12.12.2016
Stellungnahme

IDD-Gesetzentwurf setzt richtige Schwerpunkte

Der Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) setzt die richtigen Schwerpunkte, zeigt aber auch Änderungsbedarf. Grundsätzlich positiv sind insbesondere die vorgeschlagenen Regelungen zum Verhältnis von Honorar- und Provisionsvergütung – allerdings sollte es Maklern möglich bleiben, provisionsfreie Produkte (Nettopolicen) zu vertreiben, betont der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Das BMWi hat am 21.11.2016 den Entwurf für ein Gesetz zur Umsetzung der IDD vorgelegt. Der Gesetzentwurf soll spätestens im Januar 2017 von der Bundesregierung beschlossen werden. Damit könnte das Gesetzgebungsverfahren vor der Sommerpause 2017 – und damit vor Ende der Legislaturperiode – abgeschlossen werden.

Positionen des GDV zu wesentlichen Inhalten des Gesetzentwurfs:

Digitalisierung im Versicherungsvertrieb gestalten, nicht blockieren

Die Digitalisierung verändert Kundenerwartungen und –verhalten. Der Gesetzentwurf wird dieser Entwicklung mit den vorgeschlagenen Regelungen zur Beratung im Fernabsatz – für Versicherer und Vermittler – nicht gerecht. Wenn Makler oder Honorarberater Kunden bereits beraten haben, ist eine zusätzliche Beratung durch den Versicherer weder notwendig noch praktisch durchführbar.

Honorarberatung braucht Leitplanken

Das Konzept zur Stärkung der Honorarberatung und die gesetzliche Verankerung des Verbots von Sondervergütungen können zu einer ausgewogenen Koexistenz der Vergütungsmodelle führen. Das Provisionsabgabeverbot wertet der GDV positiv. Allerdings sollte es für die Vergütung von Versicherungshonorarberatern auch Leitplanken geben, die eine Beratung im bestmöglichen Interesse des Verbrauchers sicherstellen. Zudem muss gewährleistet sein, dass verbraucherpolitische Vorgaben nicht auf das Firmenkundengeschäft (B2B) übertragen werden.

Vermittlung von Nettotarifen nicht einschränken

Die Vergütungsvorgaben dürfen nicht dazu führen, dass die Vermittlung provisionsfreier Tarife (Nettopolicen) durch Vermittler ausgeschlossen wird. Dies würde auch einer stärkeren Verbreitung derartiger Policen entgegenstehen.

Produktprüfungsprozesse nur für neue Produkte

Korrekturbedarf gibt es bei den vorgesehenen Regelungen zu Produktprüfungsprozessen. Es muss klar sein, dass sich neue Vorgaben auf neue Produkte beziehen.

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Stellungnahme

Umsetzung der Richtlinie zum Versicherungsvertrieb (IDD)

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