23.05.2005 Versicherer kritisieren ADAC-Straßentest: EuroRAP zeigt falsche Ergebnisse
Das Verkehrstechnische Institut der Deutschen Versicherer (VTIV) teilt die Auffassung des ADAC, dass bauliche Maßnahmen erhebliche Potenziale bergen, unsere Straßen sicherer zu machen und die Zahl der Getöteten und Verletzten deutlich zu senken. Allerdings ist das vom ADAC vorgeschlagene Instrumentarium eines Straßentests nach EuroRap in der bisherigen Form nicht geeignet, in nennenswertem Maße dazu beizutragen.
Der wesentliche Mangel besteht darin, dass die im Test bewertete passive Sicherheit einer Straße nicht mit dem realen Unfallgeschehen übereinstimmt. So gibt es viele Straßenabschnitte, die die höchste Sternezahl erhalten, obwohl sich dort in den letzten Jahren immer wieder schwere Unfälle ereignet haben. Das Beispiel im Anhang zeigt eine solche 4 Sterne-Strecke mit 21 Unfällen mit Schwerverletzten und 3 Unfällen mit Getöteten in drei Jahren. Umgekehrt wird die passive Sicherheit von Straßen schlecht bewertet, auf denen es wenig oder keine schweren Unfälle gab. Der alleinige Blick auf die "EuroRAP-Sterne" würde also zu einer falschen Verteilung der knappen Mittel für die sicherheitstechnische Verbesserung von Straßen führen.
Stattdessen müssen die bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und den Straßenbauverwaltungen vorhandenen Berechnungen der Sicherheitspotenziale von Straßen auf der Basis von Unfallraten und Unfalldichten konsequent bei der Mittelverteilung beachtet werden. Außerdem müssen Unfallhäufungen gezielt bekämpft werden. Die vom ADAC durch Ortsbesichtigung gewonnenen Erkenntnisse können dabei eine zusätzliche Hilfe sein. Insofern sollen die begonnenen Gespräche fortgeführt und möglichst zu einem gemeinsamen Vorgehen bei der Entschärfung unfallträchtiger Straßen vorangetrieben werden.
Nähere Informationen finden Sie unter www.vtiv.de.