30.06.2017
Umsetzung der EU-Vertriebsrichtlinie

Mehr Transparenz im Versicherungsvertrieb

Ob Makler, Vertreter oder Versicherer – künftig gelten gleiche Regeln für alle, die Versicherungen vertreiben. Für Verbraucher bringt das „Gesetz zur Umsetzung der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) und zur Änderung weiterer Gesetze“ mehr Transparenz, betont der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Das vom Bundestag beschlossene Gesetz beinhaltet ein ausgewogenes Regelwerk für den Versicherungsvertrieb, der sich in einem herausfordernden Umfeld bewähren muss. Neu ist, dass gleiche Regeln für alle gelten, die Versicherungen vertreiben. Dazu gehört auch die Pflicht, sich weiterzubilden.

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„Erfreulich ist, dass die Umsetzung der Richtlinie in der laufenden Legislaturperiode gelingt. Dennoch wird die Zeit knapp: Den Unternehmen bleiben nur noch rund neun Monate, um die neuen Regeln umzusetzen. Umso wichtiger ist eine zügige Verabschiedung der ausstehenden Rechtsverordnungen auf nationaler und europäischer Ebene“, mahnt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Geschäftsführung.

Neue Informationspflichten

Damit Kunden die Interessenlagen im Versicherungsvertrieb erkennen können, müssen künftig Art und Quelle der Vergütung offengelegt werden. Beratungs- und Informationspflichten werden insbesondere für den Vertrieb von Versicherungsanlageprodukten verschärft.

Das Gesetz bringt auch Anforderungen, die in der EU-Richtlinie IDD nicht angelegt sind. So wird der Inhalt für die Standmitteilung in der Lebensversicherung mit Überschussbeteiligung vorgegeben. Für Restschuldversicherungen werden zusätzliche Transparenzvorschriften und Maßnahmen eingeführt, die den Vertrieb verbraucherfreundlicher gestalten sollen. Außerdem wird das Provisionsabgabeverbot festgeschrieben. Damit ist sichergestellt, dass bei Beratung und Vermittlung auch künftig Kundenbedürfnisse und Produktqualität im Mittelpunkt stehen.

STATEMENT

Jörg von Fürstenwerth,
Vorsitzender der GDV-Geschäftsführung:

„Erfreulich ist, dass die Umsetzung der Richtlinie in der laufenden Legislaturperiode gelingt. Dennoch wird die Zeit knapp: Den Unternehmen bleiben nur noch rund neun Monate, um die neuen Regeln umzusetzen. Umso wichtiger ist eine zügige Verabschiedung der ausstehenden Rechtsverordnungen auf nationaler und europäischer Ebene.“

Kundenbedürfnisse im Fokus

Die neuen Vertriebsregeln sollen dafür sorgen, dass die Versicherungen zu den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden passen, die sie abschließen. Den durch die Digitalisierung veränderten Kundenerwartungen – insbesondere an den Online-Vertrieb – wird das Gesetz nur teilweise gerecht. Es führt eine Beratungspflicht für Versicherer im Fernabsatz ein. Immerhin können Kunden im Fernabsatz durch Versicherer und Vermittler medienbruchfrei auf die Beratung verzichten – also beispielsweise per E-Mail oder im Online-Formular.