27.09.2016
Private Altersvorsorge

„Riester bei Kunden beliebter als bei einigen Politikern“

Die „Bild“-Zeitung irrt, wenn sie schreibt: „Die Deutschen verlieren die Lust an der Riester-Rente.“ Im vergangenen Jahr haben die Menschen allein bei den Versicherern noch einmal 370.000 Verträge neu abgeschlossen. Insgesamt gibt es über 16 Millionen Riester-Policen, rund elf Millionen bei Versicherungen. GDV-Präsident Alexander Erdland mit Antworten darauf, warum private Altersvorsorge für die Rente von morgen unverzichtbar ist.

„Riester ist bei den Kunden beliebter als bei einigen Politikern“, sagt Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Gerade für Geringverdiener oder Familien mit Kindern lohne sich Riester wegen des hohen Anteils der staatlichen Zulagen, sagte Erdland jüngst in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“.

Dass die Riester-Rente genau diese Menschen erreicht, zeigt ein Blick auf die Zahlen. So liegt der Anteil der Riester-Sparer, die bis zu 30.000 Euro im Jahr verdienen, nach jüngsten offiziellen Zahlen zum Jahr 2012 bei gut 63 Prozent. Auch hier irrt die „Bild“, wenn sie in ihrem aktuellen Beitrag von lediglich 44,2 Prozent berichtet.

„Gerade angesichts der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank wird das Riester-Sparen mit seinen Zulagen immer wichtiger“, so Erdland. Durchschnittlich liegen diese bei 331 Euro – pro Jahr und Sparer. Erdland sieht die Garantie für eine lebenslange Rente als großen Vorteil der Riester-Rente: „Das gibt es nur bei Versicherungen.“

Die Riester-Rente ist gut

Auch Kritiker haben diese Vorteile erkannt. Noch im April erklärte etwa Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Riester-Rente für gescheitert. „Der Dialog hat sich sehr versachlicht“, sagt GDV-Präsident Erdland heute. Ob Seehofer die Riester-Rente tatsächlich jemals abschaffe wollte, wisse er nicht, so Erdland. „Er wollte etwas bewegen. Was dabei rauskommt, werden wir in den nächsten Monaten sehen. Ich bin sehr zuversichtlich.“

Andere Mitglieder der großen Koalition loben das Potenzial des Riester-Sparens. Er halte „eine Stärkung der individuellen Vorsorge“ für vernünftig, schreibt etwa Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. „Die Riester-Rente ist gut, und es lohnt sich, daran zu arbeiten, sie zu verbessern.“