14.09.2016
Forschungsprojekt Starkregen

Deutscher Wetterdienst und GDV erforschen Starkregen

Starkregen kann überall in Deutschland auftreten. Doch in welcher Intensität, an welchen Orten besonders häufig? Welche Schäden verursacht er dabei? Das erforschen der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einem gemeinsamen Projekt. Die beiden Partner betreten damit wissenschaftliches Neuland, denn detaillierte und belastbare Erkenntnisse über Starkregenrisiken gibt es bisher in Deutschland nicht.

Der GDV bringt seine Erkenntnisse und Statistiken über Starkregenschäden ein. Der GDV verfügt über flächendeckende Daten, welche und wie viel Schäden Überschwemmungen durch Starkregen und Hochwasser an Wohngebäuden und Gewerbe, Hausrat und Fahrzeugen anrichten. Der DWD steuert seine Erkenntnisse über Anzahl und Intensität von Starkregen bei. Die Meteorologen unterhalten seit 2001 ein Netzwerk aus 17 Radarsystemen im ganzen Land, die den Niederschlag mit einer Genauigkeit von 250 Metern alle fünf Minuten messen. Dazu kommen Daten aus rund 1.300 automatischen Messstationen mit einer Auflösung von 10 bis 20 Kilometern.

Die Fragestellungen

Bis 2018 sollen die Ergebnisse der Studie vorliegen. Bis dahin werden die Messdaten des DWD und die Schadendaten des GDV miteinander abgeglichen. Untersucht wird, welche Regenmengen wann und an welchem Standort niedergegangen sind und welche Schäden dabei entstanden. Zunächst für einzelne Städte und Regionen, dann flächendeckend für ganz Deutschland. Derzeit werden rund 10.000 Starkregenereignisse der vergangenen 15 Jahre auf diese Zusammenhänge untersucht.

Die Ziele

Ziel ist es, das Starkregenrisiko regional möglichst genau zu bestimmen. Ab welcher Regenmenge stehen wo die Keller unter Wasser und welche Schäden entstehen? Aus diesen Erkenntnissen sollen deutschlandweite Gefahrenkarten erstellt werden. Ein weiteres Ziel der Forschung ist, den risikogerechten Versicherungsschutz für Starkregen zu optimieren.

Mehr zum Starkregen-Projekt lesen Sie im aktuellen Naturgefahrenreport 2016 (PDF). Darin u.a.:

  • Seite 20: DWD-/GDV-Interview: „Wir wollen grundsätzliche Strukturen erforschen.“
  • Seite 21: Ziel: Risikokarte für Starkregen in Deutschland