11.01.2017
Kolumne Jahresausblick 2017

Neue Maßstäbe für die Schnelligkeit unserer Arbeit

Kunden, Unternehmen, Wirtschaft, die ganze Gesellschaft: Das Umfeld unserer Arbeit ändert sich in einem völlig neuen Tempo. Versicherer passen sich an – und der Verband, der die Branche vertritt, wandelt sich mit. Die Kolumne des Vorsitzenden der GDV-Geschäftsführung Jörg von Fürstenwerth.

Noch nie haben sich die globalen Rahmenbedingungen so schnell geändert wie derzeit. Auch die Versicherungsbranche wandelt sich – wohl schneller als je zuvor: Neue Anbieter drängen auf den Markt und verschärfen den Wettbewerb. Gleichzeitig eröffnet die Digitalisierung viele Chancen für unsere Branche: Mit den neuen technologischen Möglichkeiten können die Kundenschnittstellen neu besetzt, Prozesse beschleunigt und Kosten gesenkt werden.

Wir haben die Zahl unserer Gremien gestrafft

In einer sich rasch wandelnden Welt müssen wir unsere Positionen zu grundsätzlichen Fragen unseres Geschäftsmodells stetig überdenken und uns flexibel zeigen, um den politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre begegnen zu können. Das gilt für Deutschland, aber in gleicher Weise auch für die europäische und internationale Entwicklung.

Der GDV, der diese Branche als Verband repräsentiert, wandelt sich mit: Deshalb haben wir die Zahl unserer Gremien gestrafft und den Zuschnitt unserer Dienstleistungen erneuert. Dafür steht unserer Projekt GDV.2017. Unsere Stärke ist die sehr enge Verbindung zwischen Verband und Mitgliedsunternehmen. Das soll, das muss auch in der Ära der digitalen Transformation so bleiben. Die digitalisierte Welt setzt aber an die Schnelligkeit unserer Arbeit und die Verknüpfung des Know-hows neue Maßstäbe.

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GDV-Jahrespressekonferenz bereits Ende Januar

Auch deshalb legen wir in diesem Jahr früher als je zuvor Zahlen der Versicherungsbranche für 2016 vor, und zwar schon am 26. Januar. Ein wichtiges Ereignis nicht nur für Journalisten, die der Branche auf den Zahn fühlen, sondern auch für unsere Mitgliedsunternehmen, die ihr eigenes wirtschaftliches Abschneiden nun besser einordnen können. Erfolg ist schließlich immer auch relativ.

Die offene Diskussion hilft uns. Sie ist Voraussetzung für den gesellschaftspolitischer Dialog, mit dem wir uns als Problemlöser im Diskurs über die Themen der Branche fest verankert haben. Aktuelles Beispiel sind Versicherungen gegen Cyberkriminalität. Hier tut sich ein dynamisches Geschäftsfeld auf, das unsere Branche weiterbringt – und nichts Geringeres als die Grundlage dafür schafft, dass mehr Menschen von der Digitalisierung profitieren können. Deutschland wird der erste und einzige europäische Markt sein, der 2017 über unverbindliche Musterbedingungen für die Versicherung der mittelständischen Unternehmen gegen Cyber-Risiken verfügt. Details dazu gibt es auf unserer Cyber-Security-Konferenz im März.

Versicherer passen sich an das Niedrigzinsumfeld an

Europa ist für die Versicherungsbranche wichtiger denn je: Fast ein Jahr arbeiten unsere Unternehmen nun unter dem Aufsichtsregime Solvency II. Es soll Versicherer fitter für die Zukunft machen und europaweit einheitliche Wettbewerbsbedingungen herstellen. Die Solvenzquoten deutscher Versicherer sind stabil – und das trotz der seit Jahresanfang deutlich gesunkenen Zinsen. Das zeigt, dass die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle und Kapitalanlagestrategien laufend an die herausfordernden Rahmenbedingungen anpassen. Diesen Weg sollten wir weiter beschreiten und die Erfahrungen mit Solvency II vertiefen – bevor gleich wieder über regulatorische Änderungen nachgedacht wird.

Sorgen wir dafür, dass das Thema Rente nicht populistisch ausgeschlachtet wird

Über regulatorisches Änderungen wurde auch lange in Sachen Riester debattiert: Wir haben im vergangenen Jahr viel zur Sicherung der Altersvorsorge der Bürgerinnen und Bürger erreicht. Die Diskussion wurde zuletzt viel sachlicher geführt als früher. Und heute? Riester bleibt richtig!

Ende des Jahres wird eine neue Bundesregierung die Amtsgeschäfte übernehmen. Weil sich die Große Koalition nicht einigen konnte, wird das Thema Altersvorsorge auf der Agenda bleiben und wohl auch den Wahlkampf prägen. Das Thema Rente ist populär – sorgen wir dafür, dass es nicht populistisch ausgeschlachtet wird. Der demografische Wandel wird kommen – und lässt sich nicht durch unbezahlbare Versprechungen aufhalten.

Wir wollen die gesellschaftliche Relevanz der Versicherungswirtschaft immer wieder aufs Neue unter Beweis stellen. Mit der notwendigen Geschlossenheit in der täglichen Verbandsarbeit wird uns dies auch 2017 gelingen. Das hat uns in der Vergangenheit stark gemacht – und das gilt auch für die Zukunft.

Ich wünsche Ihnen und uns ein erfolgreiches neues Jahr!

Ihr
Jörg von Fürstenwerth

 
Jörg von Fürstenwerth