31.05.2017
Solvency II

Zweiter EIOPA-Call for Evidence zur Standardformel

Die europäische Aufsichtsbehörde EIOPA führt im Zuge des Solvency-II-Reviews zur Standardformel eine Konsultation zur Behandlung von ungelisteten Aktien sowie von Anleihen/Darlehen ohne Rating durch. Der GDV hat eine Stellungnahme abgegeben und hierin Methoden und Kriterien für die Behandlung der betreffenden Eigen- und Fremdkapitalinvestitionen vorgeschlagen.

In seiner Stellungnahme hat sich der Verband im Wesentlichen wie folgt positioniert:

Anleihen und Darlehen ohne Rating:

  • Es werden verschiedene Ansätze für Methoden und Kriterien benannt, bei denen Anleihen und Darlehen ohne Rating im Spreadrisiko wie geratete Papiere mit Bonitätsstufen (Credit Quality Step – CQS) 1, 2 oder 3 behandelt werden können und die Verwendung von Proxy- oder unter bestimmten Voraussetzungen internen Ratings vorgeschlagen.
  • Schuldscheindarlehen und Privatplatzierungen (Private Placements), die entsprechend der im GDV-Kreditleitfaden verwendeten Kriterien analysiert werden, sollten wie geratete Papiere mit CQS 1, 2 oder 3 behandelt werden.
  • Für Hypothekendarlehen an Privatkunden (Verbraucherdarlehen) wurde eine Streichung des Schwellenwertes von einer Million Euro als Voraussetzung für die Berücksichtigung im Gegenparteiausfallrisiko vorgeschlagen. Auch hinsichtlich Hypothekendarlehen an Wohnungsbaugesellschaften setzt sich der Verband für eine Behandlung unter dem Gegenparteiausfallrisiko anstatt unter dem Spreadrisiko ein.

 
Nicht börsennotierte Aktien und sonstige Eigenkapitalinstrumente:

  • In Bezug auf nicht börsennotierte Aktien und sonstige Eigenkapitalinstrumente aus dem EWR-Raum hat die EU-Kommission der EIOPA den Auftrag erteilt, Kriterien zu benennen, nach denen die Eigenmittelanforderungen von börsennotierten Eigenkapitalinstrumenten auch auf nicht notierte Anlagen übertragen werden können. Der Verband weist insbesondere darauf hin, dass eine etwaige Liste von Kriterien für die Versicherer nicht übermäßig komplex und kostenintensiv sein dürfte. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass diese nicht praxisgerecht anwendbar sein könnte.

Der Verband wird diese Positionen im Rahmen von Anfang Juni 2017 bei der EIOPA stattfindenden Gesprächen vertieft diskutieren. Die EIOPA ist aufgefordert, der EU-Kommission bis zum 28. Februar 2018 ihre Empfehlungen zu diesen Fragestellungen mitzuteilen.

Die vollständige Stellungnahme des GDV (engl.) steht Ihnen auf dieser Seite im Download-Service zur Verfügung.

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