20.03.2017
Initiative 7 Jahre länger - Wahljahr 2017

Ab 60-Jährige sind erstmals größte Wählergruppe

Senioren sind bei den kommenden Bundestagswahlen mit 36,1 Prozent zum ersten Mal die größte Wählergruppe. Und auch bei den anstehenden Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen spielen sie eine gewichtige Rolle.

Die Senioren beeinflussen den Ausgang der Bundestagswahl 2017 so stark wie bei keiner anderen zuvor. Mit einem Anteil von 36,1 Prozent der Wahlberechtigten bilden die ab 60-Jährigen erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik die größte Gruppe. Die 40- bis 59-Jährigen stellen noch 34,7 Prozent der Wähler, und nicht einmal jeder Dritte ist jünger als 40 Jahre (29,3 Prozent). Das zeigt eine Auswertung der Statistiken des Bundeswahlleiters durch die Initiative „7 Jahre länger leben“.

Kräfteverhältnisse zwischen den Generationen verschieben sich

Die Entwicklung spiegelt den demografischen Wandel wider. Einerseits werden weniger Kinder geboren, gleichzeitig rücken die geburtenstarken Jahrgänge in der Alterspyramide nach oben. Zudem leben die Deutschen immer länger: Lag das durchschnittliche Sterbealter 1990 bei etwa 75 Jahren, sind es heute fast 81 Jahre. All diese Faktoren verschieben die Kräfteverhältnisse bei Wahlen: 1990 bildeten die Jüngeren mit 40 Prozent noch die größte Gruppe, die ab 60-Jährigen hatten mit einem Anteil von 25,8 Prozent der Wahlberechtigten hingegen den geringsten Einfluss.

Ältere übertreffen Jüngere auch bei der Wahlbeteiligung

Tatsächlich ist der Einfluss der Älteren sogar noch größer, als es ihr Anteil an den Wahlberechtigten ausdrückt. Denn sie gehen zuverlässiger zur Urne als jüngere Menschen. Bei der Bundestagswahl 2013 gaben zum Beispiel nur gut zwei Drittel (64,3 Prozent) der unter 40-Jährigen ihre Stimme ab. Bei den ab 60-Jährigen waren es hingegen 76,3 Prozent. Bliebe es in diesem Jahr bei dieser Wahlbeteiligung, läge der Anteil der Senioren an den tatsächlichen Wählern bei 38,3 Prozent – und damit mehr als zwei Prozentpunkte über ihrem Anteil an den Wahlberechtigten.

Anteil der Wähler nach Altersgruppen   
(in Klammern: Abweichung zum Anteil der Wahlberechtigten in %-Punkten)
Altersgruppe 2013 2017*
18- bis 39-Jährige 25,8 % (-3,3) 26,0 % (-3,3)
40- bis 59-Jährige 37,6 % (+1,1) 35,7 % (+1,0)
60-Jährige und älter 36,5 % (+2,1) 38,3 % (+2,2)

* Annahme: identische Wahlbeteiligung der Altersgruppen wie 2013; Quelle: Bundeswahlleiter, Initiative „7 Jahre länger“

Ältere Wähler dominieren auch die Landtagswahlen

Auch bei den kommenden Landtagswahlen haben die Älteren einen starken Einfluss. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Bundesländern Unterschiede – zum Beispiel aufgrund einer anderen Geburtenentwicklung sowie Ab- und Zuwanderungen.

Im Saarland, wo am 26. März gewählt wird, sind die ab 60-jährigen mit einem Anteil von 37,1 Prozent ebenfalls schon die größte Wählergruppe. So hoch ist ihr Anteil in keinem anderen westdeutschen Bundesland. Zum Vergleich: 1990 waren es noch 26,0 Prozent.

Auch in Schleswig-Holstein, das am 7. Mai einen neuen Landtag wählt, hat sich der Anteil der älteren Wähler deutlich erhöht. Während bei der Landtagswahl 1992 nur gut jeder vierte Wahlberechtigte (26,1 Prozent) 60 Jahre und älter war, ist es in diesem Jahr bereits mehr als jeder dritte (34,8 Prozent). Größte Wählergruppe sind im Norden aber noch die 40- bis 59-Jährigen mit 35,6 Prozent.

Gleiches gilt für Nordrhein-Westfalen, wo am 14. Mai gewählt wird. Die ab 60-Jährigen bestimmen aber auch dort mehr und mehr den Wahlausgang: Seit der Landtagswahl 1990 ist ihr Anteil an den Wahlberechtigten von 28,6 Prozent auf 34,3 Prozent gestiegen.

Wahlberechtigte nach Altersgruppen bei Landtagswahlen im Saarland

Wahlberechtigte nach Altersgruppen bei Landtagswahlen im Saarland
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Wahlberechtigte nach Altersgruppen bei Landtagswahlen in Schleswig-Holstein

Wahlberechtigte nach Altersgruppen bei Landtagswahlen in Schleswig-Holstein
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Wahlberechtigte nach Altersgruppen bei Landtagswahlen in NRW

Wahlberechtigte nach Altersgruppen bei Landtagswahlen in NRW
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