30.03.2017
Prognos-Studie

Versicherungswirtschaft als Wachstumstreiber

Die Versicherungswirtschaft sichert über eine Million Arbeitsplätze in Deutschland und leistet einen signifikanten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt. Konkret sorgt die Branche über direkte, indirekte und Konsumeffekte für 1,2 Millionen Jobs und generiert einen Beitrag zur Bruttowertschöpfung in Höhe von 90 Milliarden Euro. „Gemessen an der gesamten deutschen Volkswirtschaft des Jahres 2015 ist die Assekuranz damit für 3,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und 2,7 Prozent der Erwerbstätigen verantwortlich“, sagte der Chefvolkswirt der Prognos AG, Michael Böhmer, in Köln.

Diese zentralen Kennzahlen stammen aus der aktuellen Prognos-Studie „Die Bedeutung der Versicherungswirtschaft für den Wirtschaftsstandort Deutschland“. Im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat Prognos untersucht, wie groß die von der Assekuranz ausgehenden Effekte auf Wertschöpfung und Beschäftigung der gesamten Volkswirtschaft ausfallen.

BIP-Wachstum profitiert von dynamischem Versicherungsmarkt

„Das Ergebnis der Untersuchung unterstreicht die Schlüsselfunktion der Versicherungsbranche“, sagte Studienautor Böhmer. Sie sichert Risiken ab und sorgt dadurch sowohl auf individueller als auch auf gesamtwirtschaftlicher Ebene für Stabilität. Zudem ist die Versicherungswirtschaft unerlässlich als Investor, der Unternehmen und öffentliche Hand finanziert. Und nicht zuletzt zeigen die Prognos-Modellrechnungen, dass das Wirtschaftswachstum von einem dynamischen Versicherungsmarkt profitiert.

Der Zusammenhang wird deutlich bei einer näheren Betrachtung von Versicherungsdichte, also der Pro-Kopf-Ausgaben für Versicherungen, und Wachstumstempo: Im untersuchten Zeitraum lag der durchschnittliche BIP-Zuwachs bei jährlich 1,3 Prozent. Ohne den Wachstumsimpuls der Versicherungsbranche, den Prognos auf gut 0,1 Prozentpunkte pro Jahr beziffert, wäre das BIP 2014 um fast 50 Milliarden Euro geringer ausgefallen.

STATEMENT

Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft

„Wir Versicherer erfüllen eine zentrale Rolle für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Als Türöffner für wirtschaftliches Handeln und Innovationen ist unsere gesellschaftliche Bedeutung größer denn je, gerade in diesen unsicheren Zeiten.“

„Versicherer sind als Türöffner wichtiger denn je“

„Diese Zahlen machen deutlich: Wir Versicherer erfüllen eine zentrale Rolle für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagte GDV-Präsident Alexander Erdland. „Als Türöffner für wirtschaftliches Handeln und Innovationen ist unsere gesellschaftliche Bedeutung größer denn je, gerade in diesen unsicheren Zeiten.“

Erdland: Ausstieg aus der Niedrigzinsphase jetzt angehen

Vor diesem Hintergrund erneuerte Erdland seinen Appell an die Europäische Zentralbank (EZB), ihre ultralockere Geldpolitik zu beenden. Die Kapitalmarktzinsen seien aufgrund der höheren Staatsausgaben und der gelockerten Geldpolitik der USA seit vergangenem Sommer bereits graduell gestiegen. Und auch im Euroraum mehrten sich die Indikatoren für eine Zinswende an den Märkten. Diese sollte aber nicht zu abrupt ausfallen, um Verwerfungen in der Realwirtschaft und an den Finanzmärkten zu vermeiden. „Es ist wichtig, dass die Notenbanken nicht zu spät auf das deutlich verbesserte Umfeld reagieren. Die EZB sollte jetzt den Einstieg in den Ausstieg angehen“, sagte

Aktuelles zum Thema Zinswende finden Sie im neuen „Makro und Märkte kompakt“.