18.07.2016
Makro und Märkte kompakt

Gläubigerrechte in Gefahr

Entgegen der allgemeinen Erwartung ist die weltweite Verschuldung in den letzten Jahren weiter gestiegen. Gleichzeitig gibt es vermehrte Tendenzen, den Gläubigerschutz aufzuweichen und Kapitalgeber an Verlusten zu beteiligen. Wir analysieren wesentliche Entwicklungen der letzten Zeit und formulieren Bedingungen, die aus Sicht der Versicherungswirtschaft als größter institutioneller Investor in Deutschland wesentlich sind, damit privates Kapital auch weiterhin zur Finanzierung der öffentlichen Hand und der Realwirtschaft mobilisiert werden kann.

– Nach der großen Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 gab es eine starke Fokussierung auf die erforderliche Verringerung der Schuldenstände sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Sektor. Tatsächlich ist aber die Verschuldung weltweit weiter rasant gestiegen, wohl in dem Bemühen, das Wachstum zu stimulieren (Staat) und die günstigen Finanzierungsbedingungen auszunutzen (Unternehmen/Haushalte).

– Gleichzeitig gibt es vermehrt Beispiele, in denen Gläubiger an Verlusten beteiligt wurden oder dies beabsichtigt ist. Der Schuldenschnitt in Griechenland, das Ringen um die Hypo-Alpe Adria Abwicklungsgesellschaft Heta sowie die europäische Bankenabwicklungsrichtlinie und ihre nationale Umsetzung über das Abwicklungsmechanismusgesetz sind hier markante Beispiele.

– Aus Investorensicht ist diese Entwicklung äußerst bedenklich, insbesondere wenn langfristige und auf Stabilität bedachte Investoren wie Versicherer einseitig belastet werden. Sollte der Gläubigerschutz weiter unangemessen aufgeweicht werden, wird dies Konsequenzen für die Kapitalanlageallokation der Versicherer haben.

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