18.05.2017
Hessen startet Aufklärungskampagne

Nur ein Drittel der Häuser ist ausreichend gegen Wetterextreme versichert

Obwohl Hessen in den vergangenen Jahren mehrfach von extremen Unwettern heimgesucht wurde, unterschätzen die meisten Hausbesitzer weiterhin die Gefahren für ihr Eigenheim. Nach Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind nur 33 Prozent der hessischen Wohngebäude gegen Starkregen, Überschwemmungen und andere Elementargefahren versichert.

„Vielen Hausbesitzern ist nicht bewusst, dass die Naturgewalten genauso verheerend wirken können wie Feuer – dabei wurden in manchen Jahren bereits mehr Häuser durch Überschwemmungen zerstört als durch Brände“, sagt Bernhard Gause, Mitglied der GDV-Geschäftsführung. Im Juli 2014 etwa richteten die Unwetter Lucia und Michaela allein in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden Schäden in Höhe von über sechs Millionen Euro an versicherten Gebäuden an; die Betroffenen erhielten von ihrer Versicherung im Durchschnitt mehr als 50.000 Euro.

„Der Schutz vor extremen Wetterereignissen sollte für Hausbesitzer daher ebenso selbstverständlich sein wie vorbeugender Brandschutz und der Abschluss einer Feuerversicherung“, so Gause. Dass die Realität eine andere ist, belegt eine repräsentative GfK-Umfrage im Auftrag des GDV: Demnach halten 90 Prozent der Hausbesitzer Feuer für eine große Gefahr für ihre Immobilie, während nur 12 Prozent Starkregen und Überschwemmungen als gefährlich ansehen.

Hessen startet Aufklärungskampagne

Da häufige Unwetter Prävention und Eigenvorsorge der Bürger immer wichtiger machen, hat das Land Hessen am Dienstag eine Aufklärungskampagne gestartet. Unter dem Titel „Hochwasser und Naturgefahren – richtig vorsorgen in Hessen“ informiert die Landesregierung über Risiken, Präventionsmöglichkeiten und den Versicherungsschutz gegen Naturgefahren. Der GDV und die Verbraucherzentrale Hessen sind Partner der Kampagne.

„Aufklärung über Naturgefahren und ihre mitunter verheerenden Folgen tut Not. Jedes Haus kann von Überschwemmungen, Starkregen und anderen Naturgewalten betroffen sein. Die gute Nachricht dabei lautet: Über 99 Prozent der Gebäude lassen sich problemlos versichern“, sagt Gause.

Was ist eine Elementarschadenversicherung?

Um sich vor extremen Naturereignissen wie Starkregen, Überschwemmung und Hochwasser zu schützen, brauchen Hausbesitzer und Mieter eine Elementarschadenversicherung. Sie schützt zudem vor den finanziellen Folgen durch Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbrüchen. Die Elementarschadenversicherung wird als optionaler Zusatzbaustein zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung angeboten. Immer mehr Versicherer gehen hier einen Schritt weiter: Sie bieten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung inklusive der Elementarschadenversicherung an. Kunde und Versicherer können sich natürlich auch gegen den Elementarbaustein entscheiden. Rund 130 Versicherer haben entsprechende Angebote.