05.04.2017
Versicherungsschutz vor Naturgefahren

Mehr Hausbesitzer gegen Überschwemmungen versichert

Rund 40 Prozent der Hausbesitzer in Deutschland haben sich gegen Schäden durch Überschwemmungen und weitere Elementargefahren versichert. Das sind rund drei Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr und mehr als doppelt so viele versicherte Häuser wie vor 15 Jahren.

2016 stieg die Versicherungsdichte bundesweit an, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Der Versicherungsschutz gegen Überschwemmungen durch Starkregen liegt sogar bei rund 43 Prozent. Der Grund: Zahlreiche Versicherungsunternehmen bieten eine eigene Versicherung gegen Überflutungen an.

Informationskampagnen zeigen Wirkung

„Der Anstieg der Versicherungsdichte gegen Elementargefahren zeigt, dass die Verbraucher zunehmend für die Gefahr Starkregen sensibilisiert sind und die Informationskampagnen in zahlreichen Bundesländern wirken“, sagte Bernhard Gause, Mitglied der GDV-Geschäftsführung. In neun Bundesländern informieren die Landesregierungen mit Unterstützung der deutschen Versicherer ihre Bürger über die Risiken von Elementargefahren, wie man sich schützen kann und welche Versicherungen notwendig sind. Bayern machte im Jahr 2009 den Auftakt. Seitdem konnte die Versicherungsdichte dort um 15 Prozentpunkte auf derzeit 30 Prozent erhöht werden. Es folgten im Jahr 2012 Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch hier sind Zuwächse von jeweils rund fünf Prozentpunkten zu verzeichnen.

Elementarschadenversicherung im Überblick

Die Grafik zeigt den prozentualen Anteil der Gebäude, die in den Bundesländern gegen Elementarschäden versichert sind. Bundesweit sind 40 Prozent aller Wohnhäuser vor Naturgefahren wie Hochwasser, Überschwemmung und Starkregen finanziell geschützt.

 
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Menschen unterschätzen ihr persönliches Risiko

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung sind immer noch knapp elf Millionen der rund 17,5 Millionen Wohngebäude nicht ausreichend versichert. „Viele Hauseigentümer unterschätzen leider immer noch die Gefahr, Opfer von Überschwemmungen oder Hochwasser zu werden“, sagte Gause. Laut einer vom GDV in Auftrag gegebenen GfK-Umfrage gehen über 90 Prozent der Hausbesitzer davon aus, umfassend gegen Naturgefahren abgesichert zu sein.

Eine Wohngebäudeversicherung allein schützt zwar vor Sturm- und Hagelschäden, ist aber kein Schutz gegen Elementargefahren. Erst mit einer Elementarschadenversicherung ist die Vollkasko fürs Haus komplett. Sturzfluten können jederzeit und überall auftreten. Der Totalverlust des Eigenheims ist für die meisten Menschen existenzbedrohend. Das Versicherungsangebot ist breit. Bayern hat angekündigt, als erstes Bundesland ab Juli 2019 keine finanziellen Staatshilfen mehr an unversicherte Hochwasseropfer zu zahlen, wenn das Haus versicherbar gewesen wäre.