06.11.2017
Schleswig-Holstein

Naturgefahren-Kampagne auch im hohen Norden

Als zehntes Bundesland startet jetzt auch Schleswig-Holstein eine Informationskampagne zum Thema Naturgefahren. Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale und der Versicherungswirtschaft will das Land damit auf die Folgen von extremen Wettereignissen aufmerksam machen. Die Kampagne gibt konkrete Hinweise, wie Eigenvorsorge aussehen könnte und welcher Versicherungsschutz notwendig ist. In Schleswig-Holstein liegt die Versicherungsdichte gegen Elementarschäden derzeit bei lediglich 21 Prozent (Bundesdurchschnitt: 40 Prozent).

Nicht nur hoch im Norden, sondern in ganz Deutschland muss zunehmend mit Schäden durch extreme Wettereignisse wie Überschwemmungen oder Starkregen gerechnet werden. Nach einer Umfrage des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unterschätzen die meisten Menschen jedoch das Risiko, selbst Opfer solcher Wetterlagen zu werden. Allein die Unwetterserie zwischen Ende Juni und Anfang Juli mit den Tiefdruckgebieten „Paul“ und „Rasmund“ verursachte versicherte Schäden an Häusern, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben sowie Autos von rund 600 Millionen Euro.

Keine staatliche Entschädigung für Betroffene

In Schleswig-Holstein war die Kleinstadt Marne im vergangenen Juli von starken Regenfällen mit Überschwemmungen betroffen. Ende Juni 2016 fielen in der Landeshauptstadt Kiel 23,7 Liter Regen pro Quadratmeter an einem Tag – die stärksten Regenfälle dort seit 1962. Und erstmals überhaupt in ihrer 65-jährigen Geschichte mussten die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg eine Premierenveranstaltung wegen Starkregen abbrechen.

Für Schäden an privaten Gebäuden und Grundstücken, die durch Sturmfluten, Hochwasser oder Starkregen hervorgerufen werden, haften weder Bund und Land noch die Gemeinden. Auf staatliche Entschädigungsleistungen können die Betroffenen nicht ohne Weiteres hoffen. Umso wichtiger sind daher Prävention und private Eigenvorsorge. „Mit einer Erweiterten Naturgefahrenversicherung gegen Elementarschäden lässt sich das Risiko absichern, dass das eigene Haus beschädigt oder sogar komplett zerstört wird“, sagt der zuständige GDV-Geschäftsführer Bernhard Gause.

Hauseigentümer und Mieter finden auch in hochgefährdeten Überschwemmungsgebieten Versicherungsschutz. „Wir können inzwischen über 99 Prozent der Gebäude problemlos versichern“, sagt Gause. Rund 130 Versicherer haben entsprechende Angebote. Auf der Internetseite www.schleswig-holstein.de/elementarschadenkampagne, die zum Start der Informationskampagne freigeschaltet wird, gibt es eine Liste der Versicherer, die sich besonders in Schleswig-Holstein engagieren.

Was ist eine Erweiterte Naturgefahrenversicherung?

Um sich vor extremen Naturereignissen wie Starkregen, Überschwemmung und Hochwasser zu schützen, brauchen Hausbesitzer und Mieter eine Erweiterte Naturgefahrenversicherung (gegen Elementarschäden). Sie schützt auch vor den finanziellen Folgen durch Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbrüchen. Sie wird als optionaler Zusatzbaustein zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung angeboten. Immer mehr Versicherer gehen hier einen Schritt weiter: Sie bieten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung inklusive der Naturgefahrenversicherung an. Kunde und Versicherer können sich natürlich auch gegen den Elementarbaustein entscheiden.