29.11.2016
Hackerangriff auf die Telekom

Cyberrisiken sind versicherbar

Rund eine Million Telekom-Kunden sind seit Sonntag zeitweise ohne Internet. Offenbar haben Hacker eine Schwachstelle in den Routern des Konzerns ausgenutzt. Die Telekom ist nur ein besonders prominenter Fall – täglich finden tausende Angriffe auf Unternehmen und ihre Netzwerke statt. Wie sich Firmen gegen Hacker-Attacken versichern können.

Der Angriff auf die Router der Deutschen Telekom macht es noch einmal besonders deutlich: Digitale Netze sind verwundbar gegen Angriffe von Cyberkriminellen. Und trotz immer besserer Sicherheitsmaßnahmen, trotz immer höherer Schutzmauern wird die Zahl der Angriffe steigen. Der Grund liegt nach Ansicht von Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, auf der Hand. Je weiter die Digitalisierung voranschreite, desto mehr häuften sich auch die Gefahren. Er beobachte einen Wettlauf „wie bei Hase und Igel“, sagte er im ZDF.
Viele Firmen trifft ein Angriff auf die eigenen Netze unvorbereitet. Die Schäden können dabei durchaus existenzgefährdend sein. Beim Kampf gegen die Hacker können Unternehmen schon heute auf die Hilfe von Versicherern zählen. Ein paar Fakten:

  • Der wirtschaftliche Schaden durch Cyber-Kriminalität wird allein in Deutschland auf Beträge zwischen 22 und 50 Milliarden Euro taxiert.
  • Hackerangriffe wie die aktuelle Attacke auf die Telekom sind versicherbar.
  • Cyber-Versicherungen übernehmen nach einem Hackerangriff zum Beispiel die Kosten, die durch Datenverlust und beschädigte Hard- oder Software entstehen.
  • Darüber hinaus können die Kosten für IT-Forensik, mögliche Reputationsschäden und die Kosten eines Betriebsausfalls versichert werden.
  • In Deutschland steigen derzeit sowohl das Angebot als auch die Nachfrage nach Cyber-Deckungen. In Teilen der deutschen Wirtschaft gibt es an dieser Stelle aber noch Nachholbedarf. In den USA geben Unternehmen für Cyber-Versicherungen jedes Jahr über zwei Milliarden US-Dollar aus, für Deutschland werden die Ausgaben gerade mal auf rund 20 Millionen Euro geschätzt. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen wird das Risiko häufig noch unterschätzt.