16.06.2016
Makro und Märkte kompakt

EZB – Gefangene im Korsett eines engen Inflationsziels

Trotz einer zunehmend heftiger geführten Debatte über die Risiken und Nebenwirkungen der Geldpolitik, hält die EZB unbeirrt an ihrem unorthodoxen Kurs fest. Selbst Maßnahmen wie „Helikoptergeld“ oder noch höhere Strafzinsen werden nicht gänzlich ausgeschlossen. Wir analysieren die Gründe für dieses Vorgehen und empfehlen die Lockerung eines Inflationsziels, das nach Einführung der Währungsunion im Jahre 2003 noch einmal geändert und damit zu eng gefasst wurde.

– Während sie in den ersten Jahren der Krise noch sehr zögerlich agierte, ist die Europäische Zentralbank (EZB) inzwischen auf einen sehr aggressiven geldpolitischen Kurs eingeschwenkt. Die Ausweitung der EZB-Bilanzsumme liegt mittlerweile sogar höher als in den USA, und der Einlagenzins ist negativ.

– In einigen Ländern des Euro-Währungsgebiets ist daraufhin eine intensive Diskussion über die Risiken und Nebenwirkungen dieser Politik ausgebrochen. Besonders deutlich wurden zuletzt Belastungen für die Altersvorsorge, das Kreditangebot sowie – paradoxerweise – die Investitionstätigkeit.

– Wir sehen das größte Problem derzeit in dem sehr engen Korsett, das der EZB von der sehr engen Formulierung des Inflationsziels auferlegt wird. Eine Rückbesinnung auf den ursprünglichen Geist, mit dem das Inflationsziel zu Beginn der Währungsunion formuliert wurde, sollte es der EZB ermöglichen, wieder mehr Ruhe und Gelassenheit in der Geldpolitik walten zu lassen.

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EZB – Gefangene im Korsett eines engen Inflationsziels

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