21.12.2017
Versicherungsvertrieb

Verschiebung der IDD-Anwendung hätte keine Auswirkungen auf deutschen Versicherungsmarkt

Die Europäische Kommission hat gestern Verordnungen („Delegated Acts“) zur Versicherungsvermittlungsrichtlinie IDD veröffentlicht, die wichtige Regeln konkretisieren. Gleichzeitig hat die Kommission vorgeschlagen, den verpflichtenden Anwendungsbeginn für die IDD um einige Monate zu verschieben. Für den deutschen Markt würde das nichts ändern, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Das IDD-Umsetzungsgesetz muss ab 23. Februar 2018 von Unternehmen und Vermittlern umgesetzt werden.

Die Verordnungen der EU-Kommission bringen Klarstellungen für die von der IDD vorgeschriebenen Produktprüfungsprozesse sowie für den Vertrieb sogenannter versicherungsbasierter Anlageprodukte – in diese Kategorie fällt beispielsweise eine nicht staatlich geförderte fondsgebundene Lebensversicherung.

„Die ‚Delegated Acts‘ der Kommission sind gut für Verbraucher, Vermittler und Versicherer. Sie stellen das Kundeninteresse im Versicherungsvertrieb ohne Wenn und Aber in den Mittelpunkt, lassen aber gleichzeitig den Spielraum, der angesichts verschiedener nationaler Gegebenheiten und individueller Geschäftsmodelle in einem dynamischen Umfeld notwendig ist“, betont Elisabeth Stiller, Abteilungsleiterin Vertrieb beim GDV.

Rechtsrahmen schnell vervollständigen
Da die EU-Kommission die Verordnungen erst kurz vor dem Inkrafttreten der IDD zum 23. Februar veröffentlicht hat, stockt in etlichen Mitgliedsstaaten die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie. Vor diesem Hintergrund hat die Kommission eine Verschiebung der IDD-Anwendung auf den 1. Oktober 2018 in die Wege geleitet. In Deutschland wirkt sich das nicht negativ aus. Die deutschen Unternehmen wissen seit Sommer 2017, wie sie die Vorgaben aus der Richtlinie umzusetzen haben. Das deutsche Umsetzungsgesetz tritt zum 23. Februar 2018 in Kraft.

Allerdings müssen auch in Deutschland noch zwei nationale Verordnungen – die Versicherungsvermittlungsverorndung (VersVermV) und die Informationspflichtenverordnung (VVGInfoV) – vom Gesetzgeber verabschiedet werden. Beide liegen bisher nur im Entwurf vor. Eine zügige Verabschiedung ist wünschenswert, um schnell Rechtssicherheit für Unternehmen und Vermittler zu schaffen.