24.01.2017
Verkehrsgerichtstag 2017

Medizinische Begutachtung von Unfallopfern – Sichere Daten, schnelle Schadenregulierung

Werden bei einem Verkehrsunfall Personen verletzt, erwarten die Verkehrsopfer ebenso wie der Unfallverursacher zu Recht eine schnelle und unkomplizierte Schadenregulierung. Um diese zu ermöglichen, sind Versicherer auf die Mitarbeit der verletzten Anspruchsteller angewiesen. Zur Klärung des Sachverhalts können unter Umständen auch ärztliche Begutachtungen erforderlich sein. Mit dem Code of Conduct und standardisierten Einwilligungs- und Schweigepflichtentbindungserklärungen haben sich die Versicherer verpflichtet, mit den Daten sensibel umzugehen.

Soweit Versicherer für die Prüfung der Ansprüche Gesundheitsdaten des Unfallopfers benötigen, bitten sie um die Unterzeichnung einer Schweigepflichtentbindungserklärung. Mit der Schweigepflichtentbindung können Versicherer die erforderlichen Auskünfte direkt beim behandelnden Arzt einholen. Das beschleunigt die Schadenregulierung. Unfallopfer, die auf eine Schweigepflichtentbindung verzichten, können die von der Versicherung benötigten Informationen selbst von ihrem Arzt besorgen und dem Versicherer zur Verfügung stellen.

Um eine schnelle Schadenregulierung zu ermöglichen, arbeiten Versicherer auch mit Dienstleistern zusammen, die etwa die Rechnungen für Behandlungskosten prüfen. Die Datenweitergabe an den Dienstleister erfolgt im Einklang mit dem deutschen Datenschutzrecht, daher kann in bestimmten Fällen eine Einwilligungserklärung des Unfallopfers erforderlich sein. Der Dienstleister erhält selbstverständlich nur Daten, die für die Schadenregulierung im Einzelfall konkret erforderlich sind. Zudem ist die Weitergabe der Daten nur „zweckgebunden“, das heißt, der Dienstleister darf die Daten auch nur für diese Schadenregulierung verwenden. Eine weitergehende Verwendung ist nicht erlaubt.

Ansprechpartner

Dr. Christian Siemens
Tel.: 0151-26824745
c.siemens@gdv.de