15.04.2016
Wahlkampfthema Rente

5 Fakten, warum Sie riestern sollten

Der Rentenwahlkampf ist eröffnet: Wir erleben derzeit geradezu einen Schönheitswettbewerb der spektakulärsten Rentenideen. Der hat vor allen Dingen eins zur Folge: Die Verunsicherung der Menschen steigt. Zeit für mehr Sachlichkeit: Die Riester-Rente ist gescheitert? 5 Fakten, die dagegen sprechen.

1. Die Riester-Rente erreicht ihre Zielgruppen

Seit 2002 haben Arbeitnehmer 16,5 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen – für ein freiwilliges System ist das ein weltweit beispielloser Erfolg. Zusammen mit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) verfügen mehr als 70 Prozent der Arbeitnehmer über eine zusätzliche Absicherung. Riestern ist insbesondere für Familien mit unterdurchschnittlichen Einkommen und vielen Kindern hoch attraktiv: 40 Prozent der Geringverdiener sind Riester-Sparer. Wird die bAV hinzugezählt, sorgen 58 Prozent der Menschen mit Bruttomonatseinkommen unter 1.500 Euro mit staatlicher Förderung vor.

2. Die Riester-Rente kann die Versorgungslücke schließen

Die Riester-Rente kann die Versorgungslücke schließen, die durch die Riester-Reform 2002 geschaffen wurde. Damit erfüllt sie ihren ursprünglichen Zweck. Darüber hinaus hilft sie dabei, Lücken infolge späterer Reformen zu schließen. Wenn dies nicht in allen Fällen gelingt, ist das vor allem das Versäumnis der Politik: Der 2005 eingeführte Nachhaltigkeitsfaktor vergrößert die Versorgungslücke und die Besteuerung der gesetzlichen Rente belastet die Rentner zunehmend. Die Versicherungswirtschaft tritt deshalb für eine Anhebung der Grundzulage von 154 auf mindestens 200 Euro und der Fördergrenze von 2.100 auf 3.000 Euro ein.

Wissenswertes zur Riester-Rente:

Was sie leistet und für wen sie sich lohnt erfahren Sie im GDV.DE-Verbraucherservice

3. Die Riester-Rente schont die Steuerzahler

Die gesetzliche Rente kostet den Steuerzahler 40-mal so viel wie die Riester-Förderung. Gerade einmal drei Milliarden Euro muss der Staat jährlich für Riester-Zuschüsse aufwenden, bislang rund 25 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum hat die gesetzliche Rente 1.000 Milliarden Euro an Steuergeldern verschlungen. Und während die 25 Milliarden im Zuge der Besteuerung im Alter größtenteils sogar zurückfließen, sind die 1.000 Milliarden bereits vollständig ausgegeben.

4. Die Riester-Rente wird einfacher

Zugegeben: Die Vielfalt der Produkte ist groß, das Förderverfahren nicht für jeden leicht zu durchschauen. Die Verantwortung dafür liegt aber vor allem bei der Politik: Beispielsweise hatten die Versicherer bereits 2000 für die Riester-Rente ein Standardprodukt vorgeschlagen – der Gesetzgeber wollte jedoch mehr Vielfalt. Dennoch reagieren die Anbieter der Riester-Rente auf berechtigte Kritik. Dem Ruf nach mehr Transparenz kommen sie künftig mit Produktinformationsblättern nach: Standardisierte Kostenangaben sorgen für verschärften Wettbewerb. Und die einmaligen Abschlusskosten wurden vom Gesetzgeber gerade um 40 Prozent gesenkt.

5. Die Riester-Rente garantiert Verlässlichkeit

In der sozialen Marktwirtschaft werben private Unternehmen mit attraktiven Angeboten um den Kunden – der Staat setzt die Rahmenbedingungen für den Wettbewerb und beaufsichtigt die Anbieter. Das ist die Grundlage für die Riester-Produkte seit 2002. Eine zusätzliche Altersvorsorge, bei der Kunden nicht nur die eingezahlten Beiträge, sondern auch die staatlichen Zulagen zur Auszahlung garantiert sind, sucht weltweit ihresgleichen.

Ganz anders verhält es sich bei einem Staatsfonds, der derzeit unter dem Schlagwort Deutschland-Rente diskutiert wird. Der Staat als Anbieter wird von keiner höheren Instanz kontrolliert und kann die Bedingungen seines Handelns jederzeit ändern: Irland hat mit dem Rentenfonds Banken gerettet, Spanien die Staatsfinanzierung gesichert. Und auch Norwegen stopft wegen sinkender Öleinnahmen mit Mitteln aus dem Zukunftsfonds heute Haushaltslöcher.