versicherer bezahlen auch die Schäden mit anderen Tieren.
  • Wohngebäudeversicherung

    Kombinierte Versicherung von Gebäuden, die in der Regel folgende Gefahren umfasst: Brand, Blitzschlag, Explosion und Absturz von Luftfahrzeugen, Leitungswasser, Rohrbruch und Frost, Sturm und Hagel. Die Erweiterung um eine Elementarschadenversicherung ist möglich. Versichert ist das Gebäude mit seinen Bestandteilen. Gebäudezubehör ist versichert, wenn es der Instandhaltung des versicherten Gebäudes oder seiner Nutzung zu Wohnzwecken dienst. Besonderer Zubehör und sonstige Grundstücksbestandteile (z.B. Hundehütte, Fahnenmast) sind nur bei besonderer Vereinbarung versichert. Versichert sind neben der Zerstörung oder Beschädigung des versicherten Gebäudes z.B. auch Aufräumungs- und Abbruchkosten, Bewegungs- und Schutzkosten, Rettungskosten und Mietverlust.
Z
  • Zahlungsschwierigkeiten

    Eine Kündigung der Lebensversicherung bei Zahlungsschwierigkeiten ist die schlechteste Lösung. Man verliert nicht nur den Versicherungsschutz, sondern man muss auch finanzielle Verluste in Kauf nehmen. Die Lebensversicherungsunternehmen bieten ihren Kunden verschiedene Möglichkeiten, um den Versicherungsschutz zu erhalten: Stundung der Beiträge, vorübergehende Beleihung oder Verpfändung des Lebensversicherungsvertrages zur Beitragsentrichtung, Verrechnung der Überschussanteile mit den Beiträgen, Ermäßigung der Beiträge durch Verlängerung der Versicherungsdauer oder Herabsetzung der Versicherungssumme oder völlige Beitragsfreistellung, wodurch der Versicherungsschutz in der Regel jedoch stark gemindert wird. Bei Arbeitslosigkeit zahlt die Bundesagentur für Arbeit für von der Versicherungspflicht befreite Angestellte einen Teil der Beiträge zur Lebensversicherung.
  • Zeitwert

    Wert einer Sache zu einem bestimmten Zeitpunkt; im Gegensatz zum Neuwert (Neuanschaffungspreis) oder ursprünglichen Anschaffungspreis. Entspricht dem Neuwert abzüglich eines Betrages für Alter, Abnutzung und Gebrauch.
  • Zillmerung

    Nach A. Zillmer benanntes versicherungsmathematische Verfahren zur Berücksichtigung bereits angefallener, aber noch nicht getilgter Abschlusskosten bei der Berechnung der Deckungsrückstellung. Die “Zillmerung” hat wirtschaftlich zur Folge, dass für einen Lebensversicherungsvertrag in der Anfangszeit kein Rückkaufswert und keine beitragsfreie Versicherungssumme vorhanden sind.
  • Zinsen

    siehe Rechnungszins
  • ZÜRS Geo

    Das webbasierte Geoinformationssystem ZÜRS Geo wurde vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zur Einschätzung von Naturgefahren entwickelt. Das System ermöglicht es, Standorte deutschlandweit hinsichtlich ihrer Hochwasser- und Umweltgefährdung risikogerecht zu bewerten.Das Überschwemmungsrisiko wird deutschlandweit in vier Gefährdungsklassen eingeteilt:Gefährdungsklasse 4: statistisch 1 mal in 10 Jahren ein Hochwasser Gefährdungsklasse 3: statistisch 1 mal in 10-50 Jahren ein Hochwasser Gefährdungsklasse 2: statistisch 1 mal in 50-200 Jahren ein Hochwasser Gefährdungsklasse 1: statistisch seltener als einmal alle 200 Jahre ein Hochwasser Das Risiko einer Umweltgefährdung kann durch Analyse verschiedener Schutzgebiete (Naturschutzgebiete, Wasserschutzgebiete, etc.), Gewässer oder geschützter Arten bewertet werden.
  • Zusatzversicherung

    1. Zusätzlicher Privatversicherungsschutz zum Sozialversicherungsschutz, z.B. Krankenhaustagegeldversicherung; 2. Erweiterung einer Hauptversicherung oder einer bestehenden Versicherung um einen Zusatzschutz, z.B. Berufsunfähigkeitsund Unfallzusatzversicherung in Ergänzung zu einer Risikolebensversicherung oder Kapitallebensversicherung. Siehe Berufsunfähigkeits-, und Pflegerentenzusatzversicherung