04.11.2016
Stellungnahme

CSR-Richtlinie eins zu eins umsetzen

Die CSR-Richtlinie der EU vom 22. Oktober 2014 verpflichtet große Unternehmen dazu, in Berichten auf nichtfinanzielle Aspekte der Geschäftstätigkeit einzugehen. Der Regierungsentwurf zur Umsetzung der Richtlinie geht in die richtige Richtung, da er die Vorgaben des europäischen Gesetzgebers eins zu eins umsetzt.

Der Entwurf dient der Umsetzung der Richtlinie 2014/95/EU vom 22. Oktober 2014 im Hinblick auf die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen in deutsches Recht. Die Richtlinie verpflichtet große Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Beschäftigten, in ihren Lageberichten oder in gesonderten nichtfinanziellen Berichten Angaben zu wesentlichen Risiken und Leistungsindikatoren zu machen, jeweils bezogen auf die Themenfelder Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, soziale Belange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung.

Versicherer sind als Unternehmen von öffentlichem Interesse besonders von den zusätzlichen Berichtspflichten betroffen. Gleichzeitig werden sie bereits heute ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht. So hat der GDV beispielsweise einen brancheninternen Leitfaden mit unverbindlichen Hinweisen entwickelt, wie Unternehmen soziale, ökologische und Aspekte der guten Unternehmensführung (Environment Social Governance-ESG) verfolgen und konkret in ihrer Anlagestrategie umsetzen können. Auch für die wiederholt zur Diskussion gestellten Ausweitung der Berichtspflichten auf Verbraucherbelange besteht in einer kundenorientierten und umfassend regulierten Branche wie der Versicherungswirtschaft kein Bedürfnis.

Wichtig ist deshalb, dass der Umfang der Berichtspflichten im weiteren parlamentarischen Verfahren nicht erweitert wird.

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Stellungnahme

Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nicht-finanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz)

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