31.05.2016
Änderung zum 1. Januar 2017

Absenkung des Höchstrechnungszinses erfolgt zu kurzfristig

Die vom Bundesfinanzministerium beschlossene Absenkung des Höchstrechnungszinses bei Lebensversicherungen auf 0,9 Prozent bereits zum 1. Januar 2017 setzt Unternehmen unnötig unter Zeitdruck. Denn zum Jahreswechsel müssen Versicherer nicht nur die meisten Tarife mit Zinsgarantien anpassen, sondern parallel dazu auch die Produktinformationsblätter für Riester- und Basisrenten einführen – für die es noch immer keine klaren Vorgaben gibt.

Die Tarifanpassung und die Einführung der Produktionsinformationsblätter sind eine erhebliche Doppelbelastung, die in der gesetzten Zeitspanne kaum zu bewältigen ist. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hatte daher für eine spätere Absenkung des Höchstrechnungszinses plädiert. „Nun ist das Bundesfinanzministerium gefordert, möglichst schnell die Regeln zur Ausgestaltung und Anwendung der neuen Produktinformationsblätter aufzustellen. Anderenfalls wird die bis zum Jahresende verbleibende Zeit zur Umsetzung noch knapper“, betont Peter Schwark, Geschäftsführer für den Bereich Lebensversicherung beim GDV.

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Regelung gilt erst ab 2017 für Neuverträge

Bestehende Lebens- und Rentenversicherungen mit einer garantierten Verzinsung sind von der Absenkung des Höchstrechnungszinses nicht betroffen. Erst für ab dem 1. Januar 2017 neu abgeschlossene Verträge fällt die garantierte Leistung für die Kunden niedriger aus. Allerdings ist der Garantiezins nur eine Komponente der Gesamtverzinsung einer Lebensversicherung – hinzu kommen laufende Überschüsse (zum Beispiel Direktgutschrift und laufende Zinsgutschrift) sowie Schlussüberschüsse.

Was ist der Höchstrechnungszins?

Der Höchstrechnungszins wird umgangssprachlich oft Garantiezins genannt. Er gilt für Lebensversicherungsprodukte mit Zinsgarantie. Es handelt sich um den Zinssatz, den Versicherungsunternehmen ihren Kunden maximal auf den Sparanteil im Beitrag zusagen dürfen. In der Vergangenheit haben Lebensversicherungen ihren Kunden von Vertragsbeginn an häufig diesen höchstzulässigen Zins auch als Garantiezins für jedes Jahr der Vertragslaufzeit zugesagt. Seit einigen Jahren gewinnen allerdings Produkte an Bedeutung, die zwar Garantien bieten, aber keinen festen jährlichen Garantiezins zusagen.

Der Absenkung des Höchstrechnungszinses wurde im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und kann online hier abgerufen werden.