19.07.2016
So investieren Versicherer

Kapitalanlagen übersteigen erstmals 1,5 Billionen Euro

Die Kapitalanlagen der deutschen Versicherer haben 2015 erstmals die Marke von 1,5 Billionen Euro überschritten. Rund 80 Prozent des Investitionsvolumens entfallen auf Zinsanlagen – beispielsweise Pfandbriefe, Rentenfonds oder auch Darlehen. In Staatsanleihen investieren die Versicherer weniger als häufig angenommen – sie machen in der Direktanlage weniger als 6 Prozent der gesamten Kapitalanlagen aus.

Die deutschen Erst- und Rückversicherer hielten zum Jahresende 2015 Kapitalanlagen im Volumen von 1,509 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2014 ist dies ein Anstieg um fast 60 Milliarden Euro bzw. rund 4 Prozent.

Festverzinsliche Kapitalanlage dominiert

Damit Versicherer jederzeit ihre zugesagten Verpflichtungen erfüllen können, investieren sie überwiegend in sichere Kapitalanlagen mit langfristig planbaren Zinserträgen. Diese Rentenanlagen machen vier Fünftel des gesamten Anlagevolumens aus. Lediglich 20 Prozent entfallen auf Investitionen mit höheren Risiken bzw. weniger gut kalkulierbaren Erträgen. Der Aktienanteil beispielsweise lag zum Jahresende 2015 nur bei gut 4 Prozent, auf Immobilien und Unternehmensbeteiligungen entfallen zusammengenommen rund 13 Prozent. Das Verhältnis von Renten- zu anderen Kapitalanlagen ist seit einigen Jahren weitgehend stabil.

Unter den Rentenanlagen dominieren Anleihen: Rentenfonds machen 22 Prozent der gesamten Kapitalanlagen aus, Unternehmensanleihen 7,2 Prozent und Staatsanleihen sowie Anleihen anderer öffentlicher Schuldner 5,7 Prozent.

56 Milliarden Euro für Häuslebauer

Auch als Kreditgeber spielt die Versicherungswirtschaft eine bedeutende Rolle. Gut 18 Prozent der Kapitalanlagen fließen in Darlehen – überwiegend an Kreditinstitute und die öffentliche Hand. Aber auch für Privathaushalte sind Versicherer wichtige Kapitalgeber. In Hypotheken zur Immobilienfinanzierung stecken 3,7 Prozent der Kapitalanlagen – das entspricht rund 56 Milliarden Euro.

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