08.09.2017
Verbraucherschutz

Versicherungsbedingungen – einfach rechtssicher

Schluss mit Fachchinesisch: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die sprachliche Überarbeitung seiner Musterbedingungen für Verbraucher abgeschlossen. Kürzere Sätze, weniger Fremdwörter, Verben statt Substantive: Insgesamt fünfzig Regelwerke sind nun verständlicher als jemals zuvor.

Die neu verfassten Musterbedingungen für die Wohngebäude- und Hausratversicherung liegen vor. Der GDV schließt damit ein Projekt ab, in dem insgesamt 50 Regelwerke allein für Privatkunden sprachlich überarbeitet worden sind. Dazu gehören auch die Musterbedingungen für Lebens- und Rentenversicherungen, private Unfall-, Haftpflicht-, Rechtsschutz-, Wohngebäude- sowie Kfz-Versicherungen sowie Schutzbriefe. Für diese Arbeit ließ sich der GDV von Sprachwissenschaftlern beraten, aber auch Hinweise von Verbraucherschützern und des Versicherungsombudsmanns sind eingeflossen. Mit den GDV-Musterbedingungen können Versicherungsunternehmen ihre Produkte gestalten. Sie sind für Versicherungsunternehmen unverbindlich, denn sie müssen nach dem Kartellrecht unabhängig voneinander am Markt agieren.

„So einfach und klar wie möglich“

Der Spagat zwischen einfacher und rechtssicherer Sprache ist nicht zu unterschätzen: Kaum ein Lebensbereich, der nicht versicherbar wäre. Kaum ein Lebensumstand, der nicht in eine Police mit hineinspielen könnte. Versicherungsbedingungen müssen rechtssicher regeln, was versichert ist und was nicht. „Das darf aber keine Ausrede sein, sich nicht jeden Tag neu zu bemühen, die Dinge so einfach und klar wie möglich darzustellen“, sagt der Vorsitzenden der GDV-Geschäftsführung, Jörg von Fürstenwerth.

STATEMENT

Jörg von Fürstenwerth,
Vorsitzender der GDV-Geschäftsführung:

„Ein Verband sollte transparent informieren – und Fragen, die eine Branche aufwirft, klar beantworten: gegenüber der Politik, Multiplikatoren, der Branche selber – und natürlich auch gegenüber den Menschen, die das Produkt Versicherung nutzen.“

Sprachlich wurde an vielen Stellen gearbeitet: kürzere Sätze, einfache Begriffe, weniger Fremdwörter, Verben statt Substantive. Die Texte sind klarer gegliedert, haben kurze Absätze, Zwischenüberschriften und Aufzählungseinschübe. Das hilft den Kundinnen und Kunden sich zu orientieren, ebenso wie ausführliche Inhaltsverzeichnisse. Beispiele veranschaulichen Komplexes, Ausnahmen sind deutlich gekennzeichnet. Nicht immer wurde der Umfang kürzer. Zum Teil war sogar mehr Text nötig, um verständlicher zu werden. Konkrete Textbeispiele, wie einzelne Passagen sprachlich optimiert wurden, finden Sie hier.