25.08.2017
MiFID / MiFIR

Keine pauschale Handelspflicht für Derivate

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA hat ein Konsultationspapier zur Einführung der Handelspflicht für bestimmte, clearingpflichtige Derivate veröffentlicht. Der GDV hat an dem Papier Kritik geübt und Ausnahmen für Versicherer gefordert. Weiterhin hat sich der Verband für einen ausreichenden zeitlichen Vorlauf vor Inkrafttreten der Regelung eingesetzt.

Die Handelspflicht zielt darauf ab, bestimmte standardisierte Derivateklassen zukünftig nur noch über geregelte Märkte, multilaterale oder organisierte Handelssysteme und äquivalente Dritthandelsplätze handeln zu lassen. Eine Derivateklasse muss zur Einführung der Handelspflicht clearingpflichtig, zum Handel an zumindest einem Handelsplatz zugelassen und ausreichend liquide sein.

Der GDV hat in seiner Stellungnahme auf folgende Punkte hingewiesen:

  • Das Proportionalitätsprinzip sollte bei der Regulierung angemessen berücksichtigt werden. Daher sollten mittlere und kleinere Versicherer von der Handelspflicht generell ausgenommen werden. Für große Versicherer sollten Schwellenwerte eingeführt werden, um sie von der Regulierung auszunehmen, soweit sie mit den entsprechenden Derivate nicht regelmäßig handeln.
  • Für die Einführung der Handelspflichten sollte ein ausreichender zeitlicher Vorlauf eingeräumt werden, d. h. mindestens 9 Monate ab Veröffentlichung der Regulierung im Europäischen Amtsblatt.

Die vollständige Stellungnahme des GDV in Englisch finden Sie im Download-Bereich.

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Stellungnahme

Keine pauschale Handelspflicht für Derivate

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