14.09.2016
GfK-Umfrage

Deutsche unterschätzen Hochwasserrisiko

Viele Hauseigentümer in Deutschland unterschätzen die Gefahr, Opfer von Überschwemmungen oder Hochwasser zu werden. Rund zwei Drittel der Eigenheimbesitzer sind überzeugt, davon nie betroffen zu sein. Gleichzeitig gehen über 90 Prozent von ihnen davon aus, umfassend gegen Naturgefahren abgesichert zu sein. Das sind die Kernergebnisse einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Rund 11 der 17,5 Millionen Hausbesitzer in Deutschland sind nicht gegen Überschwemmungen durch Starkregen oder Hochwasser versichert. Sturzfluten können jedoch überall auftreten. Schnell entstehen Schäden von 100.000 Euro und mehr an einem Wohngebäude. Um ein Haus rundum gegen Naturgefahren abzusichern, ist eine zusätzliche Elementarschadendeckung nötig – erst dann ist die Vollkasko fürs Haus komplett. Bundesweit sind 37 Prozent der Wohngebäude gegen Elementarschäden versichert – doppelt so viele wie noch 2002 (19 Prozent).

Laut der repräsentativen GfK-Befragung gibt es drei zentrale Gründe, warum Hausbesitzer auf die Elementarschadenversicherung verzichten:

Persönliches Risiko wird unterschätzt

Eigenheimbesitzer fühlen sich von Feuer, Sturm und Hagel bedroht, dabei kann Starkregen mit Überschwemmungen überall in Deutschland auftreten. Die schweren Unwetter in diesem Frühjahr haben das erneut gezeigt. Insgesamt haben die Versicherer 1,2 Milliarden Euro für diese Schäden geleistet.

Die GfK-Befragung fand zum Teil vor und nach diesen Unwettern statt. Im Ergebnis hat sich aber gezeigt, dass aktuelle Katastrophen kaum Einfluss auf die eigene Risikowahrnehmung haben: Knapp 60 Prozent der unmittelbar nach den Unwettern Befragten können sich nicht vorstellen, dass ihre Wohngegend überschwemmt werden könnte.

Hausbesitzer sehen sich ausreichend versichert

Der Großteil der Befragten fühlt sich bereits ausreichend abgesichert. In den meisten Fällen hat sich dies aber als falsch herausgestellt. „Vielen ist nicht bewusst, dass ihre Gebäudeversicherung zwar Schäden durch Feuer, Sturm oder Hagel abdeckt, nicht aber Schäden durch Starkregen oder Hochwasser“, sagt Erdland. Hierfür ist zusätzlich eine Elementarschadenversicherung nötig.

Rund elf Millionen Wohngebäuden sind nicht gegen Naturgefahren wie Hochwasser und Überschwemmungen versichert. Warum Eigenheimbesitzer darauf verzichten, bringt eine repräsentative Umfrage auf den Punkt.

>> zu der GfK-Umfrage

Schutz wird für zu teuer gehalten

Die Mehrheit (51 Prozent) der Umfrageteilnehmer antwortet auf die Frage, warum sie keine Elementarschadenversicherung haben, sie sei zu teuer. Dabei kostet der notwendige Elementarschadenschutz für die meisten Hausbesitzer unter hundert Euro im Jahr. Mit Abschluss der Versicherung erhält der Kunde die Garantie, dass sein Haus im Fall der Fälle vom Versicherer zu den aktuellen Standards wieder aufgebaut wird.

Breites Angebot an Versicherungsschutz vorhanden

„Die GfK-Umfrage zeigt deutlich, dass es einfach ist, Versicherungsschutz gegen Elementarschäden zu finden“, sagt Erdland. 96 Prozent der Befragten, die ihr Haus bereits mit einer Elementarschadenversicherung schützen, haben diese problemlos erhalten. Auch die übrigen vier Prozent konnten Versicherungsschutz finden, beispielsweise nach einer individuellen Prüfung durch den Versicherer.

Von den Befragten haben lediglich zwei Prozent nicht sofort bei der ersten Anfrage ein Versicherungsangebot erhalten und mussten sich an weitere Versicherer wenden. Die Anzahl derer, die keine Elementarschadenversicherung bekommen haben, ist der GfK-Umfrage zufolge statistisch kaum messbar. Das Angebot an Elementarschadenversicherungen ist groß: 120 Sachversicherer können nahezu jedes Gebäude in Deutschland problemlos versichern. Welche Unternehmen das sind, zeigt diese Übersicht.

 

Downloads

 

Gfk-Umfrage: Präsentation

Faktenblatt:
Forderungen der Versicherungswirtschaft

Klimastudie: 2011-2016

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