28.09.2016
IDD

EIOPA-Vorschlag bringt faktisches Provisionsverbot

Die freie Wahl zwischen Honorar- oder Provisionsvergütung im Versicherungsvertrieb ist ein Kernelement der EU-Vertriebsrichtlinie IDD. Dennoch hat die europäische Aufsichtsbehörde EIOPA ein Konsultationspapier zur Umsetzung der Richtlinie veröffentlicht, das auf ein faktisches Provisionsverbot hinausläuft. Sollte die EU-Kommission dem Vorschlag folgen, würde eine Grundsatzentscheidung von EU-Rat und Parlament in ihr Gegenteil verkehrt, kritisiert der GDV.

Die europäische Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA hat im Auftrag der EU-Kommission technische Ratschläge zu vier Themenkomplexen entwickelt, die die IDD (Insurance Distribution Directive) in bestimmten Punkten konkretisieren sollen. Obwohl die Richtlinie Mindeststandards für die europäischen Märkte definieren soll, macht das Konsultationspapier auf gut 170 Seiten detaillierte Regelungsvorschläge. Damit greift EIOPA den Entscheidungen auf Ebene der Mitgliedsstaaten vor.

Dies betrifft auch die Vergütung für den Vertrieb von Versicherungsanlageprodukten. Die hierzu von der EIOPA vorgeschlagenen Regelungen sind mit einem Provisionssystem nur schwer zu vereinbaren.

Darüber hinaus sind viele Vorschläge der EIOPA zu Beratung, Dokumentation und Reporting praxisfern und würden bei den Unternehmen und Vermittlern zu erheblichem bürokratischen Aufwand führen.

Die vollständige Stellungnahmen finden Sie im Download-Bereich.