26.01.2017
Pressemitteilung

Stabilität in Zeiten des Umbruchs – Versicherer rechnen mit weiterem Beitragszuwachs – Ergebnis 2016 trifft die Erwartungen

Die deutsche Versicherungswirtschaft hält auch 2017 ihren Wachstumskurs: Die Branche rechnet über alle Sparten hinweg mit einem Beitragsplus von mindestens einem Prozent. Während die Einnahmen in der Lebensversicherung nur noch leicht um etwa 0,5 Prozent zurückgehen dürften, legen sie in der Schaden- und Unfallversicherung in diesem Jahr voraussichtlich deutlich um 2,1 Prozent zu.

„Die deutschen Versicherer stehen für Stabilität in Zeiten des Umbruchs“, sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland, am Donnerstag in Berlin.

Beitragsplus von 0,2 Prozent auf 194,2 Milliarden Euro

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 blieben die Beitragseinnahmen der rund 450 Mitgliedsunternehmen des Verbandes insgesamt stabil: Sie legten nach vorläufigen Berechnungen um 0,2 Prozent auf 194,2 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis lag damit voll im Rahmen der Erwartungen.

Während die Lebensversicherer ein Beitragsminus von 2,2 Prozent auf 90,7 Milliarden Euro verbuchten, wuchsen die Einnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 66,3 Milliarden Euro sogar stärker als im Vorjahr. Die Unternehmen der Privaten Krankenversicherung nahmen 37,2 Milliarden Euro ein, 1,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

„Geschäftsentwicklung ist Abbild einer Branche im Wandel“

„Die Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres kann sich sehen lassen“, sagte Erdland. „Sie ist das Abbild einer Branche im Wandel. Trotz des sehr herausfordernden Umfelds haben die Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr über alle drei Sparten Beitragsstabilität erreicht.“

Ergebnis der Sparten

 

  • Lebensversicherung, Pensionskassen und Pensionsfonds
  • Die Einnahmen aus laufenden Beiträgen fielen um 0,5 Prozent auf 64,3 Milliarden Euro. Bei den Einmalbeiträgen setzte sich die Konsolidierung fort: Sie verringerten sich um 6,1 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro.

    Immer mehr Kunden entscheiden sich in der Lebensversicherung inzwischen für abgewandelte Garantieprodukte wie die „neue Klassik“. Auf sie entfielen 2016 im Neugeschäft bereits 46 Prozent, nach 37 Prozent im Jahr zuvor (2014: 31 Prozent; 2013: 24 Prozent).

    „Angesichts der niedrigen Zinsen, der demografischen Entwicklung und mancher politischen Verunsicherung ist das Ergebnis der Lebensversicherer durchaus respektabel“, sagte Erdland.

    Die Stornoquote dürfte erneut zurückgegangen sein: Mit geschätzten 2,8 Prozent liegt sie einmal mehr auf einem historisch niedrigen Niveau. Der Gesamtbestand der Verträge bei Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds ging leicht um 1,7 Prozent auf 89,4 Millionen zurück.

    Die Höhe der Leistungsauszahlungen liegt zu diesem frühen Zeitpunkt des Jahres noch nicht vor; sie wird Mitte März bei der Vorlage der vollständigen Geschäftszahlen 2016 veröffentlicht.

    GDV-NEWSLETTER

    Bleiben Sie auf dem Laufenden

    Der GDV-Newsletter bietet einen aktuellen Überlick über die wichtigsten Themen der Versicherungswirtschaft – immer donnerstags in Ihrem E-Mail-Postfach.
    Hier abonnieren

  • Schaden- und Unfallversicherung
  • Alle Sparten verbuchten 2016 den vorläufigen Zahlen zufolge Beitragszuwächse. Vor allem die beiden größten Bereiche Kraftfahrt- und Sachversicherung entwickelten sich erfreulich: In der Kfz-Versicherung nahm das Beitragsvolumen um 2,5 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro zu. Zum dritten Mal in Folge konnten damit die Einnahmen die Leistungen decken. Die Sachversicherung kam auf Einnahmen von 18,7 Milliarden Euro, 3,7 Prozent mehr als 2015.

    Erneut schwarze Zahlen für Schaden- und Unfallversicherer

    Stärker als die Beiträge legten spartenübergreifend erneut die Leistungen zu: Sie kletterten um 3,7 Prozent auf 49,9 Milliarden Euro. In der Kfz-Versicherung betrug das Plus 3,9 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro, in der Sachsparte lag der Anstieg bei deutlichen 6,8 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro. Einer der Kostentreiber hier waren die heftigen Unwetter im vergangenen Frühsommer, die innerhalb weniger Tage Schäden von 1,2 Milliarden Euro anrichteten.

    Insgesamt dürften die Schaden- und Unfallversicherer im Berichtsjahr erneut schwarze Zahlen geschrieben haben: Die Schaden-Kosten-Quote wird wie schon im Vorjahr bei 96 Prozent liegen. Allerdings wird mit 2,3 Milliarden Euro ein versicherungstechnischer Gewinn leicht unterhalb des Vorjahres (2,5 Milliarden Euro) erwartet. „Insgesamt können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein“, sagte Erdland.

  • Private Krankenversicherer
  • Bei den Beitragseinnahmen entfielen auf die Krankenversicherung 35,0 Milliarden Euro (+ 1,2 Prozent). In der Pflegeversicherung blieben die Einnahmen stabil bei 2,2 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte das neue Pflegestärkungsgesetz zu einem starken Plus der Einnahmen beigetragen; jetzt ist ein Normalisierungseffekt eingetreten.

    Die ausgezahlten Versicherungsleistungen nahmen im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent zu auf 26,3 Milliarden Euro. An die Kunden der Privaten Krankenversicherung gingen dabei 25,3 Milliarden Euro (+ 1,6 Prozent). In der Pflegeversicherung flossen wie im Vorjahr 1,0 Milliarden Euro an die Kunden.

    Ansprechpartner für Journalisten:
    Christian Ponzel
    Telefon: 030/2020-5901
    E-Mail: c.ponzel@gdv.de

Downloads

pdf bild
Pressemitteilung

Stabilität in Zeiten des Umbruchs – Versicherer rechnen mit weiterem Beitragszuwachs

Schlagworte