24.06.2016
Brexit-Entscheidung

„Wir müssen das Votum als Weckruf verstehen“

Eine denkbar knappe Mehrheit der Briten hat für einen Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland über Folgen für das europäische Projekt, mangelnden Reformeifer in der EU und die Tugenden der Wirtschaftsnation Großbritannien.

„Die Entscheidung der Briten ist überaus schmerzlich für alle Europäer“, kommentiert der Präsident des GDV, Dr. Alexander Erdland, die Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU. „Aber wir dürfen jetzt nicht in Schockstarre verfallen, sondern müssen das Votum als Weckruf verstehen.“ Es gelte jetzt, Reformen mutig voranzutreiben, die Europa zu neuer wirtschaftlicher Prosperität und politischer Stabilität führen, sagt Erdland.

Europas Institutionen reformieren und überbordenden Regulierungseifer beenden

„Mit Blick auf den inneren Zusammenhalt, aber auch auf die schnell wachsenden Regionen außerhalb Europas muss die Wettbewerbsfähigkeit nun endlich gestärkt werden. Hierzu gehört auch, dass Europa seine Institutionen reformiert und den vielfach überbordenden Regulierungseifer beendet.“ Wenn alle Menschen von der EU begeistert sein sollen, so Erdland, dann müssten sie die Vorteile stärker spüren, die ein vereintes Europa in der Welt hat.

STATEMENT

Alexander Erdland, Präsident des GDV:
 

„Europa muss jetzt seine Institutionen reformieren und den vielfach überbordenden Regulierungseifer beenden.“

„Die Flüchtlingskrise, die Verschuldung der Mitgliedsstaaten, die notwendigen Strukturreformen in den Mitgliedstaaten, das alles sind Herausforderungen, die wir mit den Briten leichter stemmen als ohne sie.“

Zusammenhalt in Europa stärken und nicht schwächen – gerade jetzt

„Gerade jetzt müssen wir den Zusammenhalt in Europa stärken und nicht schwächen: Die Flüchtlingskrise, die Verschuldung der Mitgliedsstaaten, die notwendigen Strukturreformen in den Mitgliedstaaten, das alles sind Herausforderungen, die wir mit den Briten leichter stemmen als ohne sie. Verlässt Großbritannien nun tatsächlich die EU, dann ginge ein Land, das traditionell für eine flexible Wirtschaft und den Willen zur Wettbewerbsfähigkeit steht. Diese Tugenden brauchen wir bei der Fortentwicklung Europas dringender denn je.“