24.04.2017
Pressemitteilung der Initiative „7 Jahre länger leben“

Deutsche leben immer länger bei guter Gesundheit

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt. Noch stärker ist zuletzt allerdings die Zahl der gesunden Lebensjahre gewachsen.

Die Deutschen verbringen einen immer größeren Teil ihres Lebens bei guter Gesundheit. Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Berechnung des Demografen Roland Rau für die Initiative „7 Jahre länger“. Zwischen 2005 und 2013 haben demnach 65-jährige Frauen weitere 2,8 gesunde Lebensjahre hinzugewonnen. Ihre verbleibende Lebenserwartung stieg in der Zeit aber „nur“ um 0,6 Jahre.

„Der Anstieg der Lebenserwartung geht nicht einher mit einer längeren Krankheitsphase. Die Menschen bleiben zugleich immer länger gesund“, sagt Rau, der am Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock tätig ist.

Gravierende Gesundheitsprobleme treffen Menschen erst spät

Diese Entwicklung zeigt sich in allen Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern. Und sie bestätigt sich auch bei einer anderen Definition für gutes Befinden: So wuchs zwischen 2005 und 2013 zugleich die Zeit, die die Menschen „in Abwesenheit schlechter Gesundheit“ verbringen, in der sie ihre körperliche Verfassung also mit mindestens „mittel“ bewerten. 65-jährigen Frauen haben inzwischen noch 17,1 relativ beschwerdefreie Jahre vor sich: 2,1 mehr als 2005.

Lebensweise und medizinischer Fortschritt verbessern Fitness

Einen Grund für die bessere körperliche Verfassung der Menschen sieht Rau in der gesünderen Lebensweise. Daneben spiele der medizinische Fortschritt eine sehr wichtige Rolle: „Im Untersuchungszeitraum ist beispielsweise die Sterblichkeit in Deutschland aufgrund von Kreislauferkrankungen um knapp 20 Prozent gesunken“, betont Rau.

Der Forscher hält einen weiteren Anstieg der Lebenserwartung und damit auch zusätzlicher gesunder Lebensjahre für möglich. „Entscheidend ist vor allem ein medizinischer Durchbruch bei der Behandlung von Krebserkrankungen“, so der Demograf. Nach den kardiovaskulären Krankheiten wie Herzinfarkten seien sie die zweithäufigste Todesursache.

Verbleibende Lebensjahre in guter Gesundheit*

  Frauen Männer
ab Alter 2005 2013 +/- 2005 2013 +/-
25 29,9 34,0 4,1 29,1 34,0 4,9
55 9,2 12,4 3,2 8,8 11,7 2,9
65 4,9 7,7 2,8 5,2 7,5 2,3

Verbleibende Lebensjahre in Abwesenheit schlechter Gesundheit**

  Frauen Männer
ab Alter 2005 2013 +/- 2005 2013 +/-
25 50,1 52,2 2,1 46,5 49,1 2,6
55 22,7 24,9 2,2 20,1 22,1 2,0
65 15,0 17,1 2,1 13,4 15,2 1,8

Verbleibende Lebenserwartung

  Frauen Männer
ab Alter 2005 2013 +/- 2005 2013 +/-
25 57,5 58,3 0,8 52,2 53,6 1,5
55 28,8 29,5 0,6 24,4 25,5 1,1
65 20,1 20,7 0,6 16,6 17,6 1,0
* Die Befragten schätzen ihren Gesundheitszustand auf einer fünfstufigen Skala als „sehr gut“ oder „gut“ ein. Die Ausprägungen „mittel“,  „schlecht“ oder  „sehr schlecht“ wurden ausgeschlossen.

** Die Befragten schätzen ihren Gesundheitszustand auf einer fünfstufigen Skala als „sehr gut“, „gut“ oder „mittel“ ein. Die Ausprägungen  „schlecht“ oder  „sehr schlecht“ wurden ausgeschlossen.

Quelle: Roland Rau, basierend auf EU-SILC Umfragedaten von Eurostat und Daten der Human Mortality Database

Auswertung Teil des Grünbuchs „Alternde Gesellschaft“

Die Auswertung zur Entwicklung der gesunden Lebenszeit ist Teil des Grünbuchs „Alternde Gesellschaft“, das von der „Initiative „7 Jahre länger“ initiiert und vom Demografie-Netzwerk Population Europe – einem Verbund internationaler Bevölkerungsforscher – umgesetzt wird. Darin befassen sich mehrere Experten mit den Folgen des demografischen Wandels und den Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die vollständigen Ergebnisse werden im Juni veröffentlicht.

Für seine Berechnung hat Rau Daten der europäischen Haushaltsbefragung „EU-SILC“ genutzt. Damit werden allein in Deutschland jährlich 14.500 Personen befragt – unter anderem zu ihrer Gesundheit. Die Angaben glich er mit Daten der Human Mortality Database ab, mit der sich die Lebenserwartung für einzelne Jahrgänge bestimmen lässt. Die aktuellsten Zahlen stammen von 2013.

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