03.03.2016
Weniger Versicherungsdeutsch

Versicherungsverband macht Standmitteilungen in der Lebensversicherung verständlicher

Wer eine Lebens- oder Rentenversicherung hat, wird einmal pro Jahr von seinem Versicherer per Standmitteilung über das erreichte Vorsorgevermögen und die zu erwartende Rente informiert. Um dieses Schreiben für Kunden so klar, kurz und verständlich wie möglich zu halten, hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) seine unverbindlichen Empfehlungen für Aufbau, Inhalt und Gestaltung der Standmitteilung mit sprachwissenschaftlicher Unterstützung überarbeitet.

Für Kunden ist bei Abschluss eines langfristigen Vertrages nicht absehbar, welche Überschüsse ihr Versicherer in den kommenden 20 oder 30 Jahren erwirtschaftet und wie sich dementsprechend sein gebildetes Kapital und seine Rentenansprüche entwickeln. Um die Altersvorsorge planbar zu machen, erhalten Versicherte regelmäßig eine Standmitteilung. Auf dieser Grundlage sollen Kunden die Entwicklung ihres Vertragskapitals überprüfen können, um ihre private Absicherung gegebenenfalls anzupassen. Daher empfiehlt der GDV, die gesetzlich vorgeschriebene Standmitteilung um eine aktualisierte Beispielrechnung zu ergänzen. Die Kunden erhalten damit ein einfaches Hilfsmittel, um ihre Gesamtabsicherung im Alter aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersversorgung abzuschätzen. Bei den zertifizierten Produkten ist diese Aktualisierung ohnehin vorgeschrieben.

Garantieleistungen im Fokus

Unerlässlich ist eine deutliche Unterscheidung zwischen garantierten und unverbindlichen Leistungen. Damit Kunden diese Differenzierung bemerken und verstehen, sind in der Verbandsempfehlung Garantiewerte optisch hervorgehoben und nicht-garantierte Werte mit einem entsprechenden Unverbindlichkeitshinweis versehen. Zudem sieht die Verbandsempfehlung die Berechnung mehrerer Szenarien mit unverbindlichen Werten vor.

Das ändert sich mit den neuen Standmitteilungen

  • Verständliche Formulierungen
  • neu = „Die tatsächlichen Leistungen können geringer oder höher ausfallen“
    alt = „Die angegebenen Beiträge stellen keine Ober- bzw. Untergrenze dar; die tatsächlich auszuzahlenden Leistungen würden bei größeren Veränderungen der Verzinsung unter bzw. über diesen Beträgen liegen“

  • Kundenorientierter Frage-Antwort-Katalog
  • neu = „Welche finanziellen Leistungen erhalten Sie ab Rentenbeginn?“
    alt = „Leistung zum Ende der Aufschubzeit?“

  • Fachwörter werden erläutert
  • Unterscheidung von laufender Überschussbeteiligung und Schlussüberschuss
    Erläuterungen zur Beteiligung an Bewertungsreserven

  • Tabellen statt Fließtexte
  • Wichtige Informationen lassen sich aus tabellarischen Übersichten ablesen

  • Klare, optisch hervor gehobene Unterscheidung von garantierten und möglichen Leistungen
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    >> zu den Standmitteilungen für Riester- und Basisrente, Renten- und Lebensversicherung

    Kein Versicherungsdeutsch

    Um die Standmitteilungen so verständlich wie möglich zu machen, wurde die unverbindliche Verbandsempfehlung sprachwissenschaftlich geprüft. Auf Fachbegriffe sollten Unternehmen möglichst verzichten oder diese in einem separaten Abschnitt kurz und verständlich erläutern. Zudem zielt die Verbandsempfehlung auf eine Konzentration auf das aus Kundensicht Wesentliche in der Standmitteilung ab. Daher beschränkt die unverbindliche Verbandsempfehlung den Informationsumfang auf die Rentenleistung, die Leistungen im Todesfall sowie Rückkaufswerte. Bei zertifizierten Produkten wird auch über die Entwicklung des gebildeten Kapitals informiert.

    Die unverbindlichen Empfehlungen des GDV betreffen die Standmitteilungen zu klassischen und fondsgebundenen Tarifen, Riester-Rentenversicherungen sowie der klassischen Basisrente. Die Verbandsempfehlung bezieht sich ausdrücklich auch auf bereits bestehende Verträge.