10.01.2018
Kolumne GDV-Themen 2018

Informieren, aufklären, vorbeugen – und natürlich versichern

Die besinnliche Zeit hielt nicht lange an: Kalenderwoche 1 des neuen Jahres war geprägt von gleich drei Top-Themen, die unsere Branche unmittelbar betreffen – und unsere Arbeit auch im gesamten Jahr 2018 prägen werden. Die Kolumne des Vorsitzenden der GDV-Geschäftsführung, Jörg von Fürstenwerth.

Was für ein Start ins Jahr: Da fegt da gleich der erste Sturm durchs Land. Das Tief „Burglind“ mag zwar kein Rekordsturm gewesen sein, schwer war er aber zweifellos. Da macht der Verbraucherzentrale Bundesverband mit methodisch nicht haltbaren Berechnungen Stimmung gegen die „Riester-Rente“, eines der wohl erfolgreichsten freiwilligen Vorsorge-Modelle weltweit. Da macht eine Sicherheitslücke in Computer-Chips weltweit Schlagzeilen – und offenbart erneut die massiv wachsende Verwundbarkeit der digitalen Gesellschaft durch Cyberkriminalität in Form der Angriffsszenarien „Meltdown“ und „Spectre“.

Wenn schon Kalenderwoche 1 uns einen solchen Themen-Mix beschert, bin ich durchaus gespannt, was das neue Jahr für unsere Gesellschaft und uns Versicherer noch bereithalten wird. Immerhin spiegelt die Nachrichtenlage deutlich wieder, dass wir bei der Planung unserer Themen-Agenda für das Jahr 2018 richtig gelegen haben.

Jede Menge Altersrekorde – und was macht die Rente?

Natürlich wird uns das Thema private Altersvorsorge weiter beschäftigen. Wir wünschen uns eine Politik, die das System der Alterssicherung weiter demografiefest macht und werden dazu unsere Initiative „7 Jahre länger“ fortsetzen, mit der wir das Bewusstsein dafür schärfen wollen, dass die Menschen immer älter werden und länger fit bleiben. Beispiel gefällig? Nachdem er schon zehn Jahre im Ruhestand war, übernimmt Luciano Benetton erneut die Geschäftsführung des Modekonzerns United Colors of Benetton – mit 82 Jahren. Alle Achtung! Weitere Altersrekorde haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Die wachsende Gefahr von extremen Wetterereignissen und Cyberangriffen sind nicht erst seit Jahresanfang bekannt, das Gefahrenpotenzial wächst aber stetig: Wir wollen auch diesen Themen 2018 eine größere gesellschaftliche Aufmerksamkeit verschaffen: Informieren, aufklären, vorbeugen und natürlich versichern.

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Der Vollkasko-Schutz fürs Eigenheim fehlt noch viel zu oft

Eine Naturgefahren-Initiative wird Verbraucher ansprechen und soll sie sensibilisieren, ihr Haus und ihren Hausrat gegen Elementarrisiken wie Hochwasser oder Starkregen abzusichern. Durch eine erweiterte Naturgefahrenversicherung, die als Zusatzbaustein zur Wohngebäude- und Hausratversicherung abgeschlossen werden kann, sind Überschwemmungsschäden abgedeckt. Für 99 Prozent der Gebäude in Deutschland ist der Abschluss einer solchen Police problemlos möglich. Dennoch haben sich bundesweit bislang nur etwa 40 Prozent der Hausbesitzer für diesen Vollkaskoschutz für ihr Haus entschieden. Das wollen wir ändern.

Eine Kommunikationsinitiative für Cyber-Versicherungen wird sich an kleine- und mittelständische Betriebe mit dem Ziel richten, dass sie sich besser vor den Risiken aus dem Internet schützen. In Zeiten weitgehend digitalisierter Prozesse und jederzeit weltweit verfügbarer Daten darf IT-Sicherheit keine lästige Nebensache sein, sondern zentrales Aufgabenfeld einer guten Unternehmensführung. Auch wenn der Markt noch jung ist: Cyber-Risiken sind schon heute versicherbar. Das Geschäftsfeld ist für uns in gleichem Maße vielversprechend wie herausfordernd. Meltdown und Spectre sind Angriffsszenarien die sich global abspielen können – auf Computern und Handys. Auch wenn bislang noch keine Fälle bekannt wurden, die die aktuelle Sicherheitslücke ausgenutzt hätten, ist offensichtlich, wie groß mögliche Schäden werden können.

Das Erkennen, Bewerten, Vermeiden und Managen von Risiken ist unsere Kernkompetenz

Versicherer sorgen deshalb für Prävention, indem sie zuerst die Prozesse zur Cybersicherheit ihrer Kunden abfragen, auf Sicherheitslücken hinweisen und – falls notwendig – technische und organisatorische Änderungen bei der Cybersicherheit der Unternehmen einfordern. Erst dann geht es um die Frage des Versicherungsschutzes. Unsere Kunden müssen folglich bestimmte Vorgaben erfüllen, damit die Wahrscheinlichkeit, dass sie zum Opfer werden – und die damit verbundenen Schäden – beherrschbar und kalkulierbar bleiben.

Natürlich sind gerade bei neuen Produkten wie der Cyberversicherung eine sorgfältige Produktgestaltung und eine genaue Beobachtung der Schadenentwicklungen erforderlich. Aber: Das Erkennen, Bewerten, Vermeiden und Managen von Risiken ist Kernkompetenz unserer Branche.

Als Hüter vieler Kundendaten sind hier natürlich auch wir Versicherer selbst gefordert. Wir müssen die Sicherheit unserer Systeme ständig überprüfen. Wie wir das tun, können Sie im aktuellen Heft unseres Verbands-Magazins „Positionen“ nachlesen.

Ich wünsche Ihnen ein gesundes, erfolgreiches und sicheres neues Jahr.

Ihr
Jörg von Fürstenwerth
 

Jörg von Fürstenwerth