28.12.2016
Die schönste Versicherungssache der Welt

US-Präsident mit Anti-Kroko-Police geködert

Politik ist ein Haifischbecken, heißt es. Aber auch Krokodile können Politikern gefährlich werden – zumindest im australischen Darwin. Barack Obama erhielt bei seinem Besuch 2011 deshalb eine Anti-Kroko-Police – und auch sein designierter Nachfolger soll damit angelockt werden. Von Carola Felchner

Wenn ein US-Präsident auf Reisen geht, ist der Sicherheitsaufwand enorm. Straßen werden gesperrt, Gullydeckel verschweißt, Scharfschützen positioniert. Die Vorkehrungen, die Barack Obama 2011 bei seinem Besuch im australischen Darwin erlebte, gingen über die üblichen Routinen allerdings noch hinaus: Paul Henderson, der damalige Regierungschef des Verwaltungsgebietes Northern Territory, überreichte dem Präsidenten bei seiner Ankunft feierlich eine gerahmte Police gegen Attacken durch Krokodile – und machte ihn damit zur mächtigsten Versicherungssache der Welt.

„Es gab tragischerweise immer mal wieder Todesfälle in Verbindung mit Krokodilangriffen und diese Police ist eine recht überschaubare Investition für die Ehre den amerikanischen Präsidenten hier zu haben“, begründete Henderson das ungewöhnliche Gastgeschenk.

Schnappt das Kroko zu, zahlt die Versicherung 50.000 Australische Dollar

Obama, der in seiner Amtszeit als Potus („President of the United States“) immerhin 58 verschiedene Länder besucht hat und dabei immer wieder mit außergewöhnlichen Geschenken bedacht wurde, reagierte mit dem ihm eigenen Humor. „Ich muss zugeben, dass wir eine Krokodilversicherung komplett vergessen haben bei der Reform der amerikanischen Krankenversicherung“, sagte er. „Meine Ehefrau Michelle wird erleichtert sein.“

Gar so abwegig, wie das Ganze zunächst klingen mag, ist die Versicherung gar nicht. Immerhin leben in der Region um Darwin, in der auch die legendären „Crocodile Dundee“-Filme gedreht wurden, rund 150.000 Salzwasserkrokodile. Die werden nicht nur bis zu fünf Meter lang, sondern gelten auch als ausgesprochen aggressiv.

Statistisch gesehen fallen ihnen landesweit ein bis zwei Menschen pro Jahr zum Opfer. Ob sie ihre spitzen Zahnreihen in den Leib eines gewöhnlichen Beutetiers schlagen oder in den eines US-Präsidenten, kratzt sie dabei vermutlich wenig. Hätte Obama tatsächlich auf unliebsame Art Bekanntschaft mit einem Krokodil gemacht, wären an seine Frau Michelle und seine beiden Töchter 50.000 Australischen Dollar geflossen, nach heutigem Wert umgerechnet etwa 48.000 Euro.

Ganz schön bissig: Krokodile gehören zu den gefährlichsten Tieren Australiens. Deshalb hat eine örtlich ansässige Versicherung prompt eine Police gegen Reptilienüberfälle auf den Markt gebracht.

Auch Donald Trump soll mit einer Krokodilversicherung geködert werden

Bislang ist Obama der einzige US-Präsident, der sich jemals ins krokodilgeplagte Darwin gewagt hat. Das soll aber nicht so bleiben – immerhin sichert so ein Besuch weltweite Aufmerksamkeit und ist damit touristisch von großem Wert.

Deshalb hat Michael Gunner, der aktuell amtierende Minister des Northern Territory, bereits Obamas designierten Nachfolger Donald Trump eingeladen, es ihm gleich zu tun – inklusive Krokodilversicherung, „mit der wir jeden Präsidenten würdigen, der uns die Ehre erweist“.