12.07.2017
Kolumne Randalierer in Hamburg

Resultate eines G20-Gipfels

Die Bilder aus Hamburg sind erschreckend – und alarmierend. Die Folgen werden auch Versicherer beschäftigen. Für die Auswahl eines Tagungsortes darf dies jedoch keine Rolle spielen: Es kann nicht sein, dass marodierende Chaoten den führenden Industrienationen dieser Welt vorschreiben, wo sie zu tagen haben. Die Kolumne des Vorsitzenden der GDV-Geschäftsführung, Jörg von Fürstenwerth.

Die Ausschreitungen um den Hamburger G20-Gipfel sind in den sozialen Medien bestens dokumentiert. Die Bilder zeugen allzu oft kaum von politischer Überzeugung, denn viel mehr von schierer Provokation und blinder Zerstörungswut. Vielfach werden auch Fälle dokumentiert, bei denen Menschen fassungslos mit ansehen müssen, wie Dinge, die ihnen lieb und teuer sind, beschädigt oder zerstört werden – grundlos und mutwillig.

Eine Schätzung der Höhe der versicherten Schäden in Hamburg folgt in Kürze

Die Folgen werden auch uns Versicherer beschäftigen: Wir werden die versicherten Schäden unserer Kundinnen und Kunden zügig erstatten. So übernimmt die Teilkaskoversicherung Schäden an Autos, etwa durch Feuer oder zerstörte Autoscheiben. Vandalismusschäden, etwa durch Steinwürfe, sind darüber hinaus meistens mit einer Vollkaskoversicherung gedeckt.

Bei Einbruchs- und Feuerschäden, etwa durch Brandsätze an Gebäuden, greifen die Hausratversicherung oder die gewerbliche Sachversicherung. Die meisten Haus- und Wohnungsbesitzer sowie Mieter sind allerdings oft nicht gegen mutwillige Sachbeschädigungen, etwa durch Steinwürfe, versichert. Hier ist die Regelung des jeweiligen Vertrages entscheidend. Haben Gewerbebetriebe zum Beispiel eine „Extended Coverage“-Police, sind solche mutwilligen Sachschäden in der Regel eingeschlossen. Alle diese Informationen haben wir hier zusammengefasst, eine Schätzung der Höhe der Hamburger Schäden werden wir in Kürze vorlegen.

Für die Auswahl eines Tagungsortes darf all dies jedoch keine Rolle spielen: Es kann nicht sein, dass marodierende Chaoten den führenden Industrienationen dieser Welt vorschreiben, wo sie zu tagen haben.

Ohnehin ist bei all den Bildern von brennenden Autos und Barrikaden im Hamburger Schanzenviertel die Reflexion über die politische Arbeit des G20-Gipfels für meinen Geschmack viel zu kurz gekommen. „Die G-20-Staaten haben die Sonderrolle Amerikas in ihrer Abschlusserklärung zementiert“, kommentiert etwa die FAZ. Das zielt vor allem auf das Thema Klimapolitik ab. Immerhin 19 Staaten halten am Klimaabkommen von Paris fest.

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Eintreten für das Pariser Klimaabkommen

Der Klimawandel mit all seinen – auch versicherungswirtschaftlichen – Folgen ist ein globales Problem. Es war ein schwerer Schlag, als US-Präsident Donald Trump vor wenigen Wochen das Pariser Klimaabkommen aufgekündigt hatte. Ich halte die damalige Entscheidung des US-Präsidenten nicht nur für höchst bedauerlich, sondern auch für kurzsichtig.

Vor diesem Hintergrund ist es wohl als Erfolg zu werten, dass das Beispiel USA in Hamburg keine Nachahmer gefunden hat, wenn man von einigen taktischen Scharmützeln absieht.

Ihr
Jörg von Fürstenwerth

 
Jörg von Fürstenwerth