28.11.2016
Schutz vor Naturgefahren wird immer wichtiger

Bislang ist erst jedes dritte Haus in Nordrhein-Westfalen versichert

Die Schäden durch extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen oder Starkregen nehmen in Deutschland zu. Laut einer aktuellen Umfrage unterschätzen aber die meisten Menschen das Risiko, selbst Opfer solcher Wetterlagen zu werden. Die von den Tiefdruckgebieten „Elvira“ und „Friederike“ ausgelösten Millionen-Schäden trafen auch Teile von Nordrhein-Westfalen. Schon im Jahr 2014 sorgten „Quintia“, „Renate“ und „Susanne“ mit sintflutartigen Regenfällen für insgesamt rund 32.000 Schäden und verursachten Kosten in Höhe von rund 240 Millionen Euro. Allein in Münster fielen damals in 7 Stunden 292 Liter Regen pro Quadratmeter.

Auf staatliche Entschädigungsleistungen können die Betroffenen nicht ohne weiteres hoffen. Umso wichtiger werden Prävention und Eigenvorsorge. „Mit einer Elementarschadenversicherung lässt sich das Risiko, dass das eigene Haus beschädigt oder sogar komplett zerstört wird absichern“, sagt Bernhard Gause, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Auch in hochgefährdeten Überschwemmungsgebieten finden die Menschen Versicherungsschutz. „Wir können inzwischen über 99 Prozent der Gebäude problemlos versichert“, sagt Gause. Rund 130 Versicherer haben entsprechende Angebote. Auf der Informationsseite elementar-versichern.nrw gibt es eine Liste der Versicherer, die sich besonders in NRW engagieren.

Nordrhein-Westfalen startet Informationsoffensive

In Nordrhein-Westfalen liegt die Versicherungsdichte gegen Elementarschäden derzeit bei 36 Prozent und damit knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale und der Versicherungswirtschaft will das Bundesland die Bürgerinnen und Bürger auf die Folgen von extremen Naturereignissen aufmerksam machen. Die Menschen sollen konkrete Hinweise bekommen, wie Eigenvorsorge aussehen könnte – und welcher Versicherungsschutz notwendig ist.



GDV

Informationskampagnen:
Naturgefahren erkennen und handeln

Ein Überblick aller Bundesländer, die bereits eine Informationskampagne für mehr Naturgefahrenschutz ins Leben gerufen haben. Hier finden Sie Presseinformationen, Grafiken, Flyer und Weblinks zu jeder Länderkampagne.
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Was ist eine Elementarschadenversicherung?

Um sich vor extremen Naturereignissen wie Starkregen, Überschwemmung und Hochwasser zu schützen, brauchen Hausbesitzer und Mieter eine Elementarschadenversicherung. Sie schützt auch vor den finanziellen Folgen durch Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbrüchen. Sie wird als optionaler Zusatzbaustein zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung angeboten. Immer mehr Versicherer gehen hier einen Schritt weiter: Sie bieten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung inklusive der Elementarschadenversicherung an. Kunde und Versicherer können sich natürlich auch gegen den Elementarbaustein entscheiden.

Informationskampagnen nun in neun Bundesländern – Naturgefahren erkennen und handeln

Mit dem Start in Nordrhein-Westfalen gibt es nun in neun Bundesländern Informationskampagnen für mehr Naturgefahrenschutz: Bayern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Saarland und Thüringen. Ziel ist es, die Menschen in ihrer Region über Elementargefahren aufzuklären, und ihnen Tipps zum Versicherungsschutz und Präventionsmaßnahmen zu geben.