03.01.2018
Altersvorsorge

Warum der Verbraucherzentrale Bundesverband in Sachen Riester irrt

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hält eine Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV) zu den Kostenbelastungen der Riester-Rente für methodisch nicht haltbar. Beim Vergleich der Effektivkostenangaben ist einiges zu beachten. Das macht auch die irreführende Untersuchung des VZBV deutlich.

„Die Verbraucherschützer rechnen nicht richtig, wenn sie die Kostenannahmen im Alterssicherungsbericht der Bundesregierung mit den Effektivkosten in den Produktinformationsblättern vergleichen“, sagt Peter Schwark, Geschäftsführer des GDV. Denn die Effektivkosten müssten den theoretischen maximalen Wert unter Zugrundelegung der jeweils ungünstigsten Konstellation bei Fondsauswahl oder Überschussbeteiligung angeben. Die wirklichen Kosten für die Kunden seien fast immer deutlich niedriger. So würden Kostenüberschüsse, die den Kunden zu Gute kommen, bei der Effektivkostenberechnung grundsätzlich nicht berücksichtigt.

Die Verbraucherschützer kritisieren in einer jüngst veröffentlichten Studie die Kosten bei der Riesterrente. Von wenigen Ausnahmen abgesehen würden Produkte angeboten, die die Erwartungen der Politik an kosteneffiziente Angebote zur kapitalgedeckten Altersvorsorge nicht erfüllten.

STATEMENT

Dr. Peter Schwark,
Mitglied der GDV-Geschäftsführung:

„Seit der Einführung im Jahr 2002 sind über 16,5 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen worden. Für ein freiwilliges System ist das ein weltweit beispielloser Erfolg.“

Das Produktinformationsblatt für Riester- und Basisrenten macht unter anderem Angaben zu den so genannten Effektivkosten. Aus dieser Kennziffer geht hervor, in welchem Maße sich die maxinmal möglichen Kosten eines Vertrages auf die Rendite auswirken. Für alle geförderten Altersvorsorgeprodukte – also beispielsweise auch Fonds- oder Banksparpläne – ist die Berechnung der Effektivkosten einheitlich vorgegeben.

Die Effektivkosten auf dem Produktinformationsblatt für staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte geben an, um wie viele Prozentpunkte die Kosten eines Vertrags die Rendite höchstens sinken lassen. Aus einer jährlichen Rendite vor Kosten von beispielsweise 3,0 Prozent wird bei Effektivkosten von 0,8 Prozent eine Rendite nach allen Kosten von 2,2 Prozent pro Jahr. Die Kennziffer bezieht alle einkalkulierten Kosten ein, also außer den laufenden Verwaltungskosten auch die Abschluss- und Vertriebskosten sowie Kosten der Kapitalanlage. Um einen Vergleich zwischen den verschiedenen Produkten zu ermöglichen, gibt die Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PIA) den Anbietern eine einheitliche Methodik zur Berechnung der Effektivkosten vor.