13.02.2017
Stellungnahme IDD-Umsetzung

Gesetzentwurf bringt wichtige Klarstellungen

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) bringt wichtige Klarstellungen für Unternehmen und Vermittler. Allerdings wird der Entwurf den Anforderungen an den Versicherungsvertrieb in der digitalen Welt nur zum Teil gerecht. Eine obligatorische Beratung geht im Internet an Erwartungen und Bedarf der Kunden vorbei, betont der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in seiner Stellungnahme.

Positiv wertet der GDV die Festschreibung des Provisionsabgabeverbots. Damit ist sichergestellt, dass bei Beratung und Vermittlung auch künftig Kundenbedürfnisse und Produktqualität im Mittelpunkt stehen. Im Fernabsatz, also insbesondere im Online-Vertrieb, stellt der Regierungsentwurf hingegen Beratungsanforderungen, die über die derzeitige Rechtslage hinausgehen. Folgende Aspekte sollten im Gesetzgebungsverfahren berücksichtigt werden:

• Digitalisierung im Versicherungsvertrieb gestalten, nicht blockieren

Die Digitalisierung verändert Kundenerwartungen und –verhalten. Der Gesetzentwurf wird dieser Entwicklung mit den vorgeschlagenen Regelungen zur Beratung im Fernabsatz – für Versicherer und Vermittler – nicht gerecht. Weder Versicherer noch Vermittler sollten einen Kunden beraten müssen, der sich bewusst für den Weg des Fernabsatzes entschieden hat. Zumindest muss ermöglicht werden, dass ein Kunde medienbruchfrei auf eine Beratung verzichten kann.

• Rechtssicherheit beibehalten

Wenn Versicherungsmakler oder -berater einen Kunden bereits beraten haben, ist eine zusätzliche Beratung durch den Versicherer weder notwendig noch praktisch durchführbar. Eine Beratung auch während der Vertragslaufzeit ist dann stets allein vom Versicherungsmakler bzw. -berater zu erbringen.

• Vermittlung von Nettotarifen nicht einschränken

Die Vergütungsvorgaben dürfen nicht dazu führen, dass die Vermittlung provisionsfreier Tarife (Nettopolicen) durch Vermittler ausgeschlossen wird. Dies würde auch einer stärkeren Verbreitung derartiger Policen entgegenstehen. Zur dauerhaft klare Trennung von provisionsbasierter Versicherungsvermittlung und Versicherungsberatung gegen Honorar dürfen Übergangsregelungen nur befristet gelten.

Die vollständige Stellungnahme können Sie weiter unten auf dieser Seite herunterladen (PDF).

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GDV-Stellungnahme

zur Umsetzung IDD-Richtlinie (Regierungsentwurf)

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