13.12.2016
Haftpflichtversicherung

Spielzeug-Drohnen von der Versicherungspflicht befreien

Drohne ist nicht gleich Drohne: Nichtsdestotrotz werden vom geltenden Luftverkehrsgesetz alle Drohnen gleich behandelt. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) setzt sich deshalb dafür ein, leichte Spielzeug-Drohnen von der derzeit geltenden Versicherungspflicht für Luftfahrzeuge auszunehmen.

Mehr als 400.000 Drohnen fliegen schon heute durch den Luftraum über Deutschland, spätestens zu Weihnachten dürften es noch ein paar zehntausend mehr sein. Doch Drohne ist nicht gleich Drohne. Für Kinder sind sie ein beliebtes Spielzeug, Fotografen nutzen sie für spektakuläre Luftbilder, Online-Händler und Logistiker wollen mit ihnen Pakete ausliefern. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Modelle: Kleine Drohnen aus dem Spielzeugladen wiegen kaum mehr als ein Blatt Papier, große Multikopter für TV-Kameras kommen auf mehrere Kilogramm und sind bis zu 100 Stundenkilometer schnell.

Alle Drohnen bis 250 Gramm Abfluggewicht sollten als Spielzeuge gelten

Nichtsdestotrotz werden vom geltenden Luftverkehrsgesetz alle Drohnen gleich behandelt, nämlich als Luftfahrzeuge. Dadurch sind alle Drohnen-Piloten verpflichtet, eine eigene Luftfahrthaftpflichtversicherung abzuschließen. Nur wenn die Drohne eindeutig und zweifelsfrei als Spielzeug anzusehen ist, braucht der Pilot keine Extra-Versicherung. Das Problem: Bislang gibt es keine verbindliche Aussage des Gesetzgebers, wo die Grenze zwischen Spielzeug und Luftfahrzeug verläuft. In jedem Streitfall wäre über diese Frage also einzeln zu entscheiden. Welche Kriterien dabei maßgeblich sind, ist ebenfalls unklar.

Der GDV plädiert daher für eine neue gesetzliche Regelung. „Eine Klarstellung an dieser Stelle ist überfällig und würde allen Beteiligen – Drohnen-Piloten, Geschädigten und Versicherern – unmittelbar zu mehr Rechtssicherheit verhelfen“, sagt GDV-Geschäftsführer Bernhard Gause. Der Vorschlag des Verbandes lautet, Drohnen mit einem Abfluggewicht von bis zu 250 Gramm von der Versicherungspflicht auszunehmen – alles darunter wäre ein Spielzeug, alles darüber ein Luftfahrzeug.

Schäden durch Spielzeug-Drohnen wären über die private Haftpflichtversicherung gedeckt

„Neben der Rechtssicherheit hätte diese Regelung für Drohnenflieger noch einen weiteren handfesten Vorteil: Die Schäden der Spielzeug-Drohnen wären dann problemlos von der privaten Haftpflichtversicherung gedeckt, die 85 Prozent der Haushalte ohnehin abgeschlossen haben“, so Gause.

Bis dahin sollten alle Drohnen-Piloten eine eigene Versicherung abschließen – oder sich bei ihrem Versicherer erkundigen, ob überhaupt und bis zu welchem Gewicht das Drohnenfliegen in der jeweiligen Privathaftpflichtversicherung eingeschlossen ist.