04.07.2016
Diebe fahren auf Velos ab

Fahrradklau reißt nicht ab – wie Radler sich absichern können

Fahrräder sind bei Dieben heiß begehrt: Schon 2014 war die Zahl der versicherten Fahrraddiebstähle auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen. Die vorläufigen Zahlen der Versicherungswirtschaft geben keine Entwarnung: Auch 2015 wurden in Deutschland 200.000 versicherte Fahrräder gestohlen, die Zahl verbleibt damit auf dem Spitzenwert von 2014. Dabei können Radler sich mit einfachen Mitteln schützen.

Insgesamt haben die Hausratversicherer im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Euro für Fahrrad-Diebstähle an ihre Kunden geleistet. Der durchschnittliche Schaden lag bei 520 Euro je Velo. Insgesamt hat die Polizei im Jahr 2015 rund 335.000 gestohlene Räder erfasst, was einem Rückgang von immerhin 1,3 Prozent entspricht.

Besonders häufig schlagen Fahrraddiebe in den Städten Berlin, Hamburg und Bremen zu. Das geht aus den Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik hervor. So werden in Bremen pro 100.000 Einwohner über 1000 Fahrräder gestohlen – im Saarland sind es dagegen lediglich 109 pro 100.000 Einwohner.

Fünf bis zehn Prozent des Radneupreises in das Schloss investieren

Fahrräder sollten deshalb immer abgeschlossen und dabei auch an einen unbeweglichen Gegenstand angeschlossen werden, am besten an einer Rad-Abstellanlage, einem Laternenpfahl oder etwas ähnlich fest Verankertem. Je stabiler und damit meist auch schwerer das mechanische Schloss ist, desto sicherer ist es. „Als Faustregel gilt, fünf bis zehn Prozent des Radneupreises in das Schloss zu investieren“, empfiehlt Alexander Küsel, Leiter der Schadenverhütung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Fahrraddiebe haben nicht viel Zeit. Wenn sie mehr als drei Minuten brauchen um ein Schloss zu knacken, schreckt sie das ab.

Gut zu wissen

Das Fahrrad muss mit einem eigenständigen Fahrradschloss gesichert sein. Ein einfaches Rahmenschloss ist kein Diebstahlschutz. Wer sein Rad von der Polizei codieren lässt, hat noch eine zusätzliche sichtbare Abschreckung für Diebe.

Hausratversicherung kommt für Fahrraddiebstahl auf

Über die Hausratversicherung ist der Einbruchdiebstahl von Fahrrädern gedeckt, wenn sie aus verschlossenen Abstellräumen, Kellern oder Wohnungen gestohlen werden. Geklaut wird jedoch meistens auf offener Straße. Dagegen kann man sich mit einer Zusatzklausel in der Hausratpolice versichern. Von den insgesamt 26 Millionen Hausratversicherungsverträgen haben rund 40 Prozent die Fahrradklausel eingeschlossen.

Wie wird das gestohlene Rad ersetzt?

Wird das angeschlossene Rad zum Beispiel abends beim Kinobesuch gestohlen, ersetzt der Versicherer es bis zur vertraglich vereinbarten Summe. In der Regel wird für diese Summe ein bestimmter Prozentsatz des gesamten versicherten Hausrates festgelegt. Ist der Hausrat beispielsweise mit 50.000 Euro versichert und der Fahrraddiebstahl mit einem Prozent davon, so entschädigt der Versicherer den Diebstahl je nach Wiederbeschaffungswert mit bis zu 500 Euro. Für hochwertige Räder kann die Summe angehoben oder eine spezielle Fahrradversicherung abgeschlossen werden.