28.04.2017
Konjunktur und Märkte

Konjunkturfrühling stützt die Geschäftsentwicklung in der Versicherungswirtschaft

Die deutsche Versicherungswirtschaft profitiert 2017 von dem anhaltenden konjunkturellen Aufschwung. Positive Impulse sind insbesondere für die Schaden- und Unfallversicherung zu erwarten, während in der Lebensversicherung das anhaltende Niedrigzinsniveau die Nachfrage weiterhin dämpft, prognostiziert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Für die Versicherungswirtschaft insgesamt schätzen die GDV-Volkswirte in der aktuellen Ausgabe der Broschüre „Konjunktur und Märkte“ für 2017 ein Beitragswachstum von rund einem Prozent. Im vergangenen Jahr war das Beitragsvolumen um 0,2 Prozent auf 194,2 Milliarden Euro gestiegen. Die Prognose stützen die Experten vor allem auf das voraussichtlich anhaltend robuste Wirtschaftswachstum in Deutschland, das sie für 2017 auf etwa 1,5 Prozent veranschlagen. Vor diesem Hintergrund dürften Unternehmen, aber bei steigender Beschäftigung und steigenden Löhnen auch die privaten Haushalte verstärkt Versicherungsschutz nachfragen.

STATEMENT

Dr. Klaus Wiener, Mitglied der GDV-Geschäftsführung:

„Obwohl die Risikolage weiterhin sehr angespannt ist, zeigt sich die Konjunkturentwicklung zu Beginn des Jahres 2017 überraschend freundlich. In nahezu allen Wirtschaftsregionen der Welt deuten die einschlägigen Konjunkturindikatoren auf weiteres und zum Teil auch beschleunigtes Wachstum hin. Angesichts der unwägbaren Folgen des Brexit, des aufkeimenden Protektionismus und Nationalismus und nicht zuletzt wegen der vielen ungelösten Krisen in der Welt ist die Prognoseunsicherheit aber weiterhin deutlich erhöht.“

Niedrigzinsphase dämpft Lebensversicherungsgeschäft

In der Lebensversicherung wird die positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung weiterhin von den Auswirkungen der Niedrigzinsphase überlagert. Auch lassen sich strukturelle Veränderungen im Produktportfolio der Lebensversicherungsunternehmen beobachten. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet der GDV daher für die Lebensversicherung einen erneuten, wenn auch schwächeren Beitragsrückgang als im Jahr 2016. Maßgeblich hierfür ist der verlangsamte Rückgang des Einmalbeitragsgeschäfts. Im vergangenen Jahr waren die Beitragseinnahmen der Sparte um 1,1 Prozent auf 92,7 Milliarden Euro gesunken, die laufenden Beiträge blieben allerdings stabil.

Geschäftslage ist besser als die Erwartungen

Der aktuelle Konjunkturtest des ifo Instituts deutet ebenfalls auf eine zumindest stabile Geschäftsentwicklung in der Versicherungswirtschaft hin. Die große Mehrheit der Unternehmen bewertet ihre aktuelle Geschäftslage als befriedigend.

Die momentane Situation ist damit aus Unternehmenssicht freundlicher als die Geschäftsperspektiven. Zwar rechnet eine deutliche Mehrheit der Unternehmen auf Sicht der kommenden sechs Monate mit einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung, die Erwartungshaltung ist aber deutlich gedämpfter. Insgesamt spiegeln die Umfrageergebnisse des ifo Instituts das schwierige Umfeld aus niedrigen Zinsen und hoher Regulierungsintensität wider.

Download der Studie

Konjunkturfrühling stützt Geschäftsentwicklung
Konjunktur und Märkte 2017

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